Exklusive stock3 Plus Analyse: Fed-Führungswechsel und US-Inflationsdaten im Fokus
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Zum Wochenstart hat das Iran-Thema die Börsen wieder fest im Griff. Nachdem US-Präsident Donald Trump Forderungen aus Teheran als "völlig inakzeptabel" zurückgewiesen hat, wachsen Sorgen vor einer erneuten militärischen Eskalation. Der Ölpreis reagierte mit Kursgewinnen.
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US-Inflationsdaten mit Spannung erwartet
Am Dienstag um 14.30 Uhr MESZ werden die Daten zu den US-Verbraucherpreisen für April veröffentlicht. Den Erwartungen zufolge dürfte sich die jährliche Inflationsrate von 3,3 % im März auf 3,7 % im April beschleunigt haben. Bei der Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrunsgmittelpreise werden für April 2,7 % statt zuvor 2,6 % erwartet.
Solange die Straße von Hormus faktisch blockiert bleibt, steigt das Risiko, dass der Energiepreisschock die Inflation erneut nach oben treibt. Für die Aktienmärkte wäre das vor allem dann problematisch, wenn sich daraus neue Zinserhöhungsfantasien ergeben.
Nach den Verbraucherpreisdaten werden am Mittwoch auch die Erzeugerpreisdaten aus den USA veröffentlicht, die als vorlaufender Indikator für die Inflation gelten. Weitere wichtige Konjunkturdaten im Wochenverlauf sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone am Dienstag, die Industrieproduktion der Eurozone für März am Mittwoch sowie am Donnerstag BIP-Daten aus Großbritannien und der US-Einzelhandelsumsatz für April. Am Freitag wird mit dem Empire State State Manufacturing Index ein wichtiger regionaler Frühindikator in den USA veröffentlicht.
Tritt Kevin Warsh sein Amt als Fed-Chef an?
Politisch wird die Woche zusätzlich durch den erwarteten Wechsel an der Fed-Spitze aufgeladen. Die Amtszeit von Jerome Powell als Fed-Vorsitzender endet offiziell am 15. Mai 2026; sein Mandat als Mitglied des Fed-Direktoriums läuft hingegen bis Januar 2028.
Kevin Warsh soll Powell als Fed-Chef ablösen. Damit dies tatsächlich passiert, muss der US-Senat der Personalie noch zustimmen. Die Abstimmung zur Beendigung der Debatte (Cloture) wird bereits für den heutigen Montag erwartet, die endgültige Bestätigung könnte dann im Laufe der Woche folgen.
Den Bankenausschuss des Senats hat die Nominierung von Warsh bereits im April mit einer knappen Mehrheit passiert. Damals wurde nach Parteilinien abgestimmt, was nun auch für die Abstimmung im gesamten Senat erwartet wird. Bei einer erfolgreichen Bestätigung würde Warsh sein Amt bereits am Ende dieser Woche antreten und die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 16. und 17. Juni leiten.
Clarity Act: Der Kryptomarkt schaut nach Washington
Auch für den Kryptomarkt könnte die Woche wichtig werden. Der Bankenausschuss des US-Senats will am 14. Mai in einer Executive Session über den Digital Asset Market Clarity Act of 2025 beraten.
Der Gesetzentwurf soll klarer festlegen, welche digitalen Vermögenswerte unter die Aufsicht der SEC fallen und wo die CFTC zuständig wäre. Für die Branche wäre das ein wichtiger Schritt, weil regulatorische Unsicherheit seit Jahren ein zentrales Hemmnis für institutionelle Marktteilnehmer ist.
Mit "digitalen Rohstoffen" würde der Clarity Act eine neue Klasse von Finanzinstrumenten einführen, die einer geringeren Regulierungslast unterliegen als klassische Wertpapiere.
DAX-Berichtssaison erreicht ihren Höhepunkt
In Deutschland bleibt die Berichtssaison eines der wichtigsten Themen. Aus dem DAX legen in dieser Woche unter anderem Bayer, Munich Re, Siemens, Deutsche Telekom, Allianz, E.ON und Merck KGaA Zahlen vor.
Der Markt dürfte weniger auf die reinen Vergangenheitsdaten schauen als auf Ausblicke, Margen und Aussagen zu den Energiekosten. Gerade bei Industrie- und Chemiewerten stellt sich die Frage, wie stark höhere Rohstoff- und Energiekosten bereits auf Gewinne und Aufträge drücken. Anders als in den USA, wo die Unternehmensgewinne im ersten Quartal deutlich gestiegen sind, verläuft die Berichtssaison hierzulande eher verhalten.
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2026 um 12:42 Uhr von Oliver Baron



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