CREDO – Scheinbar glaubt man erst dem Broadcom-CEO
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- Credo Technology Group Holding Ltd - ISIN: KYG254571055 - Kurs: 102,320 $ (Nasdaq)
Nachbörslich war die Aktie zweitweise positiv gedreht, schloss aber letztlich mit -14 %. Für mich eine ganz klare Gelegenheit und falsche Reaktion. Im AktienPuls360 wurde die 100 USD als erneute Chance vorgestellt und mit den Broadcom-Earnings geht die Idee vollständig auf.
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| Kennzahl | Aktuelles Quartal | Vorjahr | Vorquartal | YoY | QoQ |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz (GAAP) | 407,0 Mio. USD | 135,0 Mio. USD | 268,0 Mio. USD | ▲ 201,5% | ▲ 51,9% |
| Bruttomarge (GAAP) | 68,5% | 63,6% | 67,5% | ▲ 4,9 PP | ▲ 1,0 PP |
| Operatives Ergebnis (GAAP) | 149,6 Mio. USD | 26,2 Mio. USD | 78,8 Mio. USD | ▲ 471,2% | ▲ 89,9% |
| Operative Marge (GAAP) | 36,8% | 19,4% | 29,4% | ▲ 17,4 PP | ▲ 7,4 PP |
| Nettoergebnis (GAAP) | 157,1 Mio. USD | 29,4 Mio. USD | 82,6 Mio. USD | ▲ 435,2% | ▲ 90,2% |
| Nettomarge (GAAP) | 38,6% | 21,7% | 30,8% | ▲ 16,9 PP | ▲ 7,8 PP |
| Operativer Cashflow | 166,2 Mio. USD | 61,6 Mio. USD | ▲ 169,8% | ||
| Free Cashflow | 139,7 Mio. USD |
Der Umsatz stieg auf 407,0 Mio. USD und lag damit 51,9 % über dem Vorquartal sowie 201,5 % über dem Vorjahr. Die drei größten Kunden wuchsen allesamt sequenziell und standen im Quartal für 39, 32 und 17 % des Umsatzes. Kundenkonzentration ist kein Grund für den Sell-off, denn die ist keine Neuheit und genauso bei Arista, Nvidia, Broadcom, Marvell, Astera Labs ... gegeben.
Die GAAP-Bruttomarge erreichte 68,5 %, die GAAP-EBIT-Marge lag bei 36,8 (Non-GAAP bei 49,6 %). Die OpEx wuchsen im mittleren 30er-Prozentbereich aufgrund von höheren projektbezogenem R&D-Aufwand und zusätzlichem Hiring.
Der operative Cashflow stieg auf 166,2 Mio. USD, CapEx lag bei 26,5 Mio. USD und der Free Cashflow bei 139,7 Mio. USD. Das Inventar stieg auf 208,0 Mio. USD und damit sequenziell um 57,8 Mio. USD, was zum Bild einer aktiv vorbereiteten Lieferkette passt.
Die AEC-Produktlinie hat erneut stark performt, nicht nur durch bestehende Kunden, sondern auch neue Wins, darunter ein fünfter Hyperscaler. AECs sind essenziell für Intra-Rack- und Rack-to-Rack-Verbindungen bis sieben Meter. Ein De-facto-Standard aufgrund der Zuverlässigkeit, Energieeffizienz und Total Cost of Ownership (bis zu 1.000-mal höhere Zuverlässigkeit gegenüber standardisierten laserbasierten Optikmodulen sowie etwa halbierten Stromverbrauch). Gleichzeitig betonte das Management, dass die Branche noch früh in der AEC-Adoption ist und dass 100G-per-Lane-Deployments weiterlaufen, während der Übergang zu 200G per Lane und 1,6T die Position von Credo eher stärkt.
Active Electrical Cables sind wichtig, weil bei 800G und 1,6T reine Kupferverbindungen über kurze Distanzen schnell an Dämpfung, Jitter und Signalverzerrung leiden und das Signal deshalb aktiv regeneriert werden muss. In KI-Clustern wird genau das kritisch, weil jede instabile Verbindung zwischen GPU, Switch und Rack zum Ausfallpunkt werden kann. Deshalb werden AECs mit steigender Datenrate vom optionalen Bauteil zum Pflichtbestandteil moderner KI-Infrastruktur.
Auch Ethernet-Retimer wuchsen deutlich, sowohl in klassischen Switching-Fabrics als auch im schnell wachsenden KI-Server-Segment. Die PCIe-Gen6-Retimer bleiben auf Kurs, wobei die in 2026 gewonnenen Designs laut Management ab 2027 in Produktionsumsätze übergehen sollen.
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Das wichtigste der Earnings
Im Produktnarrativ war die auffälligste Veränderung der vorgezogene Zeitplan bei ZeroFlap Optics. Credo meldete bereits Produktionsauslieferungen an den ersten Neocloud-Kunden und befindet sich nach eigener Aussage bei drei weiteren Kunden in der Qualifikation, darunter Hyperscaler und Neocloud-Betreiber.
Noch wichtiger war die zeitliche Einordnung aus dem Q&A. Während Credo zuvor einen Ramp erst in der zweiten Hälfte von 2027 signalisiert hatte, erwartet Credo nun einen signifikanten Produktionshochlauf bereits ab Q1 2027. Für 2027 rechnet man mit mehr als vier rampenden ZeroFlap-Kunden. ALCs bleiben ein Thema für 2028, nachdem Sampling und Qualifikation in 2027 anlaufen sollen. OmniConnect sieht das Unternehmen ebenfalls erst ab 2028 im Ramp.
Die zentrale Debatte: Kupfer vs. Optics
Die letzten Monate waren davon geprägt, dass Lumentum, Ciena, Coherent, Fabrinet & Co explodierten, während Astera Labs oder Credo zurückblieben. Das übertriebene Marktnarrativ ist, dass Optics alles ablösen werden, was man deutlich differenzierter sehen muss.
Es geht nicht darum, ob Kupfer Optik verdrängt oder umgekehrt, sondern dass sich der Markt entlang von Reichweite, Zuverlässigkeit, Stromverbrauch und Gesamtkosten segmentiert. Wo Kupfer sinnvoll einsetzbar ist, wird weiter Kupfer genutzt, weil AECs bei kurzen Distanzen klare Vorteile bei Zuverlässigkeit, Energieeffizient und Total Cost of Ownership haben; zugleich investiert Credo seit Jahren stark in optische Lösungen, weil mit steigender Datenrate und wachsender Clustergröße auch der optische Anteil zunimmt.
AECs bleiben der Standard für Intra-Rack- und kurze Rack-to-Rack-Verbindungen, ZeroFlap Optics adressiert längere optische Strecken mit höherer Zuverlässigkeit, und ALCs (Active LED Cables) sollen künftig die Lücke dazwischen schließen, wenn Kupfer an Reichweite verliert, klassische Optiken aber bei Zuverlässigkeit, Energiebedarf oder Kosten Nachteile haben.
Genau deshalb spricht vieles eher für eine mehrjährige Koexistenz mit schrittweiser Verschiebung zugunsten optischer Infrastruktur als für einen sofortigen Komplettwechsel. Und wie gesagt, Credo ist hier auch nicht untätig.
Dem Broadcom-CEO glaubt die Börse dann
Hock Tan stellte im Earnings Call Direct-Attach-Copper als bevorzugte Lösung "as long as you can" heraus und begründete dies mit niedrigster Latenz, geringstem Stromverbrauch und niedrigsten Kosten. Genau davon hatte ich oder auch der Credo-CEO gesprochen, dem hatte man im Earnings Call nicht geglaubt.
Co-Packaged Optics (Lumentum, Coherent, Ciena, Fabrinet, ...) ordnete er als "bright shiny object" ein, dem man kurzfristig nicht nachlaufen müsse, und verknüpfte dies mit der Roadmap, über 200G SerDes und perspektivisch 400G SerDes den Einsatz von Kupfer im Rack länger auszudehnen. Nichts Neues! Ich sagte ja, dass CPO erst ab Ende 2026 (eher Anfang 2027 relevanter wird) und sowohl Laser als auch Kupfer koexistieren werden. Die Börse hat mal wieder ein extremes Narrativ gespielt mit "Kupfer ist direkt komplett weg und CPO schon da".
Ausblick
Credo erwartet 425 bis 435 Mio. USD Umsatz, was am Midpoint 430 Mio. USD entspricht und einem QoQ Plus von rund 5,7 % sowie einem YoY-Wachstum von rund 152,9 % entspricht. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll bei starken 64 bis 66 % liegen. Für 2027 stellte das Management darüber hinaus sequenzielles Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein Wachstum von mehr als 50 % gegenüber 2026 in Aussicht.
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Fazit
Für mich ist der Rücksetzer eine Gelegenheit, um aufzustocken und es würde mich nicht wundern, wenn die Analystenschätzungen weiter zulegen. Ich bin und bleibe investiert. Eine Verdopplung in 2026? Weiter möglich, wenn sich das falsche Narrativ legt. Mein Top Pick Lumentum hat die Verdopplung bereits hinter sich. Und die spekulative IndiumPhosphid-Wette hat sich mehr als verdreifacht. Ich bin zuversichtlich, dass Credo nachzieht.
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