Analyse
12:20 Uhr, 06.11.2023

HAPAG-LLOYD - Volltreffer! Schiff versenkt!

Als Kinder haben wir früher häufig "Schiffe versenken" gespielt. So war auch meine Überschrift Anfang März entsprechend gedacht, als ich über den merkwürdig hohen Aktienkurs von Hapag-Lloyd berichtet hatte.

Erwähnte Instrumente

  • Hapag-Lloyd AG
    ISIN: DE000HLAG475Kopiert
    Kursstand: 117,000 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • Hapag-Lloyd AG - WKN: HLAG47 - ISIN: DE000HLAG475 - Kurs: 117,000 € (XETRA)

Lies dir den damaligen Artikel gerne noch einmal durch. Damals wurde die Aktie durch eine Sonderdividende noch einmal in völlig absurde Höhen getrieben. Bei einem Aktienkurs von 279 EUR lautete mein Urteil daher schon: „Rein rechnerisch sehe ich die Aktie mittelfristig eher wieder im Bereich zweistelliger Kurse, also unterhalb von 100 EUR, ankommen. Rette sich, wer kann.“

Völliger Kollaps der Charterraten

Das Manager Magazin berichtet heute an prominenter Stelle vom Preiskampf der Reedereiriesen. Diese steuern mit großen Schritten in die nächste Krise hinein. Absehbar war das allerdings schon länger. Jetzt ist es auch beim Aktienkurs von Hapag-Lloyd angekommen.

Trotz deutlich sinkender Frachtraten kommen derzeit viele neue Kapazitäten auf den Markt. Ein Fehler, der schon während der Finanzkrise zahlreichen Unternehmen zum Verhängnis wurde. Hohe Dividenden, Beteiligungen außerhalb des Kernbereichs (MSC kauft sich bei HHLA ein) und viele andere Dinge passen nicht in das Bild eines Marktes im Niedergang.

Auch in Deutschland haben wir, neben Hapag-Lloyd, in der Branche tätige Unternehmen, beispielsweise Ernst Russ. In Norwegen sitzt MPC Container. Auch diese Unternehmen werden mit auslaufenden Charterverträgen anschließend hohe Einbußen hinnehmen müssen. Wer sich sturmfest aufgestellt hat, ist im Vorteil. Der Branchendienst Drewry prophezeit der Branche kommendes Jahr 15 Mrd. USD Verlust!

Wie das Manager Magazin berichtet, seien die Reeder trotz Krise viel zu entspannt. Alle hätten die Kasse voll und rennen sehenden Auges ins Verderben. Ein Reeder mit leerer Kasse würde wohl reagieren, ein Reeder mit voller Kasse hingegen bleibt stur auf Kurs, erklärt Branchenexperte Alan Murphy dem Magazin.

Fazit: Noch wissen wir nicht, wie schlimm die Krise den Reedern zusetzen wird und wie lange sie andauert. 2024/25 werden wohl bittere Jahre für die Branche. Metzler senkt das Kursziel für die Hapag-Lloyd-Aktie heute auf 99 EUR und bleibt auf "Verkaufen". Die Analysten rechnen im vierten Quartal sogar mit einem Verlust. Kommendes Jahr dürfte düster werden. Die Aktie gilt es weiter zu meiden!

Jahr 2022 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 34,54 18,12 15,60
Ergebnis je Aktie in EUR 96,89 18,46 6,51
KGV 1 6 18
Dividende je Aktie in EUR 63,00 10,00 3,00
Dividendenrendite 53,85% 8,55% 2,56%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Hapag-Lloyd AG-Aktie
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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3. Im Premium-Service Trademate betreut er das Depot "Deutsche Aktien".

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