Market Insights: Erneutes Chaos voraus?
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2026 ist gefühlt erst gestartet und es geht wie auch 2025 direkt wild zu. Venezolanischer Präsident verhaftet, nächtliche Militäraktion. Trump fordert per Truth Social ein Verbot für institutionelle Käufer von Einfamilienhäusern, will Rüstungskonzernen Dividenden und Buybacks verbieten, während er gleichzeitig das Verteidigungsbudget um 50 % aufstocken möchte. Dann die Ankündigung, Kreditkartenzinsen bei 10 % zu deckeln. Und schließlich letzte Woche die Strafermittlung gegen Fed-Chef Jerome Powell wegen Aussagen zum Fed-Renovierungsprojekt. Der S&P 500 reagierte mit einem neuen Allzeithoch.
Die Breite des Aufschwungs ist trotzdem bemerkenswert. Silber startet so stark wie seit 1968 nicht mehr, US-Small-Caps überflügeln die Nasdaq so deutlich wie nie in ihrer Geschichte - mehr als zehn Pozentpunkte outperformance. Alle elf Sektoren des S&P 500 handeln über ihrer 200-Tage-Linie. Aber die Mag 7 schwächeln seit Monaten.
Jetzt kommt der nächste Stresstest: Trump kündigt Zölle auf acht europäische Staaten an (darunter Deutschland, Frankreich und das UK) solange die USA Grönland nicht kaufen können. Ab 1. Februar 10 %, ab 1. Juni 25 %. Die Begründung: Sicherheitspolitik, strategische Bedeutung, "Golden Dome".
Investieren ist ein psychologisches Spiel. Eine suboptimale Strategie, die Du durchhalten kannst, schlägt eine optimale, die Du fallen lässt. Aber all das nützt nichts, wenn Du in schlechten Zeiten aussteigst. Verhalten bestimmt Ergebnisse. In einem Umfeld, das täglich neue Schlagzeilen produziert, ist das die eigentliche Disziplin.
Die nächsten Tage bringen weitere Testmomente: Montag erstmal US-Feiertag und dann am Mittwoch der nächste Termin zur Entscheidung des Supreme Court über Trumps globale Zölle. Die Frage ist nicht, ob es holprig bleibt. Die Frage ist, ob Du kopftechnisch so aufgestellt bist, dass Du trotzdem im Spiel bleibst, wenn Trump Grönland kaufen will und China NVIDIA aussperrt.
Weniger Puls, mehr Klarheit!
Markttechnik, Saisonalität und Sentiment
📌 Positiver Januar, noch bessere elf Monate
Nach einem positiven Januar stieg der S&P 500 in den folgenden elf Monaten durchschnittlich um 12,2 %, der Median liegt bei 13,4 %. In 87 % dieser Fälle endete das Restjahr im Plus. Von 46 positiven Januaren seit 1950 lieferten 40 ein positives Restjahr.
Noch stärker wirkt das Signal bei einem Januar mit über +2 % Performance (was jetzt aber mit der neuen Zolldrohung eng werden könnte). Dann steigt das Restjahr durchschnittlich um 12,3 %, der Median erreicht 13,3 %. Die Trefferquote liegt bei 84,8 %. Von 33 Fällen mit Januar-Gewinnen über 2 % endeten 28 mit positivem Restjahr.
Nach negativem Januar fällt die Performance deutlich ab. Die durchschnittliche Restjahres-Rendite sinkt auf 2,1 %, der Median auf 3,5 %. Nur 60 % dieser Jahre enden im Plus. Von 30 negativen Januaren seit 1950 endeten 18 positiv, aber mit deutlich niedrigeren Durchschnittsgewinnen.
Der Januar ist kein perfekter Vorbote, aber ein starker Indikator. 87 % Trefferquote nach positivem Januar bedeutet auch in 13 % der Fälle funktioniert es nicht. 2021: Januar rot, Jahr grün.
📌 Alle elf Sektoren über 200-Tage-Linie
Wenn alle elf S&P- 500-Sektoren über ihrer 200-Tage-Linie notieren, liegt die annualisierte Rendite im S&P 500 bei 11,5 %. Dieses Setup trat nur in 21 % der Zeit auf. Wenn weniger als elf Sektoren über ihrer 200-Tage-Linie liegen, fällt die annualisierte Rendite auf 7,4 %.
📌 Trump 2.0 startet stärker als der historische Präsidentschaftszyklus
Die blaue Linie (Trump 2.0) liegt nach dem ersten Jahr bei etwa +20 %, deutlich über der schwarzen Durchschnittslinie (4-Jahres-Präsidentschaftszyklus), die nur rund 10 % erreicht.
Das graue Feld markiert das Zwischenwahljahr (Jahr 2 des Zyklus). Erst im Vorwahljahr (Jahr 3) beschleunigt sich der Markt wieder, von etwa +10 % auf über +25 %. Das Wahljahr (Jahr 4) setzt die Rally fort, der Zyklus endet bei rund +35 % kumuliert über vier Jahre. Aber wer sich an die letzen Ausgaben der Market Insights erinnert, der weiß auch, dass die Saisonalität anders gelagert ist, wenn es die zweite Amtszeit eines Präsidenten ist. Hier nachlesen.
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Magnificent 7
📌 Die Mag 7 verloren 2025 erstmals gegen den breiten Markt
Die Grafik zeigt die Verschiebung. 2021 outperformten fast alle Mag 7 deutlich. 2022 fielen sie tiefer als der Index. 2023 explodierten NVIDIA und Meta, die anderen waren moderat unterwegs. 2024 lief (fast) der gesamte Korb besser als der S&P 500, mit NVIDIA und Meta bei 160 % bzw. 60 %. 2025 dreht sich das Muster wieder. Der breite Markt holt auf, weil Sektoren wie Financials, Industrials und Healthcare profitieren. Kapital fließt aus Momentum in Value, aus Mega Caps in Mid Caps, aus Tech in Nicht-Tech.
📌 Tech fällt trotz steigender Earnings. Größte Bewertungskontraktion im S&P 500
Technologie liegt YTD bei -0,6 % Rendite (grün), aber das EPS-Wachstum erreicht +1,7 % (blau). Gleichzeitig fiel das KGV um -2,2 % (lila). Das ist die stärkste Multiple-Kontraktion aller S&P-500-Sektoren.
Industrials, Materials, Energy profitieren von Bewertungsausweitung, nicht von Gewinnwachstum. Tech macht das Gegenteil: Gewinnwachstum ohne Bewertungsbelohnung. Financials zeigen ein ähnliches Muster wie Tech. Der S&P 500 insgesamt gewann +1,4 % bei +0,7 % EPS und +0,6 % Multiple-Expansion. Tech underperformt den Index deutlich.
Aktuell rotiert der Markt aus Tech raus, obwohl die Fundamentals liefern.
Wusstest Du ...?
📌 Teure Bewertungen hielten den Markt seit 2013 nicht auf
US-Aktien notierten 96 % der Zeit seit 2013 im 9. oder 10. Bewertungsdezil und lieferten trotzdem starke Returns.
Die grünen Linien zeigen hypothetische Returns ab Eintritt ins 9. oder 10. Dezil. Jede dieser Phasen startete mit der Warnung "zu teuer". Jede lieferte dennoch massive Gewinne. Die klassische Annahme lautet: Hohe Bewertungen führen zu niedrigen 10-Jahresrenditen. Die Daten seit 2013 widerlegen das. Der S&P 500 handelte fast durchgängig im teuersten Dezil und brachte annualisiert über 10 %. Gewinnmargen steigen strukturell, die Indexzusammensetzung verschiebt sich zu profitableren Unternehmen, Zinsen blieben niedrig bis moderat, und Liquidität floss weiter in Aktien. Bewertungen blieben hoch, weil die Fundamentals nachzogen. Seit zwei Jahren 0,0 Bewertungsexpansion.
Wer 2013 verkaufte, weil Bewertungen zu hoch waren, verpasste 200 %+ Return. Wer 2016 ausstieg, verpasste 135 %+. Timing basierend auf absolutem Bewertungsniveau schlug seit über einem Jahrzehnt fehl. Das heißt nicht, dass Bewertungen irrelevant sind. Aber ihre Aussagekraft für kurzfristige oder mittelfristige Returns ist schwächer, als viele Modelle suggerieren. Seit 2013 funktionierte: investiert bleiben, nicht verkaufen wegen teurer Multiples. Bewertung allein ist und bleibt kein Timing-Tool.
📌 Starkes Gewinnwachstum liefert historisch die niedrigsten Renditen
Das höchste EPS-Wachstums-Quintil (23 bis 74 %) brachte durchschnittlich nur 7,2 % S&P-500-Rendite über die folgenden zwölf Monate. Das ist die niedrigste Durchschnittsrendite aller fünf Quintile. Quintile 4 mit moderatem Wachstum (6-11 %) lieferte dagegen 12,7 %. Selbst das niedrigste Wachstums-Quintil (0-6 %) erreichte 9,2 %. Je stärker das Gewinnwachstum, desto schwächer die Aktienperformance.
Die Mechanik ist klar. Der Markt antizipiert, er reagiert nicht. Wenn Analysten 15 %+ EPS-Wachstum für 2026 prognostizieren, ist das längst eingepreist. Die Kurse sind bereits gestiegen, bevor die Gewinne kommen. Sobald die Zahlen eintreffen, bleibt kein Überraschungspotenzial. Bei niedrigem erwartetem Wachstum liegt die Latte tiefer. Schon moderate Beats treiben die Kurse.
Die Standardabweichung zeigt zusätzliche Risiken. Hohe Erwartungen bedeuten nicht nur niedrigere Durchschnittsrenditen, sondern auch höhere Volatilität. Falls die 15 % nicht kommen, korrigiert der Markt scharf. Der Markt hat die Story bereits gekauft. Jetzt muss sie sich beweisen.
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Spannende Earnings diese Woche
📅 Am Montag:
☀️ –
🌙 US Feiertag
📅 Am Dienstag geht es weiter mit:
☀️ 3M, US Bancorp, DR Horton, Keybank, Porsche, Wise, Fastenal
🌙 Netflix, Rio Tinto, United Airlines, Interactive Brokers
📅 Zur Wochenmitte warten:
☀️J&J, Charles Schwab, Prologis, Travelers, Lynas Rare Earth
🌙 -
📅 Am Donnerstag folgen:
☀️ P&G, GE, Abbott, Investor AB, Freeport McMoran, EQT, Rockwell Automation, Colgate
🌙 Visa, LVMH, SK Hynix, Intel, KLA, Intuitive Surgical, Capital One, FICO, Alcoa, Kimberly Clark
📅 Zum Wochenabschluss:
☀️ Schlumberger, Ericsson
🌙 –
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Euer Valentin











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