EVONIK hebt Jahresprognose nach starkem zweiten Quartal an
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- Evonik Industries AG - WKN: EVNK01 - ISIN: DE000EVNK013 - Kurs: 15,920 € (XETRA)
Nach einem überraschend starken zweiten Quartal hebt das Unternehmen nun seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Nach langer Zeit mal wieder gute Nachrichten aus Essen.
Für das zweite Quartal erwartet Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 600 Mio. EUR und 650 Mio. EUR. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern 509 Mio. EUR erzielt. Damit liegt die Prognose auch klar über dem Analystenkonsens von rund 567 Mio. EUR. Für das erste Halbjahr rechnet das Management inzwischen mit einem bereinigten EBITDA von rund 1,1 Mrd. EUR.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung erhöht Evonik den Ausblick für das Gesamtjahr. Statt eines bereinigten EBITDA von 1,7 bis 2,0 Mrd. EUR erwartet der Konzern nun 2,0 bis 2,2 Mrd. EUR. Zum Vergleich: 2025 hatte Evonik ein bereinigtes EBITDA von rund 1,9 Mrd. EUR erzielt. Beim Free Cashflow hält das Unternehmen an einer Cash Conversion Rate von etwa 40 % fest, nachdem 2025 37 % erreicht wurden. Zudem soll der Free Cashflow im zweiten Quartal deutlich über dem Vorjahreswert von minus 211 Mio. EUR liegen.
Lieferengpässe sorgen für Rückenwind
Die operative Verbesserung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Neben höheren Absatzmengen konnte Evonik auch Preissteigerungen durchsetzen. Gleichzeitig wirken die laufenden Kostensenkungsprogramme positiv auf die Profitabilität.
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Besonders stark entwickelt sich derzeit das Segment Advanced Technologies. Dort profitiert der Konzern von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber, deren Rohstoffversorgung beeinträchtigt ist. Auch im Geschäft mit Tierernährung sieht das Management weiterhin Rückenwind und erwartet, dass sich das positive Momentum bis in das dritte Quartal fortsetzt.
Allerdings mahnt das Unternehmen zur Vorsicht. Mit einer Normalisierung des weltweiten Schiffsverkehrs nach der Wiederöffnung der Straße von Hormus dürfte sich der derzeitige Wettbewerbsvorteil im Jahresverlauf abschwächen. Für die zweite Jahreshälfte bestehen deshalb weiterhin Unsicherheiten.
Die endgültigen Ergebnisse für das zweite Quartal will Evonik planmäßig am 4. August 2026 vorlegen. Mit der vorgezogenen Prognoseanhebung signalisiert das Management jedoch bereits jetzt, dass sich die operative Entwicklung deutlich besser darstellt als noch zu Jahresbeginn erwartet.
Fazit: Es darf auch mal gute Nachrichten aus der deutschen Chemieindustrie geben. Daran herrschte in den vergangenen Jahren wahrlich Mangel. Die Bewertung der Evonik-Aktie ist angemessen, ein Selbstläufer ist sie jedoch nicht. Denn die Erholung ist nicht nur zyklischer Natur, es braucht einen breiteren konjunkturellen Aufschwung. Erst dann könnte die Evonik-Aktie auch nachhaltig richtig Gas geben.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 14,07 | 14,50 | 14,50 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 1,36 | 1,47 | 1,46 |
| KGV | 12 | 11 | 11 |
| Dividende je Aktie in EUR | 1,00 | 0,76 | 0,81 |
| Dividendenrendite | 6,29% | 4,78% | 5,09% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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