Exklusive stock3 Plus Analyse: Das Warten auf die Iran-Einigung geht weiter
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Ein Durchbruch im Iran-Krieg lässt weiter auf sich warten. Die Märkte hatten zuletzt auf ein bevorstehendes Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran gesetzt. Diese Hoffnung spiegelte sich zeitweise in einem niedrigeren Ölpreis, fallenden Inflationserwartungen und rückläufigen Anleiherenditen wider. Doch zu Wochenbeginn werden trotz der eigentlich geltenden Waffenrufe gegenseitige Angriffe gemeldet. Der Ölpreis legt entsprechend wieder zu, bleibt aber unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 USD je Barrel.
Für die Börsen bleibt die Rechnung einfach: Kommt es zu einer Entspannung, dürften sinkende Energiepreise, rückläufige Inflationserwartungen und niedrigere Renditen die Aktienmärkte stützen. Entscheidend bleibt dabei die Frage, wann sich die Energietransporte durch die Straße von Hormus wieder normalisieren. Eine erneute Eskalation des Krieges, vor allem mit neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in der Region, könnten schnell die Inflations- und Zinssorgen befeuern und wären damit Gift für die Aktienmärkte. Eine solche Eskalation scheinen beide Seiten weiter vermeiden zu wollen.
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KI-Boom: Computex liefert neue Impulse
Neben der Hoffnung auf eine politische Entspannung hat vor allem der Technologiesektor die Märkte zuletzt getragen. Der KI-Boom läuft weiter auf Hochtouren und im Rahmen der Berichtssaison konnten viele US-Unternehmen aus dem Technologiesektor auf ein eindrucksvolles Gewinnwachstum verweisen.
In dieser Woche richtet sich der Blick nach Taiwan. Am Dienstag beginnt dort die Computex, eine der wichtigsten Technologiemessen Asiens. Die Messe läuft bis Freitag und steht in diesem Jahr unter dem Motto „AI Together“, was den Stellenwert der Künstlichen Intelligenz unterstreicht. Mit rund 1.500 Ausstellern erreicht die Computex in diesem Jahr eine Rekordgröße.
Bereits am Montag spricht NVIDIA-Chef Jensen Huang im Umfeld der Messe. Nach den kräftigen Kursgewinnen vieler KI-Aktien werden Anleger auf neue Hinweise zur Nachfrage, zu Investitionen und zu den Lieferketten achten. NVIDIA hat zum Wochenstart bereits mit einem Paukenschlag für Aufsehen gesorgt: Mit dem RTX Spark Superchip steigt NVIDIA wieder in den CPU-Markt für PCs ein und greift damit die Platzhirsche Intel und AMD an.
US-Arbeitsmarkt: Wie stark kühlt die Wirtschaft ab?
Makroökonomisch steht der wichtigste Termin erst am Freitag an. Um 14.30 Uhr werden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Volkswirte der Banken rechnen für Mai im Schnitt mit 95.000 neuen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft, nach 115.000 neuen Stellen im April und 185.000 zusätzlichen Stellen im März.
Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 4,3 % erwartet. Bei den Stundenlöhnen wird ein Anstieg um 0,3 % gegenüber dem Vormonat angenommen. Gerade die Lohndaten sind wichtig, weil sie Hinweise auf möglichen Preisdruck im Dienstleistungssektor liefern.
Für die Märkte wäre ein moderat schwächerer Arbeitsmarktbericht vermutlich gut verkraftbar. Er könnte die Erwartung stützen, dass der Inflationsdruck nachlässt, ohne sofort größere Konjunktursorgen auszulösen. Fällt der Bericht dagegen sehr schwach aus, könnte die Sorge vor einer stärkeren Abkühlung der US-Wirtschaft zunehmen. Kommen die Löhne stärker als erwartet herein, wären wiederum neue Zweifel an baldigen Zinssenkungen möglich.
Abseits der US-Arbeitsmarktdaten liefern vor allem die Einkaufsmanagerindizes zusätzliche Hinweise zum Zustand der Konjunktur. Am Montag steht der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA an, am Mittwoch folgt der Dienstleistungssektor. In Europa werden in dieser Woche die endgültigen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global für Mai veröffentlicht.
Mögliches Stühlerücken im DAX kündigt sich an
Für den deutschen Aktienmarkt wird es am Mittwochabend noch einmal spannend. Nach Börsenschluss werden die Änderungen in der DAX-Indexfamilie bekannt gegeben. Betroffen sein können DAX, MDAX, SDAX und weitere Auswahlindizes.
Im DAX selbst könnte es zwei Änderungen geben. Als Aufstiegskandidaten gelten Hochtief und Lufthansa. Auf der anderen Seite werden Zalando und Porsche SE als mögliche Abstiegskandidaten genannt. Solche Indexentscheidungen können kurzfristig Kursbewegungen auslösen. Der Grund: Fonds und ETFs, die Indizes nachbilden oder sich an ihnen orientieren, müssen ihre Positionen anpassen.
Quartalszahlen sind in der neuen Woche fast nur an der Wall Street ein Thema. In den USA berichten Hewlett Packard Enterprise und Credo Technology (Montag), Palo Alto Networks, Dollar General und Ulta Beauty (Dienstag), Broadcom und CrowdStrike (Mittwoch) sowie Ciena und Planet Labs (Donnerstag) über das zurückliegende Geschäftsquartal.
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2026 um 12:58 Uhr von Oliver Baron



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