BASF schlägt Fusion mit EVONIK vor
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- Evonik Industries AG - WKN: EVNK01 - ISIN: DE000EVNK013 - Kurs: 19,940 € (XETRA)
- BASF SE - WKN: BASF11 - ISIN: DE000BASF111 - Kurs: 50,790 € (XETRA)
Seit Jahren wird über eine Konsolidierung der europäischen Chemieindustrie gesprochen. Jetzt macht der Branchenprimus Ernst. Nach Informationen der Financial Times hat BASF dem Konkurrenten Evonik und dessen Großaktionär RAG-Stiftung vor Kurzem eine Fusion vorgeschlagen. Die Gespräche treffen Evonik in einer Umbruchphase. Erst diese Woche kündigte das Unternehmen den Abbau von mehr als 3.200 Stellen an, und seit August führt Interimschef Claus Rettig die Geschäfte.
Evonik kommt an der Börse auf 8,4 Mrd. EUR, mit Nettoschulden auf einen Unternehmenswert von rund 12 Mrd. EUR. BASF ist 47 Mrd. EUR wert. Zusammen setzten beide im vergangenen Jahr 74 Mrd. EUR um. Evonik dürfte einen deutlichen Aufschlag verlangen. Angebotspreis und Struktur des Deals nennt der Bericht nicht. Entscheidend ist und bleibt die RAG-Stiftung, die 44 % der Anteile hält. Alle drei Parteien wollten sich nicht äußern.
Vom Verkäufer zum Käufer
Für BASF-Chef Markus Kamieth wäre der Zukauf eine Kehrtwende. Bislang hat er vor allem verkauft, gespart und Stellen abgebaut. Im Juli ging eine Mehrheit am Autolackgeschäft für 7,7 Mrd. EUR an Carlyle, für Mitte 2027 ist der Börsengang der Agrarsparte geplant. Evonik würde das Portfolio um Spezialchemie ergänzen, etwa Additive für Lacke, Hochleistungspolymere und Aminosäuren für Tierfutter. Die Überschneidungen in Deutschland versprechen Einsparungen, zugleich ergeben sich Wachstumschancen in Asien und den USA.
Das Ergebnis wäre ein deutscher Champion, der Sinopec und Dow besser Paroli bieten könnte. Brüssel wird den Deal genau prüfen. Zuletzt hat die EU-Kommission aber mehr Offenheit für große europäische Unternehmen gezeigt. Das Umfeld bleibt schwierig. Die Branche kämpft mit Überkapazitäten, schwacher Nachfrage und hohen Energiepreisen infolge des Nahostkonflikts. Bisher konnte sie das nur mit Preiserhöhungen auffangen.
Fazit: Strategisch spricht viel für den Zusammenschluss. Evonik ist im Moment geschwächt, ein günstiger Zeitpunkt für den Käufer. Genau deshalb wird die RAG-Stiftung nicht zu einem Preis verkaufen, der die aktuelle Schwäche widerspiegelt. Ohne ein überzeugendes Angebot bleibt die Fusion vorerst nur eine Option. Über den möglichen Zusammenschluss berichteten wir schon an dieser Stelle.

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