Analyse
08:54 Uhr, 29.11.2025

APPLE und INTEL - Eine alte Partnerschaft vor der Wiedergeburt?

Intel könnte ab 2027 wieder eine Rolle in Apples Mac-Ökosystem spielen. Nach Einschätzung des meist treffsicheren Lieferkettenanalysten Ming-Chi Kuo verdichten sich laut der Nachrichtenseite TheVerge die Hinweise auf eine Zusammenarbeit.

Erwähnte Instrumente

  • Intel Corp.
    ISIN: US4581401001Kopiert
    Kursstand: 40,560 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Intel Corp. - WKN: 855681 - ISIN: US4581401001 - Kurs: 40,560 $ (Nasdaq)

Der Konzern aus Santa Clara könnte den Zuschlag für die Fertigung der Einstiegschips der M-Serie erhalten. Konkrete Finanzzahlen liegen im aktuellen Stadium nicht vor, doch die strategische Tragweite des möglichen Deals hebt den Vorgang deutlich über eine technische Randnotiz hinaus.

Neue Dynamik in Apples Chipstrategie

Ausgangspunkt der Spekulationen ist ein vertrauliches Abkommen, das Apple laut Kuo mit Intel zur Nutzung des 18AP-Process-Design-Kits geschlossen haben soll. Zunächst umfasst dies die Version 0.9.1GA, entscheidend wird jedoch die Bereitstellung der finalen PDK-1.0/1.1-Version, die für das erste Quartal 2026 erwartet wird. Erst mit diesem Schritt kann Apple evaluieren, ob Intels Fertigung reif genug ist, um die Architektur der günstigsten M-Chips in Serie zu bringen.

Gelingt Intel die technische Validierung ohne nennenswerte Verzögerungen, könnten die ersten Prozessoren im zweiten oder dritten Quartal 2027 aus den Fertigungslinien laufen. Der Zeitplan bleibt jedoch fragil, denn Apple testet neue Prozessknoten traditionell bis an die Grenzen der jeweiligen Spezifikation.

Politische und industriepolitische Motive

In der aktuellen geopolitischen Lage hat der Vorgang eine über den reinen Technologiewechsel hinausreichende Bedeutung. Apple könnte mit einer teilweisen Rückverlagerung der Chipfertigung demonstrieren, dass der Konzern stärker auf US-basierte Produktion setzt. Kuo spekuliert offen darüber, dass Apple damit gegenüber der Trump-Regierung ein Signal setzen möchte, wonach der Konzern bereit ist, zentrale Wertschöpfungsstufen zu diversifizieren und weniger abhängig von asiatischen Fertigungspartnern zu werden.

Für Intel wäre ein Erfolg im Apple-Geschäft ein wichtiger Meilenstein. Der Konzern, der vor Jahren die Chance auf die iPhone-Prozessoren verpasste, kämpft seit längerem um den Wiederaufstieg. Ein Auftrag aus Cupertino würde die Wahrnehmung des 18AP-Knotens stärken und in der Branche als Beleg dafür gelten, dass Intel technologisch wieder konkurrenzfähig ist.

TSMC ist heute unangefochtener Technologiepartner für die Spitzenmodelle der iPhone-, iPad- und Mac-Prozessoren. Der taiwanische Konzern fertigt die effizientesten und leistungsstärksten Designs auf dem Markt und wird voraussichtlich auch bei den High-End-M-Chips die Kontrolle behalten. Eine Teilverlagerung der Einstiegschips zu Intel würde daher weniger eine Abkehr von TSMC bedeuten als eine Ergänzung der Lieferkette.

Fazit: Die Intel-Aktie gewann gestern rund 10 %. Entscheidend wird nun sein, ob der Konzern den Beweis erbringt, dass seine Fertigungstechnologie wieder zur Spitzengruppe zählt. Gelingt dieser Nachweis, dürfte auch der Weg zu Apple erneut offenstehen. Für Intel wäre das ein längst erhoffter Befreiungsschlag.

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