Harvard zeigt, warum süße Getränke gefährlicher sind als gedacht
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Die Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health und der University of Toronto haben in einer der bislang größten Langzeitstudien zum Thema Ernährung untersucht, wie sich süße Getränke in der Kindheit und Jugend auf die Gesundheit im Erwachsenenalter auswirken. Dafür wurden fast 25.000 Teilnehmer der bekannten Growing Up Today Study über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren begleitet. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Wer bereits in jungen Jahren regelmäßig zu Cola, Limonade, Sportgetränken oder größeren Mengen Fruchtsaft griff, entwickelte später deutlich häufiger Bluthochdruck. Teilnehmer, die täglich mindestens zwei gezuckerte Getränke konsumierten, hatten ein um 52 % höheres Risiko als Personen, die solche Getränke seltener als dreimal pro Woche tranken. Schon jede zusätzliche tägliche Portion Cola war mit einem um 23 % höheren Risiko verbunden, bei Sportgetränken lag der Anstieg sogar bei 36 %. Selbst Fruchtsaft schnitt schlechter ab als viele erwarten würden. Wer mindestens 1,5 Gläser täglich trank, hatte ein um 35 % erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Beim Orangensaft beobachteten die Wissenschaftler zusätzlich einen Risikoanstieg von rund 20 % pro täglicher Portion, weisen allerdings darauf hin, dass einige Teilnehmer möglicherweise gezuckerte Orangengetränke als Orangensaft angegeben hatten und dieses Ergebnis deshalb vorsichtig interpretiert werden sollte.
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie lautet jedoch: Nicht die gesamte Fruktoseaufnahme war problematisch, sondern ihre Quelle. Zucker aus Getränken stand mit einem höheren Blutdruckrisiko in Zusammenhang, Zucker aus ganzen Früchten dagegen überhaupt nicht. Das deutet darauf hin, dass Ballaststoffe, die natürliche Zellstruktur der Früchte sowie Inhaltsstoffe wie Polyphenole, Kalium und Vitamin C die Aufnahme des Zuckers verlangsamen und gleichzeitig schützende Effekte auf Herz und Gefäße ausüben. Flüssiger Zucker gelangt dagegen besonders schnell in den Blutkreislauf, belastet die Leber stärker, kann die Bildung von Harnsäure und Blutfetten fördern und langfristig die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen.
Besonders interessant sind auch die Berechnungen der Forscher, was bereits kleine Veränderungen bewirken könnten. Würde täglich nur ein gezuckertes Getränk durch Wasser ersetzt, ließe sich das langfristige Bluthochdruckrisiko rechnerisch um etwa 9 % senken. Der Austausch gegen Milch ergab einen Rückgang von rund 13 %, der Ersatz durch eine Portion ganze Früchte sogar um etwa 22 %. Auch der Tausch von Fruchtsaft gegen frisches Obst war mit einer geschätzten Risikoreduktion von 19 % verbunden. Obwohl die Studie als Beobachtungsstudie keinen direkten Ursache Wirkung Beweis liefern kann und die Ernährungsangaben auf Selbstauskünften beruhen, besitzt sie aufgrund ihrer Größe, der jahrzehntelangen Nachbeobachtung und der Veröffentlichung im renommierten Fachjournal Circulation ein hohes wissenschaftliches Gewicht. Ihre zentrale Botschaft ist eindeutig: Für die langfristige Herz Kreislauf Gesundheit scheint es einen erheblichen Unterschied zu machen, ob Zucker getrunken oder gegessen wird. Ganze Früchte erwiesen sich als unproblematisch, während regelmäßiger Konsum süßer Getränke bereits in jungen Jahren das Risiko für Bluthochdruck im Erwachsenenalter deutlich erhöhen kann.

@Riccardo90 Was ich hier berichte, sind absolute Basics, die kaum jemand in Frage stellt. Thema: Metabolisches Syndrom! Zuckerhaltige Getränke gehören zu den stärksten ernährungsbedingten Risikofaktoren für die Entstehung des metabolischen Syndroms. Dabei ist nicht der Zucker allein entscheidend, sondern vor allem seine Darreichungsform. Flüssiger Zucker wird besonders schnell aufgenommen, sättigt kaum und führt dadurch häufig zu einer deutlich höheren Kalorienaufnahme. Zahlreiche große Kohortenstudien und Meta Analysen zeigen, dass Menschen mit hohem Konsum von Softdrinks und anderen gezuckerten Getränken häufiger Übergewicht, Typ 2 Diabetes, Fettleber, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen entwickeln.
@Riccardo90 Bist du Verantwortlicher von Coca-Cola ? Zu meiner Person. Ich habe ursprünglich Medizin studiert, volle 6 jahre + großes Staatsexamen. Das Thema Gesundheit ist eines meiner Hobbys, genauso wie die Börse. Ich kenne mich sehr gut mit Gesundheitsthemen aus.
Ich kann mir vorstellen, dass dich die Main Message aufbringt. Die Wirkung eines Lebensmittels ergibt sich aus dem Zusammenspiel seiner hunderten bis tausenden Inhaltsstoffe. Ein isoliertes Vitamin als Pulver oder Kapsel kann diese komplexen Wechselwirkungen meist nicht nachbilden! Ess den Apfel, lass die Vitamin C etc Pille weg.
Ein Beispiel. Schon in den 1980er und 1990er Jahren fiel auf, dass Menschen mit einem hohen Verzehr von Obst und Gemüse ein geringeres Lungenkrebsrisiko hatten. Die logische Schlussfolgerung lautete damals: Beta Carotin muss schützen. Als große randomisierte Studien Rauchern Beta Carotin Kapseln verabreichten, geschah jedoch das Gegenteil. Das Lungenkrebsrisiko stieg. Heute gilt dies als Paradebeispiel dafür, dass nicht ein einzelner Pflanzenstoff den gesundheitlichen Nutzen erklärt, sondern das Zusammenspiel der gesamten Frucht oder des Gemüses.
Was hier nicht erwähnt wurde, was aber nicht verwunderlich ist, denn dafür müsste man sich mit Studiendesings wissenschaftlicher Publikationen auskennen, ist, dass es sich hier rein um eine prospektive, longitudinale Beobachtungsstudie handelt.
Vereinfacht gesagt werden dort den Leuten keine Auflagen gemacht, wie sie ihr Leben leben sollen, sondern über Fragebögen wird eine Auswertung gemacht. Sprich es handelt sich hier um keinen kausalen Zusammenhang, denn man kann nicht alle unbekannten Variablen einfach herausnehmen und die eine bekannte (und da auch nur auf Vertrauen erhobene) Variable als Bezugspunkt nehmen und daraus einen kausalen Zusammenhang herstellen. Sowas ist höchst unseriös.
Übrigens wird das von den Studienleitern auch ausdrücklich so in der Studie benannt, was ich aber im obigen Text vermisse.
Was das ganze mit Börse und Finanzen zu tun hat ist die andere Sache, aber ich würde Herrn Weygand bitten in Zukunft im Text zu vermerken, dass er nicht vom wissenschaftlichen Fach ist und daher keine fundierte Aussage über den Gehalt eines wissenschaftlichen Papers geben kann.
Die Auswertung ist so nicht korrekt und die Erkenntnisse der Studie können lediglich als "Vorstufe" echter Wissenschaft angesehen werden. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um Fakten, auch die Studiengruppe sagt das so ausdrücklich!