Darüber spricht der Markt: Starke Zahlen, harte Strafen am Markt
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Rechtfertigen Marvells Zahlen den Kurssturz trotz starkem Wachstum?
Auf dem Papier ist es ein starkes Quartal, und trotzdem straft der Markt Marvell ab. Der Umsatz kletterte um 37 % auf 2,74 Mrd. USD und übertraf die Erwartungen, das Rechenzentrumsgeschäft legte sogar um 46 % auf einen Rekordwert von 2,17 Mrd. USD zu und macht damit fast 80 % des Gesamtumsatzes aus – Wachstum über das gesamte Portfolio hinweg, dazu die Aussicht auf beschleunigte Nachfrage in den kommenden zwei Jahren. Und doch verlor die Aktie nach den Zahlen rund 8 %. Der Grund liegt weniger in den Kennzahlen selbst als in dem, was fehlt: Die Prognose enthält noch keine Umsätze aus der Google-Partnerschaft, und der Markt hatte hier offenbar mehr Klarheit erwartet. Nach dem starken Kursanstieg im Vorfeld der Zahlen liest sich der Rücksetzer eher als Neubewertung denn als Vertrauensverlust – Analysten halten trotzdem an Kurszielen von 300 USD fest.
Bei Nvidia liegt der Fall anders. Kunden schließen bis 2029 laufende Verträge für sechs Jahre alte A100-Chips ab, weil dank CUDA auch neue Modelle auf alter Hardware laufen – die installierte Basis reicht demnach schlicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Mit der kommenden Vera-Rubin-Architektur peilt Nvidia 40 Mrd. USD Umsatz je Gigawatt installierter Rechenleistung an, gegenüber 18 Mrd. USD bei Blackwell. Skeptiker erinnern trotzdem daran, dass nicht jede Halbleiterfirma dieses explosive Wachstum wiederholen kann – und dass der China-Export der neuesten Chips verboten bleibt, während auf H200-Chips ein Einfuhrzoll von 25 % lastet.
Trägt die 'SaaS-Apokalypse'-Sorge angesichts starker Softwarezahlen?
Nachdem Salesforce mit soliden Zahlen überzeugt hatte, gilt das Unternehmen vielen als Beleg dafür, dass klassische Softwareplattformen der KI-Konkurrenz standhalten – offen bleibt aber, ob damit wirklich der Tiefpunkt der Verlangsamung im Enterprise-Software-Geschäft erreicht ist. Amazon liefert am Freitag das klarere Signal: Das Cloud-Umsatzwachstum beschleunigte sich von 35 % auf 43 %, begleitet von rund 2 Prozentpunkten mehr operativer Marge im Cloud-Geschäft – die Aktie legt daraufhin fast 4 % zu. Größere Cloud-Anbieter gelten damit als relativ sicherer Rückzugsort, sollte die Zinsdebatte wieder anziehen.
Für den Softwaresektor insgesamt wird die vielzitierte „SaaS-Apokalypse“ von einzelnen Stimmen inzwischen offen als unbegründet bezeichnet. Die Partnerschaft zwischen Salesforce und Anthropic lindert die Sorge vor Verdrängung durch KI-Coding-Tools, und Software- und Hardware-Aktien bewegen sich zunehmend synchron statt gegenläufig – ein Indiz dafür, dass beide Welten sich ergänzen statt sich zu kannibalisieren. Ganz vom Tisch ist das Risiko dennoch nicht: Produkte wie Claude Code könnten bestimmte Softwareangebote perspektivisch tatsächlich ersetzen, und einzelne Anbieter dürften auf der Strecke bleiben, selbst wenn der Sektor als Ganzes profitiert.
Belegen Metas Werbezahlen Stärke trotz eingebrochenem Cashflow?
Über die vergangenen Wochen hat sich bei Meta ein zweigeteiltes Bild verfestigt. Auf der positiven Seite steht ein handfester Werbeerfolg: Instagram wächst beschleunigt, KI-gestützte Werbetools verbessern die Conversion-Raten spürbar, und die Nachfrage nach Meta-Anzeigen legte im Jahresvergleich um 54 % zu. Der 18-Mrd.-USD-Vergleich mit US-Bundesstaaten hat zudem einen wichtigen rechtlichen Belastungsfaktor beseitigt. Dagegen steht eine Bilanz, die aufhorchen lässt: Der freie Cashflow brach von zuvor 8,5 Mrd. USD auf praktisch null ein, während der Gewinn je Aktie die Schätzungen um rund 14 % verfehlte und die operative Marge von 43 % auf 31 % absackte. Hinzu kommen neue Alters- und Jugendschutzauflagen, deren Umsetzung bis zu einem Jahr dauern könnte – eine Analystin warnt sogar, dass jüngere Nutzer bei zu strengen Vorgaben zu anderen Plattformen abwandern könnten, was den langfristigen Unternehmenswert schwächen würde.
Eine ganz eigene Version dieses Musters liefert PayPal. Die Aktie brach um fast 15 % ein, nachdem sich das Übernahmekonsortium um Stripe und Advent laut Bloomberg zurückgezogen hatte – der Vorstand hatte das Angebot zuvor als zu niedrig abgelehnt. Was als einer der größten Leveraged Buyouts überhaupt galt, ist damit vom Tisch – Mizuho und Loop Capital senkten ihre Kursziele entsprechend. Optimisten verweisen dagegen auf über 400 Mio. aktive Konten und eine inzwischen niedrige Bewertung, die eine Kaufgelegenheit darstellen könnte; ein erneutes Interesse von Private Equity oder Aktivisten gilt als nicht ausgeschlossen.
Signalisiert der wiederauflebende Entwertungs-Trade eine neue Ära für Gold und Bitcoin?
Der Entwertungs-Trade ist zurück, und Gold profitiert sichtbar: Die ETF-Zuflüsse in das Edelmetall übertreffen inzwischen jene in KI-nahe Halbleiteraktien, der Preis notiert nahe einem Allzeithoch. Zu Beginn der als hawkish eingestuften Fed-Rede gab Gold zwar leicht nach, und mancher Beobachter kauft aktuell bewusst nicht nach – der grundsätzliche Rotationsgedanke, wonach Kapital aus KI-Investments in Gold und Bitcoin fließt, bleibt davon aber unberührt.
Bei Bitcoin verdichtet sich diese Erzählung an einer konkreten Marke: Die Kostenbasis vieler Investoren-Kohorten liegt nahe der 80.000-USD-Marke, was dort eine neue Unterstützung schaffen könnte. Nach einer Short-Squeeze in der Vorwoche gilt der Markt inzwischen als ausgewogener positioniert, und einige Analysten sehen die Bärenmarkt-Talsohle bereits seit Februar als erreicht. Auch institutionelles Kapital zieht mit: Marktmacher wie Jane Street haben nach eigenen Angaben fast eine Milliarde Dollar in Bitcoin investiert. Dagegen steht kurzfristiger Gegenwind: hawkishe Kommentare von Kevin Walsh, eine reduzierte Positionierung an den Terminmärkten mit weniger Schub für neue Kursbewegungen sowie Kleinanleger mit Wallets unter 10 Bitcoin, die zuletzt verkauft haben. Ein nachhaltiger Anstieg über den Widerstand bei 80.000 USD würde die durchschnittliche Investorenposition wieder profitabel machen und könnte als Sprungbrett für weitere Zuflüsse in Altcoins dienen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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