Expertenkommentar

DAX rettet sich dank BoE und Wall Street ins Plus - VCI: Gaspreisbremse könnte deutlich mehr als 100 Mrd. Euro kosten

stock3 Newsflash: Alles, was heute an der Börse für Trader und aktive Anleger wichtig ist. Kompakt auf den Punkt gebracht.

Erwähnte Instrumente

  • BMW AG - WKN: 519000 - ISIN: DE0005190003
  • Vonovia SE - WKN: A1ML7J - ISIN: DE000A1ML7J1
  • Jungheinrich AG - WKN: 621993 - ISIN: DE0006219934
  • VERBIO Vereinigt.BioEnergie AG - WKN: A0JL9W - ISIN: DE000A0JL9W6
  • GEA Group AG - WKN: 660200 - ISIN: DE0006602006
  • The Goldman Sachs Group Inc. - WKN: 920332 - ISIN: US38141G1040
  • Daimler Truck Holding - WKN: DTR0CK - ISIN: DE000DTR0CK8
  • KWS SAAT SE & Co. KGaA - WKN: 707400 - ISIN: DE0007074007
  • Biogen Inc. - WKN: 789617 - ISIN: US09062X1037 - Kurs: 197,790 $ (Nasdaq)
  • Apple Inc. - WKN: 865985 - ISIN: US0378331005 - Kurs: 151,760 $ (Nasdaq)
  • Commerzbank AG - WKN: CBK100 - ISIN: DE000CBK1001 - Kurs: 7,068 € (XETRA)

Schwebende Hausverkäufe sinken stärker als erwartet

Biogen legt positive Daten zu Alzheimer-Medikament vor

DAX-Vorstände verdienen 24 % mehr

EU hält Sabotage an Pipelines für wahrscheinlich

Apple will iPhone-Produktion doch nicht ausweiten

GfK-Konsumklima sinkt stärker als erwartet

Commerzbank erhöht Krisenvorsorge bei mBank

Markt

Nach dramatischen Kursverlusten hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch stabilisiert. Der DAX konnte im Xetra-Handel um 0,36 Prozent auf 12.183,28 Punkte zulegen und im frühen nachbörslichen Handel die Kursgewinne noch weiter ausbauen, nachdem er zuvor zwischenzeitlich mit 11.862,84 Punkten auf den tiefsten Stand seit November 2020 gesunken war. Nach den Inflations-, Zins- und Rezessionssorgen der jüngeren Vergangenheit sorgte für gute Stimmung, dass die Bank of England (BoE) trotz hoher Inflation in Großbritannien am Mittwoch neue Anleihenkäufe angekündigt hat. Die Notenbank reagiert mit ihren Käufen langlaufender britischer Staatsanleihen auf die jüngsten Marktturbulenzen mit einem kräftigen Anstieg der Anleiherenditen und einem dramatischen Kursrutsch beim britischen Pfund. An den Finanzmärkten wird hinter vorgehaltener Hand nun bereits spekuliert, dass möglicherweise die EZB für die Eurozone ähnliches planen könnte – obwohl Anleihenkäufe im Kampf gegen die hohe Inflation eher kontraproduktiv wirken dürften. Für gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt sorgte am Mittwoch unterdessen auch die Erholung an der Wall Street und die wieder etwas gesunkenen US-Anleiherenditen.

Analysen & Artikel des Tages

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Unternehmen

Die Gehälter der Vorstandsmitglieder aller 40 DAX-Konzerne einschließlich der Konzernchefs sind im vergangenen Jahr um 24 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt kassierten DAX-Vorstandsmitglieder im Jahr 2021 ein Gehalt von 3,9 Millionen Euro, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München hervorgeht. Die Bezüge lagen damit beim 53-Fachen der durchschnittlichen Löhne und Gehälter, nach dem 47-Fachen im Jahr zuvor. Verantwortlich für das Gehaltsplus war vor allem ein Anstieg der Gewinne der Unternehmen im DAX.

Das Biotechunternehmen Biogen und sein japanischer Partner Eisai haben offenbar einen Durchbruch bei der Entwicklung eines Alzheimer-Medikaments erzielt. In der klinischen Phase-III-Studie mit dem Antikörper Lecanemab mit 1.795 Teilnehmern wurde das Endziel erreicht. Es sei eine "statistisch signifikante Reduzierung" des motorischen und geistigen Zerfalls bei frühen Alzheimer-Patienten beobachtet worden, heißt es. Von den positiven Nachrichten profitieren zahlreiche Aktien aus dem Gesundheits- und Biotech-Sektor, so unter anderem auch die Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly, der ebenfalls ein Alzheimer-Medikament in der späten Entwicklungsphase hat. Auch die Aktien des u.a. auf Antikörper spezialisierten deutschen Biotechunternehmens MorphoSys legen kräftig zu.

Anders als zuvor berichtet will Apple die Produktion seiner iPhone-Geräte offenbar doch nicht ausweiten. Stattdessen plane Apple weiterhin mit 90 Millionen Exemplaren für das zweite Halbjahr, berichtet Bloomberg. Apple habe seinen Zulieferern mitgeteilt, die Produktion wegen des Starts des iPhone 14 nun doch nicht um bis zu sechs Millionen Einheiten zu steigern, hieß es. Erst vor wenigen Wochen war über die angebliche Produktionsausweitung berichtet worden. Apple hat neulich mit dem iPhone 14 seine neueste Produktgeneration vorgestellt und dadurch mit einem Absatzschub gerechnet, der nun aber möglicherweise nicht eingetreten ist.

Die Commerzbank muss die Vorsorge bei der polnischen Tochter mBank deutlich erhöhen. Wegen des Kreditportfolios der mBank in Schweizer Franken werde im dritten Quartal 2022 eine zusätzliche Vorsorge in Höhe von 2.336 Millionen polnischen Zloty (entspricht ca. 490 Millionen Euro) gebildet, teilte die Commerzbank am Dienstagabend mit. In entsprechender Höhe werde das operative Ergebnis des dritten Quartals der Commerzbank belastet, so die Bank. Trotzdem will die Commerzbank am Ziel, im Gesamtjahr ein Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro zu erzielen, festhalten. Die Prognose gelte, "sofern sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der geopolitischen Situation nicht deutlich verschärfen und die Unsicherheiten über die Energieversorgung keine signifikante Erhöhung der Risikovorsorge für potenzielle zukünftige Kreditausfälle erfordern", so die Commerzbank.

Porsche-IPO

Heute endet voraussichtlich die Zeichnungsfrist für die Aktien des Sportwagenbauers Porsche AG. Am Dienstag hatten die Emissionsbanken angedeutet, dass die Vorzugsaktien angesichts der großen Nachfrage zu 82,50 Euro und damit wahrscheinlich am oberen Ende der Preisspanne zugeteilt werden. Auf diesem Niveau sei die milliardenschwere Emission vielfach überzeichnet. Aktionäre, die niedrigere Zeichnungsaufträge abgegeben hätten, drohten leer auszugehen, hieß es in Mitteilungen an Investoren. Damit wird die Volkswagen-Tochter zum Ausgabepreis mit gut 75 Milliarden Euro bewertet, Volkswagen fließen 9,4 Milliarden Euro zu.

Lesen Sie hier alles über das IPO.

Konjunktur & Politik

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet mit gigantischen Kosten für den Staatshaushalt durch die von der Bundesregierung geplante Gaspreisbremse. Im Vergleich zu den 100 Milliarden Euro, die für die Bundeswehr eingeplant seien, werde wahrscheinlich ein deutlich größerer Top notwendig sein, um großen Industrien und vielen Tausend Unternehmen unter die Arme zu greifen, sagte VCI-Präsident Christian Kullmann dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Die Schuldenbremse könne unter diesen Bedingungen nicht mehr eingehalten werden.

Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der vergangenen Woche um 0,2 Millionen Barrel auf 430,6 Millionen Barrel gesunken. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg um 2,0 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Zahlen des American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten einen Anstieg um 4,2 Millionen Barrel gezeigt. Die Ölproduktion in den USA sank in der vergangenen Woche um 0,1 Millionen Barrel auf 12,0 Millionen Barrel pro Tag.

Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA ist im August stärker gesunken als erwartet. Gegenüber dem Vormonat wurde bei den schwebenden Hausverkäufen ein Rückgang um 2,0 Prozent verzeichnet, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) mitteilte. Erwartet wurde ein weniger starker Rückgang um 1,4 Prozent, nach einem Minus von revidiert 0,6 Prozent (zunächst: minus 1,0 Prozent) im Juli.

Das Defzit der USA im Warenhandel mit dem Rest der Welt hat sich im August etwas verringert. Der Handelsbilanzsaldo im Warenhandel betrug minus 87,3 Milliarden Dollar, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Der Vormonatswert wurde von minus 89,06 Milliarden Dollar auf minus 90,19 Milliarden Dollar revidiert.

Beide Kammern des russischen Parlements wollen am Montag und Dienstag der kommenden Woche über Annexionen der besetzten Gebiete im Süden und Ostern der Ukraine durch Russland entscheiden, nachdem die dort durchgeführten Scheinreferenden beendet sind und den offiziellen Angaben zufolge eine sehr große Zustimmung zum Beitritt der Gebiete zu Russland ergeben haben. Nach einer Annexion würde Russland die Gebiete als eigenes Staatsgebiet betrachten. Dies hatte Sorgen vor einer Verschärfung des Konflikts geschürt, weil Russland zum Schutz des eigenen Staatsgebietes auch den Einsatz von Atomwaffen nicht ausschließt, wie Präsident Putin in der vergangenen Woche betont hatte. Russland will nach Abhalten der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten aber offenbar weitere Gebiete der Ukraine erobern. "Sie wissen ja, dass nicht das gesamte Territorium der Donezker Volksrepublik befreit ist. Deshalb, als ein Minimum, müssen wir das gesamte Gebiet der Donezker Volksrepublik befreien", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Nordkorea hat am Mittwoch offenbar erneut ballistische Kurzstreckenraketen getestet. Zwei Raketen seien kurz nach 18 Uhr Ortszeit nahe der Hauptstadt Pjöngjang gestartet und in Richtung des Ostmeeres (Japanisches Meer) geflogen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Die Europäische Union hält es für wahrscheinlich, dass die Lecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 durch gezielte Sabotage verursacht wurden und hat mit Gegenmaßnahmen gedroht. "Alle verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass diese Lecks das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung sind", sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch. Jede absichtliche Störung der Energieinfrastruktur werde "mit einer robusten und gemeinsamen Reaktion beantwortet werden".

Das GfK-Konsumklima hat sich stärker eingetrübt als erwartet. Für Oktober sinkt der Indikator um 5,7 Zähler auf minus 42,5 Punkte, wie die GfK am Morgen mitteilte. Erwartet wurden -39,0 Punkte. "Nach einer kurzen Verschnaufpause im Vormonat setzt die Verbraucherstimmung im September ihren Sinkflug fort. Die Konjunkturerwartung wie auch die Anschaffungsneigung verzeichnen moderate Einbußen, die Einkommenserwartung stürzt auf ein neues Allzeittief ab", erläuterte die GfK. „Die derzeit sehr hohen Inflationsraten von knapp acht Prozent führen zu großen realen Einkommenseinbußen unter den Verbrauchern und damit zu einer deutlichen geschrumpften Kaufkraft“, erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Viele Haushalte sind momentan gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben beziehungsweise für deutlich höhere Heizkostenabrechnungen zurückzulegen. Entsprechend müssen sie bei anderen Ausgaben, wie zum Beispiel neuen Anschaffungen, sparen. Dies lässt das Konsumklima auf ein neues Rekordtief abstürzen.“


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