3 Fragen an Bernecker
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Welche Folgen hätte eine längere Sperrung der Straße von Hormus für Ölpreis und Börsen?
Wie lange die Straße von Hormus gesperrt bleibt, wird militärisch entschieden. Die Übermacht der Amerikaner an der Küste ist dafür entscheidend und damit eine Zeitfrage. Vorübergehende Störungen für zwei, drei Wochen ändern daran nichts. Grundsätzlich wird sich der Ölmarkt ohnehin etwas verändern, wenn das Iran-Öl in anderer Form am Weltmarkt verfügbar wird. Alles zusammen ist dies eine Zeitfrage. Dazu gehören aber wilde Gerüchte, noch wildere Kombinationen und mithin kann man den Ölpreis als Gradmesser der Nervositäten einordnen. Die Wirkung auf die Aktienbörsen ist ähnlich: Viel Aufregung, aber wenig Substanz.
Warum fällt der Goldpreis trotz geopolitischer Eskalation wieder?
Der Goldpreis reagierte auf die Iran-Vorkommnisse erstaunlich ruhig. Die einsame Spitze des Preises von 5.600 Dollar vor einigen Wochen wurde nicht überschritten und zeichnet sich als Grenzwert ab. Die dahinterstehende Spekulationswelle, insbesondere der privaten Spekulationen, setzt der ganzen Bewegung eine Grenze. Einen Bezug zum Iran-Konflikt besteht offenbar nicht. Frühestens im zweiten Quartal gibt es neue Erkenntnisse des World Gold Council in London über die tatsächlichen Verhältnisse am Goldmarkt, ausgedrückt in der Tonnage des Handels. Das bedeutet: Abwarten. Eine Handelsspanne von 5 bis 6 % ist jederzeit möglich. Dafür reichen Gerüchte. Siehe auch die aktuelle Actien-Börse, Seite 6.
Könnten steigende Energiepreise noch einmal zu Zinserhöhungen führen?
Steigende Energiepreise sind die gefährlichste Munition für steigende Preise insgesamt. Hier kommt es auf die Dauerhaftigkeit an, also die Länge dieser Preisbewegungen und deren materieller Hintergrund. Deutschland ist diesbezüglich in der schlechtesten Position eines großen Industrielandes in Europa und die Öffentlichkeit reagiert darauf besonders empfindlich. Das wird erneut eine Frage des Managements für die Versorgung werden. Die Preise für LNG sind dafür kennzeichnend. In den Sommer hinein dürfte sich dennoch die Lage tendenziell entspannen. Wie die EZB darauf reagieren will oder kann, ist vorerst eine theoretische Frage der Geldexperten, aber in der Substanz nicht ungefährlich. Die kürzlich erreichten neuen Tiefstwerte für die Inflation in Europa werden sich gleichwohl nicht halten lassen.
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