Boss-Großaktionär Frasers macht es wieder
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Der britische Einzelhandelskonzern erhöht seinen Einfluss auf den australischen Sport- und Schuhhändler Accent Group. Das Unternehmen von Mike Ashley hat ein öffentliches Übernahmeangebot für die ausstehenden Aktien vorgelegt. Der Konzern hält bereits 22,9 % der Anteile und bietet 0,65 australische Dollar je Aktie in bar. Das Angebot beinhaltet keinen Übernahmeaufschlag.
Die Offerte bewertet die noch ausstehenden rund 77 % der Accent-Anteile mit etwa 166 Mio. Pfund. An der Börse wurde das Angebot jedoch skeptisch aufgenommen. Die Aktie sprang nach Bekanntwerden der Pläne um rund 14 % auf 0,74 australische Dollar und notiert damit deutlich über dem Angebotspreis.
Hinter dem Vorstoß steckt offenbar mehr als nur eine finanzielle Beteiligung. In den Angebotsunterlagen äußert Frasers ungewöhnlich deutliche Kritik an der strategischen Ausrichtung von Accent. Bemängelt werden unter anderem die Ausschüttungspolitik trotz rückläufiger Gewinne, die Vergütungsstruktur des Managements, die Höhe der bilanzierten Firmenwerte sowie zwei Gewinnwarnungen innerhalb kurzer Zeit. Zudem kritisiert Frasers die reduzierte Expansionsplanung für die Einführung von Sports-Direct-Filialen in Australien.
Nach Angaben von Frasers seien wiederholte Versuche gescheitert, mit dem Vorstand von Accent über diese Themen konstruktiv in den Dialog zu treten. Das Unternehmen begründet die Offerte daher damit, seinen Einfluss auf die strategische Entwicklung erhöhen und die eigene Beteiligung besser schützen zu wollen. Gleichzeitig fordert Frasers eine Vertretung im Aufsichts- bzw. Verwaltungsrat, die der Größe seiner Beteiligung entspricht.
Die Situation ist nur zum Teil mit dem jüngsten Vorstoß von Frasers bei Hugo Boss vergleichbar. Die Tatsache, dass das Angebot ohne Prämie erfolgt, deutet darauf hin, dass Frasers zunächst seinen Anteil erhöhen und damit seine Verhandlungsposition gegenüber dem Management stärken möchte.
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