Kommentar
15:16 Uhr, 27.06.2022

Bitcoin: Das Signal, auf das alle gewartet haben

Derzeit spricht weniges für den Kryptomarkt. Ein seltenes antizyklisches Signal weckt jedoch Hoffnungen.

Erwähnte Instrumente

  • Bitcoin BTC/USD
    ISIN: XC000A2YY636Kopiert
    Kursstand: 21.237,39271 $ (Bitfinex) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Bitcoin BTC/USD - WKN: A2YY63 - ISIN: XC000A2YY636 - Kurs: 21.237,39271 $ (Bitfinex)

Wem der Aktienmarkt in den letzten Wochen schwierig und turbulent vorkam, dürfte nicht am Kryptomarkt unterwegs sein. Der Kryptomarkt wurde wieder seinem Ruf als sehr volatiler Markt gerecht. Je größer die Bewegungen, ob nach oben oder unten, desto mehr Investoren und Persönlichkeiten melden sich zu Wort. Nicht jeder davon ist auch gleich ein Experte. Die letzte Abwärtsbewegung wurde etwa von Bill Gates genutzt, um seinen Standpunkt nochmals zu wiederholen: Bitcoin und Kryptos generell funktionieren nur aufgrund der Greater Fool Theory. Soll heißen: Wer kauft, kauft nur, weil er hofft, dass es einen größeren Dummkopf gibt, der einem zu noch höheren Preisen ein wertloses Gut abnimmt. Das ist deutlich zu kurz gegriffen und diese Einschätzung dürfte sich langfristig als falsch herausstellen. Kryptos haben Anwendungen und Nutzen. Behauptungen, dass Kryptos allesamt wertlos sind, entspricht in etwa den Fehleinschätzungen zum Mobilfunk vor mehreren Jahrzehnten. So mancher Analyst und Consultant empfahl, sich nicht zu engagieren. Dem Mobilfunk wurden einfach keine Zukunft und Nutzen zugetraut. Trotzdem ist unbestritten, dass Kryptos sehr volatil sind und eine Einschätzung um Wert schwierig ist...

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Der Preis korreliert jedoch sehr stark mit der Geldpolitik. Praktisch seit Anbeginn bewegen sich Geldpolitik und Bitcoinpreis parallel (Grafik 1).


Der Preis korreliert nicht nur mit der Geldpolitik. Seitdem Bitcoin die breite Masse erreicht hat, tendiert der Preis vor wichtigen Ereignissen zu steigen. In Erwartung eines Ereignisses wie der Einführung von Bitcoin-Futures, stieg der Preis (Grafik 2). Ob Futures oder ETFs, sie alle haben Bitcoin zugänglicher für den Massenmarkt gemacht. Wer konnte und wollte, kaufte vor der Einführung.

In der vergangenen Woche ging ein neuer ETF an den Start. Dieses Mal ist es ein Short-ETF. Fällt Bitcoin, gewinnt der ETF. Die Einführung von ETFs auf Werte, die anfällig für Boom-Bust Zyklen sind, ist ein antizyklisches Signal. Die Finanzindustrie führt Produkte ein, wenn Trends bereits von allen wahrgenommen wurden.

Beispiele dafür gibt es unzählige. Einige werden in Grafik 3 aufgeführt. Der erste Solar-ETF, den es auch heute noch gibt, wurde eingeführt, als der Hype seinen Höhepunkt erreichte und man sich z.B. in Deutschland vor Solarworld-Werbung kaum retten konnte. Solarworld meldete mehrmals Insolvenz an.


Einige Jahre später entstand ein Hype um Seltene Erden. Kurz nach Einführung des ETFs begann ein langfristiger Abwärtstrend. Noch immer steht der ETF trotz jüngster Gewinne 60 % unter dem Ausgabekurs. Auch der von ARK-Funds eingeführte Weltraum-ETF kam just zum Höhepunkt des Hypes und hat seither über 40 % an Wert verloren.

Das Timing der Finanzindustrie bei der Einführung neuer ETFs oder Instrumente ist im Normalfall schlecht und kann sogar als antizyklisches Signal gewertet werden. Eine Garantie gibt es dafür nicht. Inzwischen ist der Bitcoinpreis zeitweise über 70 % eingebrochen, viele Zwangsliquidierungen haben bereits stattgefunden und die Geldpolitik kann kaum noch Tempo bei der Straffung aufnehmen. Kurzfristig kann bei Bitcoin alles geschehen. Mittelfristig zeigen sich nach und nach wieder mehr Chancen.

Clemens Schmale


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Über den Experten

Clemens Schmale
Clemens Schmale
Finanzmarktanalyst

Clemens Schmale hat seinen persönlichen Handelsstil seit den 1990er Jahren an der Börse entwickelt.

Dieser gründet auf zwei Säulen: ein anderer Analyseansatz und andere Basiswerte. Mit anders ist vor allem die Kombination aus Global Makro, fundamentaler Analyse und Chartanalyse sowie Zukunftstrends gemeint. Während Fundamentaldaten und Makrotrends bestimmen, was konkret gehandelt wird, verlässt sich Schmale beim Timing auf die Chartanalyse. Er handelt alle Anlageklassen, wobei er sich größtenteils auf Werte konzentriert, die nicht „Mainstream“ sind. Diese Märkte sind weniger effizient als andere und ermöglichen so hohes Renditepotenzial. Sie sind damit allerdings auch spekulativer als hochliquide Märkte. Die Haltedauer einzelner Positionen variiert nach Anlageklasse, beträgt jedoch meist mehrere Tage, oft auch Wochen oder Monate.

Rohstoffe, Währungen und Volatilität handelt er aktiv, in Aktien und Anleihen investiert er eher langfristig. Die Basiswerte werden direkt – auch über Futures – oder über CFDs gehandelt, in Ausnahmefällen über Optionen und Zertifikate.

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