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18:00 Uhr, 06.03.2026

Strike startet neue Bitcoin-Kreditlinie: Von BTC leben, ohne je zu verkaufen?

Mitten im Bärenmarkt kündigt Strike-CEO Jack Mallers eine neue "Bitcoin-Kreditlinie" an. Für wen das Angebot geeignet ist – und für wen nicht.

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Jack Mallers verkündet den Start einer neuen Bitcoin-Kreditlinie, die überzeugten Hodlern ermöglichen soll, von ihren Coins zu leben, ohne jemals verkaufen zu müssen. Der Gründer und CEO von Strike, einem US-amerikanischen Krypto-Zahlungsanbieter, will die berüchtigte “spekulative Attacke” gegen den US-Dollar für alle zur Normalität machen. Die Überlegungen dahinter sind denkbar simpel: “In Bitcoin sparen. Fiat ausgeben. Verkauf vermeiden. Besseres Geld sparen. Mehr Sats ansammeln.”

Der 31-Jährige Unternehmer lebt nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren im Bitcoin-Standard und besitzt selbst keinerlei Fiatgeld mehr. Aber: Wer seine BTC im Alltag nutzen wollte, musste sie bislang meist verkaufen. Das führt nicht nur zu steuerpflichtigen Ereignissen, sondern bedeutet auch, auf mögliche Kursgewinne zu verzichten.

Bestehende Bitcoin-besicherte Kredite wiederum sind häufig als kurzfristige Darlehen mit fester Laufzeit von beispielsweise 12 Monaten konzipiert und eignen sich daher nur bedingt für laufende Ausgaben. Dieses Problem will der für seine Bitcoin-Begeisterung bekannte Strike-CEO jetzt angehen – mit einem Produkt, dass er zunächst vor allem “für sich selbst” gebaut habe.

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Mit der neuen Bitcoin Line Of Credit (BLOC) können sich Strike-Nutzer fortan Fiatgeld gegen ihre Bitcoin als Sicherheit leihen, ohne die BTC-Bestände verkaufen zu müssen. Anders als bei klassischen BTC-Krediten handelt es sich um eine revolvierende Kreditlinie, bei der nur der tatsächlich genutzte Betrag verzinst wird und die jederzeit erneut genutzt werden kann. Die Rückzahlung erfolgt ähnlich flexibel wie bei einem Wertpapierkredit. “Was wäre, wenn du dein Leben mit geliehenem Fiat leben könntest, während dein Bitcoin unangetastet bleibt und weiter im Wert steigt?“, sagt Mallers über das Konzept hinter der Kreditlinie.

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Mit der App können Nutzer beispielsweise Rechnungen bezahlen, Geld überweisen oder Bargeld abheben, während im Hintergrund automatisch der benötigte Kreditbetrag gezogen wird. Die Bitcoin-Kreditlinie startet allerdings mit einem vergleichsweise hohen Zinssatz von rund 13 Prozent pro Jahr und steht aktuell nur Kunden in den US-Bundesstaaten Massachusetts und Georgia zur Verfügung. Laut dem Strike-CEO sollen bereits in den kommenden Wochen weitere Regionen folgen.

Auch Bärenmärkte sieht Mallers nicht als grundsätzliches Problem für das Kreditprodukt. Entscheidend sei vor allem, wie hoch der Kredit im Verhältnis zu den hinterlegten Bitcoin ausfällt und wie aggressiv Nutzer die Kreditlinie einsetzen. Wer die Beleihungsquote niedrig halte, könne selbst starke Kurseinbrüche überstehen, argumentiert der Strike-CEO. Zudem sei der Zinssatz im Verhältnis zur erwarteten Bitcoin-Rendite zu bewerten: “Die einzige Frage, die wirklich zählt, ist, ob Bitcoin deine Kreditkosten übertreffen kann”. Angesichts der langfristigen Kursentwicklung von Bitcoin seien die 13 Prozent daher vertretbar.

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Mehrere X-Nutzer äußern ihre Bedenken unter dem vom Strike-CEO geteilten Video mit der Produktankündigung. “Klingt nach einer weiteren Art und Weise, wie Bitcoin-Nutzer ihre BTC verlieren können”, schreibt ein Kommentator. Ein anderer fragt skeptisch: “Was macht dieses Angebot besser als […] Privatkredite von Banken mit unter 10 Prozent Zinsen, bei denen man keine Bitcoin antasten muss?”

Mallers hält die Kritik aber für überzogen und verweist auf ein von ihm veröffentlichtes Simulationstool. Dort können Nutzer verschiedene Szenarien durchspielen und prüfen, wie sich eine Bitcoin-Kreditlinie in unterschiedlichen Marktphasen entwickeln würde. Entscheidend bleibe eine niedrige Beleihungsquote. Wer den Kredit vorsichtig nutzt und das Verhältnis von Schulden zu Bitcoin im Blick behält, könne laut Mallers selbst starke Kursrückgänge von 80 Prozent problemlos überstehen.

Strike-Vermögenskalkulation für 5 Jahre (1 BTC zu Beginn, 50 Prozent jährliches Wachstum) I Quelle: liveonbitcoin

Ob die Kreditlinie tatsächlich zum eigenen Investmentstil passt, hängt jedoch stark vom Einzelfall ab. Für alteingesessene Bitcoiner mit größeren BTC-Beständen und stabilem Einkommen ist sie eine interessante Möglichkeit, um Liquidität zu schaffen, ohne Coins verkaufen zu müssen. Gerade langfristig orientierte Hodler könnten dadurch die eigenen BTC unangetastet zu lassen, aber zugleich einen Teil ihrer Ausgaben finanzieren. Für Einsteiger oder Anleger mit kleinen BTC-Positionen dürfte das Modell dagegen deutlich riskanter sein. Das Grundprinzip bleibt also weiterhin: “Stay humble, stack Sats”.

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