Irankrieg eskaliert wieder - Ölpreis aber nur leicht im Plus
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Erwähnte Instrumente
- WTI Öl - WKN: 792451 - ISIN: XC0007924514 - Kurs: 72,476 $/bbl. (GBE brokers)
Neue US-Militärschläge gegen iranische Ziele und das Ende einer wichtigen Ausnahmegenehmigung für Ölexporte nähren Zweifel, ob die diplomatische Annäherung Bestand haben kann.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos griffen amerikanische Streitkräfte mehr als 80 Ziele in Iran an. Dazu gehörten Luftabwehrsysteme, Kommandozentren, Radaranlagen an der Küste, Fähigkeiten zur Bekämpfung von Schiffen sowie mehr als 60 kleinere Boote der Revolutionsgarden. Washington bezeichnete die Operation als direkte Reaktion auf jüngste Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Energierouten der Welt.
Parallel verschärfte das US-Finanzministerium die wirtschaftlichen Sanktionen und entzog eine Ausnahmegenehmigung, die Iran den Verkauf von Öl auf internationalen Märkten ermöglicht hatte. Diese Regelung galt als ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung vom 17. Juni, die eine Wiederöffnung der Straße von Hormus und eine Grundlage für weitere Gespräche schaffen sollte.
Ölmarkt reagiert auf neue Eskalationsrisiken
Die Märkte reagierten unmittelbar auf die wachsende Unsicherheit. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um mehr als 2 % und näherte sich der Marke von 76 USD je Barrel. Der Anstieg folgt auf eine Phase sinkender Preise, nachdem die Spannungen im zweiten Quartal zunächst nachgelassen hatten.
Für Investoren rückt damit erneut das Risiko von Versorgungsstörungen in den Fokus. Die Straße von Hormus ist eine strategische Schlüsselroute für den globalen Ölhandel. Jede Einschränkung des Schiffsverkehrs könnte die Energiepreise erhöhen und neue Inflationssorgen auslösen.
Noch im Frühjahr hatte Brent zeitweise über 126 USD je Barrel notiert, nachdem der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran eskaliert war. Die anschließende Entspannung und die Hoffnung auf eine politische Lösung hatten die Preise zuletzt wieder deutlich fallen lassen.
Gegenseitige Vorwürfe gefährden Friedensprozess
Washington und Teheran werfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die USA machen Iran für eine Reihe von Angriffen auf Handelsschiffe verantwortlich. Teheran wiederum bezeichnet sowohl die amerikanischen Militäraktionen als auch die Rücknahme der Öl-Ausnahmeregelung als Bruch der Vereinbarung.
Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi kündigte "entschlossene Maßnahmen" als Reaktion an. Auch Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf verschärfte den Ton gegenüber Washington und erklärte: "Die Zeit von Einschüchterung und Erpressung ist vorbei."
Trotz der Eskalation signalisieren beide Seiten bislang, den diplomatischen Prozess nicht vollständig aufgeben zu wollen. Ziel der Gespräche bleibt eine langfristige Einigung über das iranische Atomprogramm und die künftige Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf.
Fazit: Die Märkte reagieren heute Morgen besonnen auf die jüngste Eskalation im Iran-Konflikt. Eskaliert die ganze Sache aber über mehrere Tage weiter, dann dürfte der Ölpreis wieder deutlich anziehen und zu einer erneuten Belastungsprobe werden. Der Iran hat jedenfalls größere Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Reiseaktien wir TUI oder Lufthansa dürften heute leiden.

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