Anleihe-Ausverkauf: Die Welt muss immer mehr für ihre Schulden zahlen
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Anleger verlangen höhere Renditen, während Staaten und Unternehmen immer mehr Kapital benötigen. Was zunächst vor allem als Reaktion auf den Energiepreisschock erschien, hat sich zu einem weltweiten Ausverkauf ausgeweitet.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am Donnerstag im frühen Londoner Handel 5,33 % und damit den höchsten Stand seit 2002. Bereits im September hatte der US-Staatsanleihemarkt seinen schwächsten Monat seit 2022 erlebt. In Großbritannien kletterte die Rendite 30-jähriger Staatspapiere erstmals seit 1998 auf 6 %. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 3,62 %, entsprechende japanische Papiere mit bis zu 3,1 % und australische Staatsanleihen mit 5,4 %. Steigende Renditen bedeuten bei bereits ausgegebenen Anleihen fallende Kurse.
Eric Robertsen, Forschungschef und Chefstratege von Standard Chartered, beschreibt anhaltende Verkäufe langlaufender Papiere. "Langfristige Anleihen leiden darunter, dass ihnen ein Anker fehlt", sagte er der Financial Times. Auch Gilles Moec, Chefökonom des AXA-Konzerns, sieht laut Bloomberg noch keine verlässliche Stabilisierung: "Wir glauben nicht, dass die langfristigen Renditen bereits ein Niveau erreicht haben, auf dem sie sich zwangsläufig selbst stabilisieren."
