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13:39 Uhr, 30.09.2021

Industrie in Japan und China: Ein Moloch an Problemen

Die Industrie in den zwei größten asiatischen Volkswirtschaften - China und Japan - hatte im August mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen.

Tokio/ Peking /(Godmode-Trader.de) - Die industrielle Produktion in Japan ist im August den zweiten Monat in Folge gefallen. Die Erzeugung ging um 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Im Juli war ein Minus von 1,5 Prozent verzeichnet worden.

Vor allem die japanische Auto- und Elektroindustrie produzierte infolge des weltweiten Mangels an Halbleitern weniger. Der Mangel an Bauteilen dürfte auch im September und Oktober für weniger Produktion sorgen.

In China bringen Engpässe bei der Kohleversorgung und Stromausfälle Unternehmen in Bedrängnis. Vor allem die Schwerindustrie leidet unter den Stromaussetzern. Bei dem Energie-Engpass spielen auch strengere Emissionsnormen ein Rolle. Das hat zu weitreichenden Drosselungen des Stromverbrauchs geführt, während die Nachfrage nach Energie steigt. Die Regierung in Peking will den Stromverbrauch in diesem Jahr um drei Prozent senken, um die eigenen Klimaziele zu erreichen.

Die Stromausfälle haben im September die Industrietätigkeit ausgebremst. Der offizielle Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes lag bei 49,6 Zählern nach 50,1 Punkten im August, wie das Nationale Statistikamt NBS mitteilte. Das Barometer rutschte damit zum ersten Mal seit Februar 2020 unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Laut Reuters schätzt die US-Bank Goldman Sachs, dass rund 44 Prozent der chinesischen Industrieaktivitäten von den Stromengpässen betroffen sind, was das Wirtschaftswachstum belasten dürfte.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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