BMW spricht heftige Gewinnwarnung aus
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- BMW AG - WKN: 519000 - ISIN: DE0005190003 - Kurs: 67,900 € (XETRA)
Der Vorstand von BMW hat am Dienstagabend die Prognose für 2026 angepasst. Im Segment Automobile rechnet BMW nun mit einem leichten Rückgang der Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr. Bislang hatte der Konzern noch Lieferungen auf Vorjahresniveau erwartet. Deutlich gravierender fällt die Korrektur bei der Profitabilität aus: Die EBIT-Marge im Autogeschäft soll nur noch in einer Spanne von 1 % bis 3 % liegen. Zuvor hatte BMW 4 % bis 6 % in Aussicht gestellt.
Auch die Kapitalrendite im Segment Automobile wird schwächer erwartet. Der RoCE soll nun lediglich 1 % bis 5 % erreichen, nach zuvor 6 % bis 10 %. Für das Konzernergebnis vor Steuern stellt BMW inzwischen einen deutlichen Rückgang in Aussicht. Bislang war nur von einem moderaten Rückgang die Rede. Den Free Cashflow im Automobilsegment erwartet der Konzern weiterhin bei mehr als 2,5 Mrd. EUR (erwartet rund 4,5 Mrd. EUR).
China wird vom Wachstumsmotor zum Margenrisiko
Der zentrale Belastungsfaktor bleibt China. Die negative Entwicklung im dortigen Automobilmarkt habe sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt, teilte BMW mit. Die China Passenger Car Association habe ihre Marktprognose für das Gesamtjahr erneut deutlich nach unten korrigiert. Für BMW verschärft sich damit der Wettbewerb in einem Markt, der über Jahre hinweg entscheidend zur Ertragskraft deutscher Premiumhersteller beigetragen hat.
Die Folgen reichen inzwischen über China hinaus. BMW verweist auf eine intensivere Wettbewerbssituation nicht nur im chinesischen Markt, sondern auch in Ländern der Region Asien-Pazifik. Positive Volumenentwicklungen in Europa und den USA reichen nach Einschätzung des Unternehmens nicht aus, um die schwächere Absatzentwicklung in China und Asien-Pazifik auszugleichen. Lokale chinesische Anbieter erhöhen den Preisdruck, während die Nachfrage nach importierten und hochpreisigen Fahrzeugen unter Druck steht.
Neben China nennt BMW die anhaltenden Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten als weiteren Grund für die Prognosesenkung. Anders als bislang angenommen, halten die Belastungen demnach länger an. Die hohen Energiepreise treiben die Unternehmenskosten, zugleich dämpft die geopolitische Unsicherheit zunehmend das Konsumverhalten in mehreren Märkten weltweit.
Diese Effekte zeigen sich bereits im zweiten Quartal. BMW erwartet einen deutlichen Rückgang von Ergebnis und Free Cashflow gegenüber dem Vorjahr. Damit dürfte der Halbjahresbericht, den der Konzern für den 30. Juli angekündigt hat, besonders aufmerksam gelesen werden. Investoren werden vor allem darauf achten, ob die neue Margenspanne bereits den Großteil der Belastungen abbildet oder ob weitere Korrekturen drohen.
Die Ausschüttungspolitik bleibt vorerst unangetastet. BMW hält an einer Ausschüttungsquote von 30 % bis 40 % des Ergebnisanteils der Aktionäre fest. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm soll unverändert fortgeführt werden.
Kostensenkungen sollen schneller greifen
Als Reaktion auf die schwächere Lage will BMW seine laufenden Kostensenkungen im Jahr 2026 durch zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen. Die Wirkung dieser Maßnahmen soll allerdings erst in den Folgejahren sichtbar werden. Kurzfristig belasten sie das Ergebnis zusätzlich, da im zweiten Halbjahr 2026 einmalige Aufwendungen anfallen.
Fazit: Die neue Prognose ist ein deutlicher Einschnitt. BMW ist zwar weiter finanztiell stabil aufgestellt, doch die gesenkte EBIT-Marge von nur noch 1 % bis 3 % im Autogeschäft zeigt, wie ernst die Lage ist. Das dürfte die BMW-Aktie und den gesamten Sektor deutlich belasten. Die Prognosen für den Gewinn pro Aktie dürften erheblich sinken!
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eigene Schätzungen für 2026 auf Basis der angepassten Prognose
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 133,45 | 133,00 | 139,00 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 11,89 | 5 | 8,00 |
| KGV | 6 | 13 | 8 |
| Dividende je Aktie in EUR | 4,40 | 2 | 2,50 |
| Dividendenrendite | 6,67% | 3,07% | 3,79% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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