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14:19 Uhr, 19.02.2026

Wie Ihr das passende strukturierte Wertpapier findet – ein praktischer Leitfaden für Einsteigerinnen

Im letzten Beitrag haben wir darüber gesprochen, warum strukturierte Wertpapiere eine spannende Ergänzung zum Depot sein können – besonders für alle, die zwar von den Chancen des Aktienmarkts profitieren möchten, aber nicht direkt einzelne Aktien kaufen wollen.

Heute gehen wir den nächsten Schritt: Wie finde ich eigentlich das passende strukturierte Produkt für meine persönliche Situation?

Das Besondere an strukturierten Wertpapieren ist, dass es eine große Auswahl an Produktarten gibt, die je nach Marktmeinung, Sicherheitsbedürfnis und Renditeerwartung ganz unterschiedlich funktionieren. Aber keine Sorge: Man muss nicht jedes Zertifikat im Detail kennen, um eine Entscheidung zu treffen. Wichtig sind ein paar Grundüberlegungen – und auf diese schauen wir heute.


1. Euer Ziel entscheidet über die Produktauswahl

Bevor Ihr ein strukturiertes Wertpapier auswählt, solltet Ihr wissen, was Ihr eigentlich erreichen wollt. Die wichtigsten Ziele:

Sicherheit im Vordergrund

Ihr möchtet investieren, befürchtet aber starke Kursrückgänge?
Dann können Produkte mit Kapitalschutz oder Barrieren interessant sein:

  • Kapitalschutz-Zertifikate: Ideal für vorsichtige Anlegerinnen.
  • Bonus- oder Express-Zertifikate: Bieten Puffer, wenn Märkte schwanken.

Regelmäßige Einnahmen

Ihr möchtet planbare Erträge? Dann lohnt sich ein Blick auf:

  • Aktienanleihen / Aktienanleihen Protect: Attraktive Zinsen sind möglich bei einem klaren Rückzahlungsprofil.

Gezielte Renditechancen

Ihr seid bereit, etwas mehr Risiko zu tragen, wenn die Chance darauf stimmt?

  • Discount-Zertifikate: Interessant bei seitwärts laufenden Märkten.
  • Optionsscheine: Für erfahrene, sehr risikobereite Anlegerinnen mit klaren Marktmeinungen.

2. Welche Marktmeinung habt Ihr?

Strukturierte Wertpapiere funktionieren nur gut, wenn sie zur Erwartung passen, wie sich der Markt entwickeln könnte. Die Glaskugel für den perfekten Zeitpunkt gibt es natürlich nicht – aber eine grobe Einschätzung reicht schon mal aus, um die Richtung zu erkennen.

Wenn Ihr erwartet …

  • leicht steigende Kurse: z. B. Discount- oder Bonus-Zertifikate
  • seitwärts laufende Märkte: z. B. Aktienanleihen, Bonus-Zertifikate
  • unsichere Marktphasen: z. B. Kapitalschutz-Produkte
  • stark steigende Kurse: z. B. Optionsscheine oder Produkte mit unbegrenzter Partizipation

Ihr müsst nicht hellsehen – nur einordnen, welches Szenario Euch am wahrscheinlichsten erscheint.


3. Wie viel Risiko wollt Ihr tragen?

Jedes strukturierte Produkt hat eine eingebaute Risikostruktur. Diese Punkte solltet Ihr vor einem Kauf immer prüfen:

Barrieren und Schwellen

Sie definieren, wie stark der Basiswert fallen darf, damit Ihr noch Erträge erzielt oder zumindest Euren eingesetzten Nennbetrag zurückbekommt.
Je tiefer eine Barriere liegt, desto robuster das Produkt – aber oft mit geringerer Renditechance.

Emittentenrisiko

Strukturierte Wertpapiere sind Inhaberschuldverschreibungen einer Bank. Das heißt, bei Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit der Bank kann das Produkt wertlos verfallen. Ein Totalverlust ist möglich.

Deshalb sollte die Auswahl eines soliden Emittenten immer selbstverständlich sein.

Laufzeit

Kürzere Laufzeiten bieten mehr Planbarkeit.
Längere Laufzeiten können attraktivere Konditionen haben – bringen aber auch mehr Unsicherheit.


4. Produktverständnis

Macht Euch damit vertraut, was Euch in welchem Marktszenario beim gewählten Produkt erwartet:

Wenn Ihr beispielsweise sagen könnt:

  • „Ich erhalte eine feste Zinszahlung, solange die Aktie eine bestimmte Barriere nicht unterschreitet.“
    oder
  • „Ich bekomme mein Kapital zurück, selbst wenn der Markt leicht fällt.“

– dann seid Ihr auf einem guten Weg.

Bei der Auswahl der richtigen Produkte helfen aber selbstverständlich gern die Berater und Beraterinnen der Bank. Wer sich gerne vorab informieren und in die Welt der strukturierten Produkte eintauchen möchte, kann sich auf onemarkets.de unter „Wissen“ informieren oder die Guided Product Search auf der Startseite nutzen. Die Beantwortung einiger Fragen führt zu Produktvorschlägen. Selbstverständlich ist es erforderlich, sich dann gerne im Beratungsgespräch ausführlich über die konkreten Ausgestaltungsmerkmale informieren zu lassen.


5. Passt das Produkt zu Eurem gesamten Portfolio?

Strukturierte Wertpapiere sind Bausteine – sie sollten Euer Depot sinnvoll ergänzen, aber nicht dominieren.

Achtet beispielsweise darauf:

  • Nicht alles auf einen einzigen Basiswert setzen
  • Verschiedene Strukturen kombinieren (z. B. Sicherheit + Einkommensbausteine)
  • Laufzeiten unterschiedlich wählen, um flexibel zu bleiben
  • Produkte einsetzen, die euer Risiko-Rendite-Profil tatsächlich verbessern

Ein gut diversifiziertes Depot hilft Euch gerade in turbulenten Marktphasen.


Fazit: So trefft Ihr eine kluge Auswahl

Mit drei wichtigen Fragen macht Ihr Euch auf den Weg, das passende strukturierte Produkt zu finden.

  1. Was will ich erreichen – Sicherheit, Einkünfte oder Rendite?
  2. Wie könnte sich der Markt entwickeln?
  3. Wie viel Risiko passt zu mir?

Im nächsten Beitrag sprechen wir darüber, welche Risiken Ihr bei strukturierten Wertpapieren unbedingt kennen solltet und gehen dazu auf ein Beispiel ein.

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