Analyse
08:45 Uhr, 29.08.2025

AUTODESK sieht sich bestens aufgestellt für das KI-Zeitalter

"In einem unsicheren geopolitischen, makroökonomischen und politischen Umfeld bleiben zwei Dinge klar: Unsere starke Performance im ersten Halbjahr schafft eine gute Ausgangslage und wir treffen die richtigen Entscheidungen für langfristigen Wertzuwachs.“

Erwähnte Instrumente

  • Autodesk Inc.
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  • Autodesk Inc. - WKN: 869964 - ISIN: US0527691069 - Kurs: 288,490 $ (Nasdaq)

Diese Worte ließ CEO Andrew Anagnost im Earnings Call zum zweiten Quartal fallen und fasste damit die zentrale Botschaft des Softwarekonzerns zusammen: Autodesk wächst nicht nur deutlich, sondern gewinnt auch strukturell an Stärke. Die Autodesk-Aktie legte im Anschluss an die Zahlen um rund 10 % zu.

Umsatz und Gewinn deutlich über den Erwartungen

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 17 % auf 1,76 Mrd. USD und übertraf damit klar die Analystenerwartungen von 1,72 Mrd. USD. Der Gewinn je Aktie (non-GAAP) lag mit 2,62 USD um 17 Cent über dem Konsens. Die Billings legten sogar um 36 % auf 1,68 Mrd. USD zu. Der freie Cashflow stieg um 122 % auf 451 Mio. USD, ein Ausdruck für größere Vertragsvolumina und verbesserte Zahlungsströme.

Auch die operativen Margen legten zu: Die Non-GAAP-Marge erreichte 39 % und verbesserte sich damit um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. CFO Janesh Moorjani sprach von "operativem Leverage, Disziplin bei den Kosten und ersten Erfolgen unseres Optimierungsprogramms“.

Jahresprognose angehoben – Wachstum auf breiter Basis

In der Folge hob Autodesk seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2026 deutlich an. Der Umsatz soll jetzt zwischen 7,025 und 7,075 Mrd. USD liegen (zuvor: 6,975 Mrd. USD), das Ergebnis pro Aktie zwischen 9,80 und 9,98 USD (zuvor: 9,66 USD). Auch die Billings-Prognose wurde auf bis zu 7,445 Mrd. USD erhöht, der freie Cashflow soll auf bis zu 2,275 Mrd. USD zulegen.

Wachstumstreiber bleibt das AECO-Segment (Architektur, Ingenieur- und Bauwesen), das um 23 % auf 878 Mio. USD zulegte. AutoCAD und AutoCAD LT erzielten ein Umsatzplus von 13 % auf 440 Mio. USD, der Bereich Manufacturing kam auf 334 Mio. USD (+13 %). Im Segment Media & Entertainment betrug das Wachstum 4 %. Die Design-Produkte wuchsen insgesamt um 17 %, die Make-Sparte um 20 %.

Auch geografisch zeigte sich ein solides Bild: In Nord- und Südamerika stiegen die Umsätze um 19 %, in EMEA um 18 %, im asiatisch-pazifischen Raum um 11 %. Die Remaining Performance Obligations (RPO) wuchsen um 24 % auf 7,3 Mrd. USD, der kurzfristige Anteil davon um 20 %. Besonders stark war der Zuwachs bei den aufgelaufenen, aber noch nicht fakturierten Erträgen: Die unbilled deferred revenue stieg um 59 % auf 3,45 Mrd. USD.

Moorjani betonte, dass sich Autodesk weiterhin "konservativ aufstellt, aber von einem insgesamt stabilen Umfeld ausgeht“. Der Rückstau an Enterprise-Verträgen (EBA) im zweiten Halbjahr gelte dabei als wesentlicher Impulsgeber.

Vertriebsmodell zeigt erste Effizienzgewinne

Die Umstellung auf das neue Transaktionsmodell mit stärkerer Direktvermarktung beginnt, sich auszuzahlen. Vor allem der Autodesk-Store verzeichnete laut Management "stärkere als erwartete Nachfrage“. Die direkte Kundenansprache ermögliche höhere Effizienz, bessere Preisrealisierung und tiefere Einblicke in das Kaufverhalten. Auch die Partner seien produktiver geworden: "Wir beobachten eine stetige Zunahme an Neugeschäft durch unsere Vertriebspartner“, so CEO Anagnost.

Der Konzern sieht sich auf Kurs, die operative Marge mittelfristig deutlich zu steigern. Für das Geschäftsjahr 2029 wird eine non-GAAP-Marge von 41 % angestrebt, bereinigt um den Einfluss des neuen Transaktionsmodells sogar rund 45 %.

Besonderes Augenmerk legte das Management auf den KI-Fortschritt des Unternehmens. "Seit über einem Jahrzehnt steht Autodesk für Innovation, bei BIM, SaaS, generativem Design und nun bei generativer KI“, sagte Anagnost. Der Konzern entwickle eigene Foundation Models, die branchenspezifisches Wissen mit geometrischem, physikalischem und strukturellem Verständnis verbinden.

Ein Beispiel ist das Projekt „Bernini“, ein generatives 3D-Modell, das als Fundament für eine neue Generation adaptiver CAD-Systeme dienen soll. Bereits im Einsatz ist die KI-Funktion „AutoConstrain“ in Fusion: Seit Einführung wurden über 1,2 Mio. Bemaßungen automatisch erzeugt, mit einer Akzeptanzrate von über 60 %. Laut Anagnost ein "substanzieller Produktivitätsgewinn“.

Im Bereich Manufacturing entschied sich ein führendes europäisches Forschungsinstitut für die Autodesk-Lösung, um physische Prototypen durch Simulationen zu ersetzen. MotorScrubber ersetzte ein Konkurrenzprodukt durch Fusion samt Simulation und Datenmanagement. Und ein globaler Pharmakonzern nutzt die Plattform, um resilienter auf Lieferkettenstörungen zu reagieren, inklusive der On-Demand-Produktion kritischer Ersatzteile.

Die vielfältigen Kundenerfolge zeigen laut Anagnost ein zentrales Motiv: "Menschen, Prozesse und Daten konvergieren entlang des Projektlebenszyklus. Unsere Plattformen ermöglichen dabei Effizienz, Nachhaltigkeit und Risikoreduzierung.“

Ausblick: Fortsetzung des Wachstums – Fokus auf AI und Plattform

Für das laufende dritte Quartal erwartet Autodesk einen Umsatz zwischen 1,80 und 1,81 Mrd. USD (Konsens: 1,77 Mrd. USD) sowie ein Ergebnis pro Aktie von 2,48 bis 2,51 USD (Konsens: 2,33 USD). Das Management bleibt vorsichtig optimistisch: Die bisherigen Trends im Direktvertrieb, starke Nachfrage im Infrastruktursegment und erfolgreiche EBA-Erneuerungen könnten den positiven Trend fortsetzen.

Die strategische Agenda steht im Zeichen von AI, Cloud-Plattformen und konvergenten Workflows. "Unsere Kunden haben ein echtes Bedürfnis nach Produktivität und Kapazität. Mit Autodesk AI machen wir ihre Arbeit nicht nur einfacher, sondern auch wirkungsvoller“, so Anagnost. Erste konkrete Anwendungsfälle und Produktankündigungen werden auf der „Autodesk University“ im September und dem Investorentag am 7. Oktober erwartet.

Fazit: Autodesk macht KI nutzbar und das bereits sehr effizient. Das neue Vertriebsmodell entfaltet zudem seine Wirkung. Hierzulande ist bekanntlich die börsennotierte Mensch & Maschine der größte Vertriebspartner von Autodesk. Die Bewertung der Autodesk-Aktie geht mit einem 30er-KGV in Ordnung. Auch die Bewertung mit dem neunfachen Umsatz ist angesichts der Margen gerechtfertigt. Auf mittlere Sicht dürften bei der Aktie neue Allzeithochs drin sein.

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Jahr 2024 2025* 2026e*
Umsatz in Mrd. USD 6,13 6,98 7,76
Ergebnis je Aktie in USD 8,47 9,68 11,12
KGV 34 30 26
Dividende je Aktie in USD 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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