Fed-Protokoll: Zinssenkungen werden unsicherer
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Beim Zinsentscheid am 30. April hatte die US-Notenbank den Leitzins wie erwartet konstant gehalten. Das Zielband für die Fed Funds Rate wurde bei 3,50 % bis 3,75 % belassen. Die Entscheidung war mit ungewöhnlich vielen Gegenstimmen getroffen worden: Zum ersten Mal seit Oktober 1992 hatte es vier Gegenstimmen gegeben. Drei der Mitglieder des Offenmarktausschusses hatten zwar den konstanten Leitzins unterstützt, wollten aber eine Streichung der Lockerungstendenz (Easing Bias) aus dem Statement zum Zinsentscheid.
Zinssenkungen werden unsicherer, Erhöhungen werden möglich
Das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll bestätigt nun, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses Zinserhöhungen zunehmend für angemessen halten, falls die Inflation dauerhaft erhöht bleiben sollte: "Eine Mehrheit der Teilnehmer betonte (...), dass eine gewisse geldpolitische Straffung wahrscheinlich angemessen werden würde, sollte die Inflation anhaltend über 2 % liegen", heißt es im Protokoll. "Um dieser Möglichkeit Rechnung zu tragen, gaben viele Teilnehmer an, sie hätten es vorgezogen, die Formulierung aus der Erklärung nach der Sitzung zu streichen, die eine Lockerungstendenz hinsichtlich der wahrscheinlichen Richtung künftiger Zinsentscheidungen des Ausschusses nahelegte." Obwohl drei Mitglieder des Offenmarktausschusses dafür stimmten, diese "Lockerungstendenz" (Easing Bias) aus dem Statement zu streichen, entschied sich der Offenmarktausschuss letztlich doch dagegen.
