Evening-Flash: EZB erhöht Zinsen – Ölpreis springt fast 6 Prozent
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Der DAX schloss am Donnerstag bei 25.361,15 Punkten, ein Minus von 0,64 %. Belastet haben die Zinserhöhung der EZB, kräftig steigende Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts und ein Ausverkauf im Rohstoffsektor. Auch an der Wall Street überwiegen die Abgaben.
Marktbericht
Der DAX schloss bei 25.361,15 Punkten, ein Minus von 0,64 %. Im Tagesverlauf rutschte der Index nach der Entscheidung der EZB, die Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben, und angesichts anziehender Ölpreise bis auf 25.463 Punkte ab. Zusätzlich belasten die in Kraft getretenen schärferen US-Zölle gegen Kanada sowie kräftig fallende Metallpreise.
An der Wall Street notiert der S&P 500 bei 7.596,47 Punkten, 0,52 % schwächer als der Vortagsschluss von 7.636,36 Punkten. Der Nasdaq 100 steht bei 29.169,45 Zählern, ein Rückgang von 0,86 % gegenüber dem Vortagsschluss von 29.421,55 Punkten.
Der Ölpreis ist der auffälligste Bewegungstreiber des Tages. Brent klettert um 5,95 % auf 107,23 USD und erreicht angesichts der Lage im Nahen Osten ein Mehrmonatshoch, obwohl die US-Produktion mit knapp 14 Mio. Barrel pro Tag einen Rekord verzeichnet. Auch in Europa zieht Energie an: Der TTF-Terminkontrakt steigt auf 81,56 EUR/MWh, US-Diesel-Futures überschreiten erstmals seit 2022 die 5-USD-Marke je Gallone.
Die steigenden Energiekosten schlagen unmittelbar auf die Inflationserwartungen durch. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen steigt auf 3,50 % und damit auf ein Mehrjahreshoch, während 30-jährige US-Staatsanleihen mit 5,34 % den höchsten Stand seit Juni 2007 erreichen.
Die höheren Renditen lasten auf den zinssensiblen Anlagen. Gold gibt 1,16 % auf 4.409,10 USD nach, Bitcoin verliert 1,73 % auf 76.938,37 USD. EUR/USD notiert bei 1,16, 0,12 % leichter.
Europa
Tops & Flops Europa (L&S)
| Wert | Tag |
|---|---|
| Deutsche Börse | +2,23 % |
| Drägerwerk AG & Co. KGaA Vz | +1,44 % |
| AUMOVIO | +1,08 % |
| Salzgitter | -8,07 % |
| Bilfinger | -7,39 % |
| KION GROUP | -6,56 % |
Im Zentrum steht die EZB. Die Notenbank hebt ihre drei Leitzinsen um 25 Basispunkte an, der Einlagensatz liegt nun bei 2,50 %. Begründet wird der Schritt mit dem anhaltenden Inflationsdruck durch den Nahost-Konflikt; die Inflationsprognose steigt auf 3,0 % für 2026 und 2,5 % für 2027.
Am stärksten trifft es den Rohstoffsektor. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources verliert 3,7 %, weil die Metallpreise einbrechen und die hohen Ölpreise Konjunktursorgen schüren. Salzgitter gibt 8,1 % ab, Aurubis verliert 5,7 %, auch Rio Tinto und Glencore stehen im Sog des Sektors.
Bei den Einzelwerten sorgt Bilfinger für Bewegung: Berenberg warnt, der Konzern müsse die Profitabilität im zweiten Halbjahr deutlich steigern, um die Jahresziele zu erreichen, und senkt die Einstufung auf Hold mit einem Kursziel von 92,50 EUR. Die Aktie verliert 7,4 %.
Volkswagen steht nach einem Spiegel-Bericht im Fokus, wonach der Konzern für Stellenabbau und mögliche Werksschließungen in Deutschland bis 2030 mit bis zu 16 Mrd. EUR kalkuliert. Betroffen wären unter anderem Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Parallel konzentrieren sich die Gespräche mit der indischen JSW Group Insidern zufolge auf Kostensenkungen und den Zugang zu Exportmärkten.
Bei Intesa Sanpaolo genehmigen die Aktionäre die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des 35,4 Mrd. EUR schweren Übernahmeangebots für Monte dei Paschi. GSK plant, den Impfstoff-Standort Dresden mit rund 650 Beschäftigten bis 2028 zu schließen und die Produktion nach Kanada zu verlagern, die IG BCE kündigt Widerstand an. Bei Scout24 stockt die Bank of America ihre Gesamtbeteiligung auf 7,13 % von zuvor 4,76 % auf.
USA
Tops & Flops USA (L&S)
| Wert | Tag |
|---|---|
| Skyworks Solutions | +10,94 % |
| GoDaddy | +4,24 % |
| AppLovin | +3,93 % |
| Cooper Companies | -18,80 % |
| PTC | -9,76 % |
| Freeport-McMoRan | -7,13 % |
Aus dem Einzelhandel kommen freundliche Zahlen: Macy's übertrifft im zweiten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 0,63 USD deutlich den Konsens von 0,35 USD, während Designer Brands die Erwartungen ebenfalls übertrifft und die Jahresprognose anhebt. Lovesac verfehlt den Umsatzkonsens leicht und senkt den Ausblick, 1-800-Flowers bleibt bei Umsatz und Gewinn unter den Schätzungen.
Im Technologiesektor dominiert das Thema Werbung und KI. Amazon geht laut Bloomberg eine Werbepartnerschaft mit OpenAI für ChatGPT ein und erschließt sich damit eine neue Einnahmequelle. The Trade Desk gibt nach, weil Anleger verschärften Wettbewerb im Werbemarkt befürchten. Nvidia-CEO Jensen Huang meldet einen Anstieg der Grace-Blackwell-Auslieferungen um 27 % im Monatsvergleich, Palantir erneuert seine strategische Partnerschaft mit Fujitsu für die AIP- und Foundry-Plattformen.
Apple legt 2,2 % zu, nachdem Morgan Stanley die Einstufung Overweight mit einem Kursziel von 360 USD bekräftigt und das erwartete faltbare iPhone Duo als innovativstes Gerät des Konzerns seit Jahren bezeichnet. Unter den Verlierern findet sich Freeport-McMoRan, das im Sog fallender Metallpreise und der Konjunktursorgen rund um hohe Ölpreise und die EZB-Zinserhöhung nachgibt. Cooper Companies wird von der Bank of America von Buy auf Neutral abgestuft, das Kursziel sinkt deutlich von 80 auf 65 USD.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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