DAX® - Hammer als Mutmacher
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Hammer als Mutmacher
Nach zwei schwierigen Handelstagen kam es gestern beim DAX® zu der erwarteten Gegenbewegung. Damit signalisieren die Bullen, dass sie die obere Begrenzung der zuletzt diskutierten Dreiecksformation (akt. bei 24.994 Punkten) nicht kampflos aufgeben werden. Auf dieser Basis haben die deutschen Standardwerte gleich zwei Mutmacher ausgeprägt: Zum einen verblieb die gestrige Handelsaktivität innerhalb des Pendants des Vortages („inside day“), zum anderen bildet die gestrige Tageskerze ein klassisches „Hammer-Umkehrmuster“ (siehe Chart). Zum Wochenende könnte das Aktienbarometer deshalb versuchen, die zuletzt gerissene Abwärtskurslücke bei 25.280/25.465 Punkten einzugrenzen. Dieses Gap harmoniert auch bestens mit den verschiedenen Hoch- und Tiefpunkten seit Januar bei rund 25.500 Punkten, sodass hier das nächste Anlaufziel entsteht. Rückenwind liefert der S&P 500®, denn bei den US-Standardwerte befindet sich eine trendbestätigende Flagge in Auflösung (siehe „HSBC Daily Trading“ vom 8. Juli). Neben der o. g. Dreiecksbegrenzung markiert beim DAX® dagegen das jüngste Verlaufstief – gleichzeitig die Begrenzung des angeführten Innenstabs – bei 24.830 Punkten zusammen mit der 50-Tage-Linie (akt. bei 24.792 Punkten) einen wichtigen Rückzugsbereich.
DAX® (Daily)
Quelle: LSEG, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang
5-Jahreschart DAX®
Quelle: LSEG, tradesignal²
Von Hoch zu Hoch
Die Analyse der Marktbreite gehört nicht nur im Rahmen unseres Jahresausblicks zu unseren absoluten Pflichtaufgaben. Dass Anleger schnell und unkompliziert mit Hilfe unserer Analysemethode in die Lage versetzt werden, eine große Anzahl von Aktien zu überprüfen, zählt zweifelsohne zu den wichtigsten Stärken der Technischen Analyse. Anhand der dadurch gewonnenen Eindrücke können Investoren entscheiden, ob eine grundsätzlich gute Marktphase vorliegt, in der die Flut alle Boote hebt, oder ob der Wind eher von vorne kommt. In diesem Kontext analysieren wir besonders gerne den ältesten Marktbreiteindikator überhaupt: Die Advance-/Decline-Linie. Der Saldo aus gestiegenen und gefallenen Aktien für alle an der NYSE notierten Papiere hat den Einbruch vom Frühjahr bestens verdaut, strebt unverändert von Hoch zu Hoch und konnte neue Allzeithochs verbuchen. Gleiches gilt für die A-/D-Linie des S&P 500®, d. h. die Mehrzahl der Einzelaktien trägt die laufende Aktienrally unverändert. In der Summe stellt dieser Marktbreiteindikator unverändert einen unterstützenden Faktor für die Aktienmärkte dar.
Advance-/Decline-Linie NYSE (Daily)
Quelle: Macrobond, HSBC² / 5-Jahreschart im Anhang
5-Jahreschart Advance-/Decline-Linie NYSE
Quelle: LSEG, tradesignal²
Balanceakt: Konsolidierung oder Top
In den letzten Handelstagen – konkret seit dem Allzeithoch bei 1.741 EUR – ist die ASML-Aktie in den Konsolidierungsmodus übergegangen. Im längerfristigen Kontext gehört der Technologietitel mit einer Relative Stärke nach Levy von 1,20 weiterhin zu den absoluten Momentumwerten, doch kurzfristig steht schon auch einiges auf dem Spiel. Schließlich bildet die jüngste Kursentwicklung eine klassische Schiebezone zwischen gut 1.700 EUR auf der Ober- und 1.500 EUR auf der Unterseite. Jüngst kam es zur Belastungsprobe der zuletzt genannten Schlüsselmarke. Zusammen mit der 38-Tages-Linie und dem unteren Bolllinger Band (akt. bei 1.525/1.511 EUR) entsteht auf diesem Niveau eine wichtige Kumulationsunterstützung. Damit wird diese Bastion zur Schaltstelle, bei deren Unterschreiten das aktuelle Kräftesammeln in eine kurzfristige Topformation mit einem Abschlagspotenzial von rund 200 EUR umschlagen würde. Andererseits sorgt ein neues Allzeithoch und die damit verbundene Auflösung der angeführten Schiebezone nach oben für ein erneutes, prozyklisches Einstiegssignal. Letztlich ist also die Frage: „Top oder Konsolidierung“ entscheidend.
ASML Holding (Daily)
Quelle: LSEG, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang
5-Jahreschart ASML Holding
Quelle: LSEG, tradesignal²
Kerzen sorgen für Hoffnungsschimmer
Der Kursverlauf der Microsoft-Aktie gestaltet sich derzeit überaus spannend. Zunächst lief der jüngste Rückschlag im Bereich der horizontalen Unterstützungen bei rund 350 USD aus. Auf diesem Niveau hat der Softwaretitel seit Herbst 2021 immer wieder wichtige Hoch- und Tiefpunkte ausgebildet, sodass diese Zone als strategische Absicherung prädestiniert ist. Die Candlestickanalyse unterstreicht die Bedeutung der beschriebenen Bastion, denn zum einen hat das Papier hier ein klassisches „Hammer“-Umkehrmuster ausgeprägt, zum anderen liegt ein sog. „morning star“ vor (siehe Chart). Beide Kerzenformationen legen eine Erholung nahe. Deshalb definieren wir eine nachhaltige Rückeroberung der 200-Wochen-Linie (akt. bei 388,40 USD) als entscheidenden Katalysator für den nächsten Aufwärtsimpuls. Die Kombination aus dem oberen Bollinger Band und der Glättung der letzten 50 Wochen (akt. bei 445,29/451,90 USD) markiert im Erfolgsfall eine wichtige Zielzone. Auf diesem Niveau wird es dann nochmals spannend, denn ein Spurt über das jüngste Erholungshoch bei 466,31 USD würde sogar einen großen Doppelboden vervollständigen.
Microsoft (Weekly)
Quelle: LSEG, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang
5-Jahreschart Microsoft
Quelle: LSEG, tradesignal²
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