Darüber spricht der Markt: Wie lange können Energiewerte den Markt anführen?
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Tragen Dieselrekorde die Führungsrolle der Energiewerte?
Die Stärke der Energiewerte reicht aus Sicht ihrer Anhänger inzwischen über einzelne Ölaktien hinaus. Eine Stimme verweist auf Kapitalzuflüsse in den vergangenen Wochen und darauf, dass sich 85 % der Sektorwerte im Aufwärtstrend befänden. Das ist für sie das wichtigste Argument für eine anhaltende Führungsrolle am Markt: Nicht nur höhere Rohölpreise, sondern auch die breite Aufwärtsbewegung spreche für den Sektor. Der Rekordpreis bei Diesel stützt diese Einschätzung zusätzlich.
Bei Diesel setzen die Bullen auf einen Engpass, der sich nicht allein durch mehr Rohöl beseitigen lässt. Sie verweisen auf ausgefallene Raffineriekapazitäten im Nahen Osten und in Russland sowie auf die Schließung zweier großer Raffinerien in Kalifornien innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Eine Stimme beziffert den Rekordpreis auf 6,27 USD pro Gallone. Solange Verarbeitungskapazitäten fehlen, rechnen die Bullen nicht mit einer schnellen Rückkehr zu niedrigeren Preisen.
Bei Öl (WTI) richtet sich der Blick der Bullen dagegen auf den Transport. Für höhere Preise sprechen aus ihrer Sicht der Angriff auf eine wichtige Nahost-Pipeline und längere Lieferwege über den Suezkanal. WTI steigt heute um 4,3 %. Als Ziele auf der Oberseite werden 110 USD und 120 USD diskutiert. Der Kern dieser These: Weltweit vorhandenes Rohöl hilft wenig, wenn es nicht rechtzeitig ankommt.
Wer auf Entlastung setzt, verweist auf zusätzliche Lieferungen aus Venezuela und die von der US-Regierung erwarteten Raffinerie-Investitionen. Als niedrigeres WTI-Ziel stehen 100 USD im Raum. Technisch werden Unterstützungen bei 105 USD, 104 USD und 100 USD genannt; der Widerstand liegt bei 120 USD. Die Regierung stellt eine rasche Ausweitung der venezolanischen Förderung nach neuen Vereinbarungen in Aussicht.
Die Skeptiker dieser Entlastungsthese halten die Infrastruktur für den entscheidenden Engpass: Einen bedeutenden zusätzlichen Beitrag zur Versorgung des Weltmarkts erwarten sie erst in mehreren Jahren. Wer an einer dauerhaften Führungsrolle der Energiewerte zweifelt, betont dagegen die Kehrseite hoher Preise: Sie schmälern die Kaufkraft und erhöhen den Inflationsdruck. Zinserhöhungen könnten den physischen Angebotsmangel nicht beheben.
Kann das Cloud-Wachstum den KI-Investitionsboom finanzieren?
Das Cloud-Geschäft liefert den Optimisten den Beleg, dass dem KI-Ausbau bereits kräftige Nachfrage gegenübersteht. Bei Microsoft verweisen sie auf ein Wachstum von mehr als 40 % im Jahresvergleich und auf Entwickler, die wegen Kapazitätsengpässen bei AWS den Anbieter wechselten. Daraus leiten sie weitere Marktanteilsgewinne ab. Entscheidend ist für sie nicht allein der steigende Bedarf an Rechenleistung: Microsoft könne daraus auch zusätzliches Geschäft gewinnen.
Dazu passen aus Sicht der Optimisten die Cloud-Zahlen von Alphabet: Der am 22. Juli gemeldete Cloud-Umsatz legte um 63 % zu. Das stützt ihre Erwartung, dass die großen Plattformanbieter von der zunehmenden KI-Nutzung profitieren können. Eine Stimme hebt zudem Alphabets technologische Basis als Stärke hervor.
Das abwartende Lager unterscheidet dagegen zwischen Wachstumstempo und Marktposition und ordnet Alphabet weiterhin hinter AWS und Microsoft ein. Die hohe Zuwachsrate beantwortet aus dieser Sicht noch nicht die Frage, ob daraus genügend Mittel für die nächste Investitionsrunde entstehen. Genau darin liegt die offene Flanke der Cloud-These: Schnelles Umsatzwachstum ist noch kein Beleg dafür, dass sich die Expansion vollständig aus eigener Kraft finanzieren lässt.
Amazon wiederum gilt den Optimisten kurzfristig als fair bewertet. Langfristig trauen sie dem Konzern durch KI und Konsumnachfrage weiteres Potenzial zu. AWS wuchs laut den am 30. Juli veröffentlichten Zahlen um 37 %. Für eine anhaltend hohe Nachfrage sprechen aus Sicht der Optimisten auch die Zahlen von Broadcom: Am 2. September meldete der Konzern ein Wachstum des KI-Halbleiterumsatzes um 221 %. Eine Verlangsamung der Ausgaben ist in dieser Lesart bislang nicht erkennbar.
Die Finanzierungsskeptiker bestreiten nicht den Bedarf, sondern die Tragfähigkeit der Kalkulation. Eine Stimme führt eine Trendfortschreibung an, nach der die KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne ab der zweiten Jahreshälfte den operativen Cashflow übersteigen würden. Dann wäre zusätzliches Kapital von außen nötig. Entscheidend ist für dieses Lager das Wachstum: Modelle, die auf 50–60 % ausgelegt sind, gerieten bei einem Rückgang auf 15 % unter Druck. KI müsste dafür nicht scheitern. Schon ein deutlich langsamerer Zuwachs könnte die Finanzierungsannahmen erschüttern.
Trägt die Dollar-Stärke vor der Fed-Entscheidung?
Der US-Dollar notiert heute höher. Für die Dollar-Bullen ist das vor der Fed-Entscheidung zunächst eine Bestätigung, doch ihr Argument reicht über den heutigen Handel hinaus. Eine Stimme verweist auf eine Ökonomenumfrage, nach der die Mehrheit mehr als eine weitere Zinserhöhung erwartet. Dahinter steht die Einschätzung, dass die Inflation ein breiteres Problem darstellt und nicht allein auf hohe Energiepreise zurückzuführen ist.
Wer auf anhaltende Dollar-Stärke setzt, achtet deshalb darauf, wie lange die Fed ihre Geldpolitik noch straffen könnte. Laut der angeführten Umfrage rechnen 86 % der Befragten mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr; ein Teil erwartet einen längeren Zyklus bis 2027. Für dieses Lager zählt bei der anstehenden Entscheidung somit nicht nur der unmittelbare Zinsschritt. Ebenso wichtig ist, welche weiteren Schritte die Fed in Aussicht stellt.
Die Dollar-Skeptiker argumentieren auf längere Sicht. Ihre seit Wochen diskutierte These lautet, dass wichtige Länder ihre Bindung an das Dollar-System schrittweise verringern. Sie verweisen auf China, Japan und europäische Staaten. Als Grund nennen sie den jahrzehntelangen Einsatz der Währung als politisches Druckmittel, auch gegenüber Verbündeten. Die heutige Stärke widerlegt diesen Einwand aus ihrer Sicht nicht: Eine kurzfristige Bewegung vor der Notenbankentscheidung und ein langfristiger Rückzug aus Dollar-Anlagen sind unterschiedliche Entwicklungen.
Die Befürworter von Gold knüpfen an diese längerfristige Sicht an. In ihrer über die vergangenen Wochen entwickelten Argumentation stehen Notenbankkäufe im Vordergrund: Regierungen setzten bereits seit mehr als einem Jahrzehnt zunehmend auf Gold statt auf Dollar-Anlagen und US-Staatsanleihen. Daraus leiten sie anhaltende Nachfrage ab, nicht aus einer einzelnen Tagesbewegung.
Einzelne Gold-Befürworter gehen noch weiter: Auch eine Zinserhöhung mit einem deutlich restriktiven Signal der Fed könne Gold stützen. Das bleibt eine eigenständige These dieses Lagers, keine zwangsläufige Folge der Entscheidung. Der Prüfstein ist für sie damit derselbe Termin wie für die Dollar-Bullen, die Begründung aber eine andere: Sie setzen auf Gold als Absicherung gegen einen längerfristigen Bedeutungsverlust des Dollars.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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