Analyse
14:14 Uhr, 05.10.2026

Market Insights: Gewinne gegen Zinsen! Das Duell für's Schlussquartal

Mit den Market Insights bist Du bestens informiert – ob Markttechnik, Saisonalität, Sentiment oder spannende Fakten und Statistiken. Mein Versprechen: Jeden Montag wirst Du mit den Market Insights mindestens eine neue Erkenntnis gewinnen!

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US78378X1072Kopiert
    Kursstand: 7.722,72 Pkt (Cboe) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • ISIN: DE0008469008Kopiert
    Kursstand: 25.310,42 Pkt (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • S&P 500 - WKN: A0AET0 - ISIN: US78378X1072 - Kurs: 7.722,72 Pkt (Cboe)
  • DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 25.310,42 Pkt (XETRA)
  • Nasdaq-100 - WKN: A0AE1X - ISIN: US6311011026 - Kurs: -
  • Dow Jones - WKN: 969420 - ISIN: US2605661048 - Kurs: 51.176,96 Pkt (NYSE)
  • Bitcoin BTC/USD - WKN: A2YY63 - ISIN: XC000A2YY636 - Kurs: 86.125,31 $ (Coinbase Advanced)
  • NVIDIA Corp. - WKN: 918422 - ISIN: US67066G1040 - Kurs: 233,950 $ (Nasdaq)

Q4 klopfte an, jetzt ist es da, und es hat gleich mit einer Knaller-Woche und am Freitag sogar 31.000 Punkten im Nasdaq begonnen! Lang- und kurzfristiges Depot im AktienPuls360 schließen auf Allzeithoch; auch NVIDIA mit neuem Allzeithoch! Wahnsinn! On top Rekordzahlen von Micron, der geleakte Börsenprospekt von Anthropic, ein Dev Day bei OpenAI, ein neues Frontier-Modell von Google, eine 10-Jahres-US-Rendite auf dem höchsten Stand seit 2002 und ein Arbeitsmarktbericht, der die Fed-Debatte auf den Kopf gestellt hat. Fad war auch die Vorwoche nicht.

stock3 AktienPuls360
stock3 AktienPuls360 (kurzfr Depot in blau)
stock3 AktienPuls360 (langfr Depot in blau)

Micron lieferte wieder auf ganzer Linie ab, während Nike weiter von hoch einstelligen Umsatzeinbußen in FY2027 spricht. Mehr als 75 % der Produktion für 2027 sind bereits zugesagt, die Zahl der langfristigen Lieferverträge stieg von 16 auf 26, und 2027 und 2028 sollen laut Management sogar noch enger werden als 2026. Ab dem 9. Dezember will Micron die Aktienrückkäufe deutlich hochfahren. Die Reaktion? Verhalten. Die DRAM-Vertragspreise stiegen im Q3 nur um 10 bis 15 % zum Vorquartal, erwartet waren 20 bis25 %. Die Preise steigen also langsamer, die Knappheit bleibt. Diese Unterscheidung muss der Markt gerade lernen. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 wird Micron mit Fünffachen bewertet. Supply constrained bis mindestens 2028. Und trotzdem mit einem einstelligen KGV. Mit Robotik wächst parallel der nächste Nachfragetreiber. ✅ MICRON – Die Preise steigen langsamer, die Knappheit nicht (Q4 2026)

Auch abseits von Micron war die KI-Welt nach der tausendsten Todsagung im Dauerlauf. Anthropics Börsenprospekt wurde an Reuters geleaked und sie zielen auf einen Börsengang in der Woche ab dem 9. November, mit einem Investorentag am 14. Oktober. Der Umsatz 2025 (nicht 2026!) lag bei 4,59 Mrd. USD, der operative Verlust bei 8,06 Mrd. USD, und die Verpflichtungen für Cloud, Compute und Infrastruktur summieren sich auf 518 Mrd. USD, also mehr als das Hundertfache des Vorjahresumsatzes. Klingt dramatisch. Der GAAP-Verlust von knapp 42 Mrd. USD wirkt dramatischer, als er ist, denn rund 34 Mrd. USD davon sind nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte. Rund 80 der 261 Seiten behandeln Risikofaktoren. Parallel sicherte Broadcom Anthropic bis zu 42 Mrd. USD an Finanzierung zu, und mit SpaceX wurden Verträge über bis zu 84,5 Mrd. USD für Rechenleistung offengelegt.


AktienPuls360 Immer am Plus der Märkte

OpenAI konterte nicht nur Metas Muse auf dem Dev Day mit "Dots", dauerhaft laufenden KI-Agenten, und dem gemeinsamen Arbeitsbereich ChatGPT Space. Die wöchentliche Nutzerbasis liegt inzwischen bei 1,2 Mrd., der annualisierte Umsatz nähert sich laut Axios 70 Mrd. USD. Was ist mit der Sicherheitsdebatte? Hier hielt OpenAI das Modell GPT-6.1 Astra wegen Sicherheitsbedenken zurück und pausierte Teile des Trainings, was am Montag kurzzeitig die KI-Aktien belastete. Google stellte mit Gemini 4 Argon ein neues Spitzenmodell vor, das in Benchmarks vor allem bei Cybersicherheit stark abschneidet. Das Ergebnis waren fünf Sekunden Druck auf CrowdStrike, Palo Alto oder Rubrik. Allesamt schreiben täglich neue Allzeithochs. Und Meta startete mit der "Meta Enterprise Platform" den direkten Vertrieb seiner KI an Unternehmen, geführt vom bisherigen MongoDB-CEO CJ Desai. MongoDB verlor am Tag der Ankündigung zeitweise über 20 %. Im AktienPuls360 wurde das ausgenutzt. Muse knackte derweil nach rund drei Wochen die Marke von 5 Mio. Downloads. ChatGPT brauchte dafür 56 Tage.

Knapp, knapper, KI! AWS erhöht zum 7. Oktober die Preise für reservierte GPU-Kapazität um weitere 15 %, die vierte Erhöhung in Folge. Lumentum rechnet damit, 2027 nur rund 30 % der von Kunden gewünschten Lasermengen liefern zu können, und Morgan Stanley berichtet, dass viele Optik-Hersteller für 18 bis 24 Monate ausverkauft sind. Bernstein startete die Coverage von Lumentum, Coherent, Ciena und Celestica mit "Outperform". Laut TrendForce ist von sieben beobachteten KI-Server-Komponenten nur noch die GPU ausgeglichen, bei ABF-Substraten liegen die Lieferzeiten bei 48 bis 56 Wochen statt üblicherweise zwölf. Bei NVIDIA erhöhte man das Rückkaufprogramm um 150 Mrd. auf insgesamt 235 Mrd. USD, Morgan Stanley machte die Aktie wieder zum Top Pick, und Jensen Huang nannte sie selbst "quite inexpensive". Zwischenzeitlich Allzeithoch am ersten Ziel 238 USD. Aus China kamen mal wieder Signale für ein mögliches Comeback. ByteDance erwägt laut The Information eine Bestellung von rund 1 Mio. RTX-Pro-5500-Chips.

Die zehnjährige US-Rendite sprang am Donnerstag auf 5,33 %, den höchsten Stand seit 2002. Einen Tag später folgte der Arbeitsmarktbericht! Nur 29.000 neue Stellen im September statt der erwarteten 90.000, die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 %. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause im Oktober schoss auf 85 %. Dazu passte die Kerninflation, die mit 3 % klar unter den erwarteten 3,3 % lag, und ein Verbrauchervertrauen, das mit 81,9 deutlich enttäuschte. Die Anleiherenditen fielen aber nur kurz. Machst Du Dir Sorgen wegen der 5 vor de Komma? Bitte lesen:🔬Market Insights: Muse sortiert den Markt neu, Q4 klopft an (PREMIUM)

Geopolitisch blieb es weiter zäh ... Die Iran-Gespräche über Katar kamen nicht voran, Außenminister Rubio schickte die iranische Delegation aus New York nach Hause, und laut WSJ rechnet Trump mit einer Wiederaufnahme der Angriffe bis Ende November.

Abseits von KI gab es die üblichen Gemischtwaren. Tesla lieferte im dritten Quartal 486.532 Fahrzeuge aus, deutlich mehr als die erwarteten 463.761. Nikes Umsatz in Greater China brach um 22 % ein. Accenture und Jabil überzeugten, FICO geriet nach einer Entscheidung der Wohnungsfinanzierungsaufsicht FHFA zugunsten von VantageScore massiv unter Druck, bouncte aber hart von den 600 USD. BofA stufte ab und halbierte das Kursziel von 1.400 auf 700 USD. ✅ FICO bricht erneut ein! 550 USD aus 2021 stehen auf dem Programm!

Microsoft, NVIDIA, Apple und Meta haben im Q3 zusammen rund 300 Punkte zum S&P 500 beigetragen, mehr als das Doppelte des gesamten Indexanstiegs. Die übrigen rund 499 Mitglieder haben den Index per saldo um etwa 150 Punkte gedrückt. Der gleichgewichtete S&P 500 steht vor dem siebten Wochenverlust in Folge.

Die Gewinne laufen dem Markt davon. Der S&P 500 hat in diesem Jahr rund 12 % zugelegt, die Gewinne sind aber um fast 30 % gestiegen. Steigende Renditen drücken auf die Multiples, steigende Gewinne halten dagegen. Wer dieses Duell im Q4 gewinnt? Diese Berichtssaison wird definitiv wichtiger als jede Saisonalitätsstatistik.

Das Q4 hat nicht geklopft, es ist mit der Tür ins Haus gefallen. Schauen wir uns an, was die Statistik dazu sagt.

Markttechnik & Saisonalität

📌 Ein starkes Jahr bis September war historisch kein Grund für ein schwaches Q4

Eine naheliegende Sorge nach starken neun Monaten lautet: Der Markt ist zu weit gelaufen, jetzt muss es zurückkommen. Seit 1950 gab es 21 Jahre, in denen der S&P 500 Ende September zwischen 10 bis 20 % im Plus lag. In 18 davon stieg der Index im Q4 weiter, das entspricht einer Trefferquote von 85,7 %. Der durchschnittliche Q4-Gewinn lag bei +5,3 %, der Median bei +5,5 %. Über alle Jahre seit 1950 kommt das vierte Quartal im Schnitt auf +4,2 %.

2026 passt mit rund +13 % bis Ende September in dieses Raster. Ein starkes Jahr ist meist das Ergebnis guter Fundamentaldaten, und die verschwinden nicht über Nacht, nur weil der Kalender umblättert.

Carson

📌 Jahr drei ist im Präsidentschaftszyklus historisch das stärkste

Mit dem Jahreswechsel beginnt dann das Vorwahljahr. Laut Carson Research ist genau dieses dritte Jahr langfristig der stärkste Abschnitt des vierjährigen Präsidentschaftszyklus. Frühere Carson-Auswertungen seit 1950 kamen für Jahr drei auf durchschnittlich rund +16,8 % beim S&P 500. Ebenso deutlich ist allerdings, wie weit der aktuelle Zyklus davon abweicht. Der Durchschnittspfad lag zu diesem Zeitpunkt der Amtszeit bei einem Plus im einstelligen Bereich, die laufende Amtszeit bringt es auf über 30 %. Ein politischer Ursache-Wirkungs-Zusammenhang lässt sich daraus erst recht nicht konstruieren. Der Präsidentschaftszyklus liefert den saisonalen Rahmen. Ob der Rückenwind ankommt, entscheiden Gewinne, Bewertung, Zinsen und die Breite des Marktes.

Mehr zum Thema: 🔬Market Insights: Muse sortiert den Markt neu, Q4 klopft an (PREMIUM)

Carson

Zinsen & Fed

📌 Höhere Renditen drücken auf das KGV, aber nur steigende Gewinne entscheiden

Fidelity stellt die Bewertung von Aktien und Anleihen direkt gegenüber. Je höher die Anleiherendite, desto niedriger das KGV, das Anleger für Aktien zu zahlen bereit sind. Bei einer zehnjährigen Rendite von 5 % impliziert die historische Beziehung ein Forward-KGV knapp unter 20, bei 6 % eher rund 16. Aktuell liegt das Forward-KGV des S&P 500 bei rund 19. Ein Renditeanstieg Richtung 6 % würde rechnerisch also einen Bewertungsabschlag von ungefähr 20 % bedeuten.

Ihr könnt aber den Aktienkurs nicht allein mit Multiple gleichsetzen. Kurs ist KGV mal Gewinn. Steigen die Gewinne beispielsweise um 30 %, kann das einen großen Teil der Multiple-Kompression ausgleichen. Das passiert 2026 bereits. Höhere Renditen werden für den Aktienmarkt erst dann wirklich zum Problem, wenn gleichzeitig die Gewinnschätzungen stagnieren oder fallen. Solange das nicht der Fall ist, verschiebt sich die Rendite der Aktien vom Multiple zu den Gewinnen.

Fidelity

📌 Q3 startet mit der höchsten Gewinnhürde seit 2021

Der Konsens erwartet für den S&P 500 im Q3 ein EPS-Wachstum von 27 % gegenüber dem Vorjahr, die höchste Erwartung zu Beginn einer Berichtssaison seit 2021. Gegenüber Q2 bedeutet das zwar eine Verlangsamung, denn bereinigt um "Other Income" lag das Gewinnwachstum dort bei rund 33 %, unbereinigt sogar bei 51 %.

Goldman Sachs

📌 Der S&P 500 ist günstiger als 2022, trotz höherem Indexstand

Der S&P 500 steht mit 7.720 Punkten deutlich über dem Hoch von Anfang 2022 bei 4.797 Punkten, das Forward-KGV liegt mit 19 aber unter den damaligen 21,4. Das, obwohl der Bewertungsrahmen heute anspruchsvoller ist, weil die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 5,3 % liegt und damit weit über den 1,6 % von Anfang 2022.

JPMorgan

📌 Der S&P 500 soll weiter steigen, aber nicht wegen höherer Bewertungen

Goldman sieht den Indexgewinn je Aktie von 275 USD 2025 auf 375 USD 2026 und 415 USD 2027 steigen. Daraus leitet die Bank ein Jahresendziel von 8.000 Punkten für 2026 und ein 12-Monats-Ziel von 8.700 Punkten ab, während der Bottom-up-Konsens auf 9.100 Punkte kommt.

Goldman Sachs

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Marktbreite & Konzentration

📌 Zwei Chipwerte liefern mehr als 33 % des S&P 500 Gewinnwachstums

Micron und NVIDIA stehen im Q3-Konsens zusammen für 34 % des erwarteten S&P-500-EPS-Wachstums. Die zehn größten Gewinnbeiträger kommen insgesamt sogar auf 68 %, obwohl der Index rund 500 Unternehmen umfasst.

Auch auf Gesamtjahressicht dominieren die beiden Halbleiterwerte die Gewinnbeiträge deutlich vor Broadcom, Alphabet, Meta oder Amazon.

Goldman Sachs
Goldman Sachs

📌 Sieben Wochen Verluste in Folge: So eng war der Markt seit 2022 nicht

Der gleichgewichtete S&P 500 steht vor seinem siebten Wochenverlust in Folge. Eine solche Serie gab es seit 2004 laut Daily Chartbook nur ein weiteres Mal, während des Bärenmarkts 2022. Das Verhältnis von RSP zum kapitalgewichteten S&P 500 steht nahe seinem historischen Tief. Der S&P 500 selbst steht dagegen am Rekord.

Microsoft, NVIDIA, Apple und Meta haben im dritten Quartal zusammen rund 300 Indexpunkte zum S&P 500 beigetragen, mehr als das Doppelte des gesamten Indexanstiegs. Die übrigen rund 499 Mitglieder zogen den Index in Summe um etwa 150 Punkte nach unten.

Ihr seht, wie wichtig das richtige Stockpicking ist, um idealerweise die besten Firmen ausfindig zu machen. Ansonsten underperformt man zwangsläufig gegen den breiten Index.

Daily Chartbook

Bewertung, Gewinne & Buybacks

📌 Die Rally 2026 kommt aus den Gewinnen, nicht aus höheren Bewertungen

Die Duality-Research-Zerlegung der Sektorrenditen zeigt, woher die Kursgewinne in diesem Jahr kommen. Beim S&P 500 stehen rund +29,6 % Gewinnwachstum einer Multiple-Kompression von 13,7 % gegenüber, unterm Strich bleibt eine Kursrendite von +11,8 %. Technologiesektor: +60,6 % Gewinnwachstum treffen auf einen Bewertungsrückgang von 22,5 %, trotzdem liegt der Sektor 24,5 % im Plus. Energie führt mit +42,7 %, getragen von +62 % Gewinnwachstum.

Consumer Staples sind der einzige Sektor mit einer Ausweitung des Multiples, und auch die liegt mit +0,9 % nur knapp über null. Hier verschlechtern sich die Fundamentaldaten! Siehe McDonald's-Aussagen zum Comp. Sales Wachstum der USA im Q3. Alle anderen Sektoren sind in diesem Jahr günstiger geworden, gemessen an ihren Gewinnen.

Duality Research

KI-Infrastruktur, Halbleiter & Capex

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Spannende Earnings diese Woche

Earnings Whispers

Dienstag: ☀️ Penguin Solutions, Constellation Brands

Mittwoch: 🌙 Applied Digital, Levi's

Donnerstag: ☀️ PepsiCo, Tilray

Freitag: ☀️ Delta Air Lines


Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Euer Valentin

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