Analyse

AURUBIS – Ist der heutige Kursrutsch eine gute Kaufgelegenheit?

Der Kupferproduzent befindet sich nach neun Monaten auf Kurs, die Jahresziele 2022/23 zu erreichen. Die Aktie ist heute dennoch mit Abstand schwächster Wert im MDAX.

Erwähnte Instrumente

  • Aurubis AG - WKN: 676650 - ISIN: DE0006766504 - Kurs: 78,340 € (XETRA)

Im dritten Quartal gingen die Umsätze wie erwartet um 17 Prozent auf 4,17 (VJ 5,02) Mrd. EUR zurück. Das operative EBITDA stieg jedoch um 10 Prozent auf 160 (VJ 146) Mio. EUR uns das operative EBT kletterte um 21 Prozent auf 115 (VJ 95) Mio. EUR. Das Konzernergebnis stellte sich auf 92 (VJ 73) Mio. EUR bzw. 2,11 (VJ 1,66) Euro je Aktie.

Aurubis profitierte von deutlich gestiegenen Schmelz- und Raffinerielöhnen für Konzentrate, höheren Raffinerielöhnen durch den vermehrten Einsatz von Recyclingmaterial und der sehr hohen Nachfrage nach Gießwalzdraht bei gestiegenen Preisen. Außerdem machten sich die gesunkenen Preise für Strom und Gas positiv bemerkbar.

Belastend wirkte sich ein 40-tägiger Stillstand im bulgarischen Werk aufgrund von Wartungsarbeiten aus. Nicht übersehen werden darf auch die Tatsache, dass das Ergebnis durch eine Versicherungszahlung in Höhe von 15 Mio. EUR im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe von 2021 positiv beeinflusst wurde.

Nach neun Monaten stand ein Umsatzrückgang um 9 Prozent auf 12,95 (VJ 14,28) Mrd. EUR zu Buche. Das operative EBITDA und EBT fielen jeweils um 5 Prozent auf 543 (VJ 572) Mio. EUR bzw. 406 (VJ 426) Mio. EUR. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 322 (VJ 330) Mio. EUR, was einem Ergebnis je Aurubis-Aktie von 7,36 (VJ 7,55) Euro entspricht.

Der operative Cashflow vervielfachte sich auf 73 (VJ 11) Mio. EUR. Aufgrund einer erhöhten Investitionstätigkeit, so wurden allein in den Bau der US-Recyclinganlage 129 Mio. EUR investiert, ging der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf minus 353 (VJ minus 141) Mio. EUR zurück. Der freie Cashflow reduzierte sich folglich auf minus 372 (VJ minus 211) Mio. EUR. Zum 30. Juni verfügte Aurubis über Zahlungsmittel von 243 (VJ 470) Mio. EUR. Die Nettofinanzposition lag bei 3 (VJ 379) Mio. EUR. Äußerst solide präsentiert sich die Eigenkapitalquote, die zum Stichtag auf 57,5 (VJ 54,0) Prozent angestiegen ist.

Prognose steht

Trotz anhaltend niedriger Preise für Schwefelsäure und zum Teil schwächeren Metallpreisen hat die Unternehmensführung die im April angehobene Jahresprognose bestätigt. Der operative Vorsteuergewinn wird nach wie vor in der Bandbreite von 450 bis 550 Mio. EUR erwartet.

Fazit: Auf den ersten Blick erschließt sich dem Betrachter nicht, weshalb die Aurubis-Aktie aktuell knapp 8 Prozent verliert. Rechnet man die Versicherungszahlung heraus wurden die Erwartungen der Analysten im dritten Quartal offenbar nicht ganz erfüllt. In meinen Augen ist der Kursrutsch aber übertrieben. Von daher ergibt sich sowohl für Trader als auch für langfristig orientierte Anleger heute vermutlich eine interessante Einstiegsgelegenheit.

Jahr 2021/22 2022/23e* 2023/24e*
Umsatz in Mrd. EUR 18,52 17,43 17,86
Ergebnis je Aktie in EUR 9,91 9,63 9,26
KGV 8 8 8
Dividende je Aktie in EUR 1,80 1,45 1,36
Dividendenrendite 2,30 % 1,86 % 1,74 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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