Analyse
10:30 Uhr, 23.10.2026

Wenn ChatGPT den Kammerjäger aussucht

Der US-Schädlingsbekämpfer Rollins hat im dritten Quartal die eigenen Ziele verfehlt und senkt die Wachstumsprognose. Die Ursache liegt weniger in der Nachfrage als in KI-Suchmaschinen, die Kunden zunehmend zu anderen Anbietern lotsen.

Jerry Gahlhoff hielt sich nicht mit Floskeln auf. Das dritte Quartal habe die Erwartungen verfehlt, "und wir sind mit diesen Ergebnissen nicht zufrieden“, sagte der Chef von Rollins zum Auftakt der Telefonkonferenz. Danach stellte er eine offene Diagnose. Das Hauptproblem des Mutterkonzerns der Marke Orkin ist nicht die Nachfrage. Es liegt darin, wie Kunden heute einen Anbieter finden. Wer einen Kammerjäger braucht, fragt zunehmend ChatGPT oder Gemini. Diese Systeme empfehlen deutlich mehr Anbieter als früher. Ihre Antworten schwanken zudem je nach Plattform und Region und sogar von Tag zu Tag.

Für einen Konzern, dessen Privatkundengeschäft stark von digitalen Anfragen lebt, ist das ein ernstes Problem. Die Zahl der Kundenanfragen sank im Quartal weiter und fiel sogar unter das schwache Niveau des Vorquartals. Gahlhoff spricht von einer Welt, die sich "wahrscheinlich für immer“ verändert habe.

Wachstum ja, aber zu wenig

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