Analyse

EUR/USD fällt von Anderthalbwochenhoch zurück

Der italienische Notenbankchef Fabio Panetta sagt am Wochenende: „Die Zeit für eine Umkehr des geldpolitischen Kurses rückt immer näher.“

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  • EUR/USD - WKN: 965275 - ISIN: EU0009652759 - Kurs: 1,07723 $ (FOREX)

EUR/USD fällt im weiteren Verlauf des europäischen Handels am Montagvormittag von seinem am Morgen bei 1,0806 erreichten Anderthalbwochenhoch zurück. Im Tief notierte das Währungspaar bislang bei 1,0766.

Vertreter der Federal Reserve Bank (Fed) haben zuletzt mehrfach betont, dass man angesichts robuster US-Konjunkturdaten keine Eile habe, die Leitzinsen zu senken, sondern diese im Kampf gegen die hartnäckige Inflation noch länger auf dem hohen Niveau von 5,25 bis 5,50 Prozent belassen wolle.

Am Markt wird damit gerechnet, dass eine erste US-Leitzinssenkung frühestens im Mai vorgenommen wird. Laut FedWatch Tool der CME liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung des US-Leitzinses im Mai um 25 Basispunkte auf eine Spanne von dann 5,00 bis 5,25 Prozent aktuell bei 53,1 Prozent.

Neue Hinweise auf die zu erwartende US-Leitzinsentwicklung könnten die am morgigen Dienstag anstehenden US-Inflationsdaten für Januar liefern. Volkswirte erwarten im Konsens, dass die Verbraucherpreisteuerung von 3,4 Prozent im Jahresvergleich im Dezember auf 3,0 Prozent im Januar gesunken ist. In der Kernrate wird auf Jahressicht ein Preisanstieg um 3,8 Prozent erwartet, nach zuvor 3,9 Prozent. Beide Werte dürften damit weiterhin oberhalb des Inflationsziels der Fed von zwei Prozent liegen.

Neben den Inflationsdaten stehen in dieser Woche Reden einer Reihe von Fed-Vertretern auf dem Programm, darunter Neel Kashkari, Mary Daly und Ralph Bostic.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins im Januar unverändert auf dem Rekordniveau von 4,00 Prozent belassen und ihre Entschlossenheit bekräftigt, die Inflation weiterhin zu bekämpfen, auch wenn der Zeitpunkt einer ersten Zinssenkung in der Eurozone näher rückt.

Die Debatte konzentriert sich nun auf die Frage, ob die EZB bereits im April mit Zinssenkungen beginnen wird oder ob sie damit noch länger wartet. Der italienische Notenbankchef Fabio Panetta sagt am Wochenende: „Die Zeit für eine Umkehr des geldpolitischen Kurses rückt immer näher.“ Die Entwicklung in Richtung des Inflationsziels der EZB von zwei Prozent verlaufe weiterhin schnell, so Panetta, der zum Lager der geldpolitischen „Tauben“ gerechnet wird.

Gegen 11:10 Uhr MEZ notiert EUR/USD bei 1,0773. Unterhalb des Doppeltiefs vom 5./6. Februar 2023 bei 1,0722 findet sich die nächste markante Unterstützung am Tief vom 11. November 2023 bei 1,0693. Der nächste markante Widerstand liegt am Hoch vom 2. Februar 2024 bei 1,0897.

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Über den Experten

Tomke Hansmann
Tomke Hansmann
Redakteurin

Nach ihrem Studium und einer anschließenden journalistischen Ausbildung arbeitet Tomke Hansmann seit dem Jahr 2000 im Umfeld Börse, zunächst als Online-Wirtschaftsredakteurin. Nach einem kurzen Abstecher in den Printjournalismus bei einer Medien-/PR-Agentur war sie von 2004 bis 2010 als Devisenanalystin im Research bei einer Wertpapierhandelsbank beschäftigt. Seitdem ist Tomke Hansmann freiberuflich als Wirtschafts- und Börsenjournalistin für Online-Medien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Marktberichte und -kommentare sowie News und Analysen (fundamental und charttechnisch) zu Devisen, Rohstoffen und US-Aktien.

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