Weekend-Flash: Ölschock bremst DAX, Meta treibt Wall Street
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Wochenrückblick
Die Woche begann vergleichsweise ruhig. Der US-Dienstleistungssektor zeigte sich mit einem ISM Services PMI von 54,0 für Juni stabil, überraschend starke Auftragseingangs- und Produktionsdaten stützten die deutsche Industrie, und die Eurozonen-Inflation fiel mit 2,8 % im Juni deutlich unter die EZB-Prognose von 3,2 %. Der DAX schloss den Montag praktisch unverändert, ein treffendes Bild für das makroökonomische Patt.
Dann kippte die Stimmung. Iranische Angriffe auf Tankschiffe in der Straße von Hormus trieben Brent am Dienstag scharf nach oben und schürten Inflationserwartungen. Kaum hatte sich der Markt mit dem ersten Schock arrangiert, verkündete US-Präsident Trump am Mittwoch das Ende der Waffenruhe mit dem Iran: US-Luftangriffe und neue Ölsanktionen folgten. Brent schnellte im Wochenverlauf zeitweise auf knapp 80 USD je Barrel, bevor eine diplomatische Entspannung zum Wochenende und höhere Fördermengen der VAE den Preis wieder drückten. Am Ende stand ein Wochenschluss von 76,01 USD, ein Plus von +5,58 % gegenüber der Vorwoche. Die Anleiherenditen zogen mit: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg zeitweise auf 3,09 % und setzte konjunktursensitive Titel europaweit unter Druck. Zusätzlich senkte der IWF seine Wachstumsprognosen für Deutschland und die Eurozone.
In diesem Umfeld beendete der DAX die Woche bei 25.107 Punkten, ein Minus von 2,75 % gegenüber dem Vorwochenschluss. An der Wall Street zeigte sich ein deutlich freundlicheres Bild: Der S&P 500 legte auf Wochensicht um +1,23 % auf 7.575 Punkte zu, der Nasdaq 100 um +1,69 % auf 29.825 Punkte, gestützt von anhaltender Stärke im Technologie- und KI-Segment. Der Dow Jones dagegen gab leicht nach und schloss mit -0,50 % bei 52.637 Punkten, ein Hinweis darauf, dass das US-Wochenplus vor allem von Wachstumswerten getragen wurde.
Bei Rohstoffen und Kryptowährungen ergab sich ein gemischtes Bild: Gold verlor auf Wochensicht 1,29 % auf 4.113,70 USD, belastet vom festeren Dollar und gestiegenen Zinserwartungen infolge der Ölpreisrally, während Bitcoin um +2,57 % auf 64.128 USD zulegte. EUR/USD blieb mit einem Wochenminus von -0,20 % auf 1,14 nahezu auf der Stelle.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Sartorius AG Vz. | +7,24 % |
| Carl Zeiss Meditec | +6,23 % |
| Qiagen | +5,26 % |
| AIXTRON | -10,89 % |
| Nordex | -10,20 % |
| Rheinmetall | -9,22 % |
Die europäische Unternehmensseite stand im Zeichen von Übernahme-Fantasie und Analystenumschwüngen. Qiagen profitierte von Berichten über Übernahmeinteresse der Private-Equity-Häuser EQT, Advent und KKR und zählte mit einem Wochenplus von +5,26 % zu den stärkeren Werten. Sartorius AG Vz. gewann auf Wochensicht +7,24 %, nachdem Berenberg das Kursziel von 250 auf 270 EUR angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt hatte. Carl Zeiss Meditec (Aktuelle Analyse) schloss die Woche mit einem Plus von +6,23 %, getragen von der Hochstufung durch Metzler von Hold auf Buy, bei der das Restrukturierungsprogramm ProfitUp als zentrales Erholungssignal galt.
Für Gesprächsstoff sorgte in der Wochenmitte Deutsche Post / DHL: Mit einem EBIT von 1,85 Mrd. Euro und einem Umsatzplus von über 10 % übertraf das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 die Markterwartungen klar und hob die Jahresprognose auf über 6,5 Mrd. Euro an. Airbus stützte sich auf solide Produktionsdaten mit 89 Auslieferungen und 71 Bruttobestellungen im Juni sowie insgesamt 351 ausgelieferten Maschinen im ersten Halbjahr. Einen harten Kontrast lieferte Lufthansa, die nach Abstufungen durch Citigroup und Barclays sowie einem OLG-Urteil zu irreführender Klimawerbung deutlich unter Druck geriet. Porsche meldete einen Gewinneinbruch um rund 91 % auf 310 Mio. Euro und legte damit ein zweites Sparpaket auf. Bayer (Aktuelle Analyse) blieb trotz einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs auf 62,50 EUR unter Abgabedruck.
Auf der Verliererseite der Woche stach Rheinmetall mit -9,22 % heraus: MWB Research stufte die Aktie von Buy auf Hold ab und senkte das Kursziel auf 1.150 EUR, nachdem Kampfpanzer in NATO-Beschaffungsplänen an Priorität verloren hatten. Nordex verlor auf Wochensicht 10,20 %, obwohl der Auftragseingang im zweiten Quartal um knapp ein Drittel stieg und damit den Analystenkonsens übertraf. Salzgitter (Aktuelle Analyse) profitierte dagegen von einer JPMorgan-Hochstufung von Underweight auf Overweight mit einem auf 65 Euro angehobenen Kursziel, da die Analysten Importbeschränkungen als Stütze für europäische Stahlpreise im zweiten Halbjahr sehen.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Hewlett Packard Enterprise Co. | +17,73 % |
| Arista Networks | +16,86 % |
| Meta Platforms | +14,81 % |
| Rocket Lab | -19,33 % |
| Honeywell Aerospace | -17,47 % |
| Moderna | -14,41 % |
Das dominierende US-Thema der Woche war künstliche Intelligenz, und kein Unternehmen verkörperte das deutlicher als Meta Platforms (Aktuelle Analyse) . Am Freitag legte die Aktie nach der Ankündigung des kostenpflichtigen KI-Modells Muse Spark 1.1 und der geplanten Verdopplung der Rechenkapazität auf 14 Gigawatt bis 2027 um über 10 % zu, auf Wochensicht summierte sich das Plus auf +14,81 % und zog den Nasdaq spürbar mit nach oben. Alphabet erhielt Rückenwind durch die Expansion des Waymo-Fahrdiensts auf vier neue US-Märkte, während Amazon unter leichtem Druck stand, nachdem bekannt wurde, dass das interne KI-Projekt Moonraker für Alexa allein 2026 GPU-Kosten von über 100 Mio. USD verursachen soll. Micron Technology kündigte Investitionen von bis zu 3 Mrd. USD an, darunter eine strategische Beteiligung an Globalwafers zum Ausbau eines Wafer-Werks in Texas.
Das Highlight abseits des KI-Themas lieferte das Börsendebüt von SK Hynix: Das Unternehmen startete unter dem Kürzel SKHY an der Nasdaq bei 180 USD je ADR, 21 % über dem Ausgabepreis von 149 USD. Die 26,5-Mrd.-USD-Emission ist das größte ADR-Debüt einer ausländischen Gesellschaft überhaupt. Delta Air Lines übertraf beim bereinigten Ergebnis je Aktie mit 1,56 USD die Konsenserwartung von 1,49 USD. PepsiCo verfehlte das GAAP-Ergebnis je Aktie mit 2,18 USD knapp, übertraf aber den Umsatz mit 24,18 Mrd. USD und warnte vor höherem Kostendruck im zweiten Halbjahr.
Auf der Verliererseite stach Rocket Lab mit einem Wochenminus von -19,33 % heraus, obwohl Morgan Stanley das Overweight-Rating bestätigte und den Bull-Case auf 293 USD anhob. Alnylam Pharmaceuticals geriet unter Abgabedruck, obwohl das Scheitern des Konkurrenzprodukts Eplontersen von Ionis (Aktuelle Analyse) und AstraZeneca in der Phase-III-Studie CARDIO-TTRansform Alnylams Vutrisiran als möglichen einzigen zugelassenen RNA-Silencer in der Indikation stärken dürfte.
Ausblick auf die neue Woche
Der Kalender der neuen Woche ist prall gefüllt. Im Mittelpunkt stehen am Dienstag die US-Inflationsdaten: Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni wird mit einem Monatsrückgang von -0,1 % erwartet, der Kern-CPI (Core CPI MoM) mit +0,3 %. Die Jahresrate wird bei 3,9 % gesehen, die Kerninflation auf Jahresbasis bei 2,9 %, Werte, die maßgeblich beeinflussen dürften, wie der Markt den weiteren Fed-Zinspfad einpreist. Am Freitag folgt das Michigan Consumer Sentiment für Juli, das mit 51 Punkten erwartet wird und Aufschluss über die Stimmung der US-Verbraucher geben soll. Am Mittwoch veröffentlicht die Bank of Canada ihre BoC-Zinsentscheidung, der Markt erwartet einen Leitzins von 2,25 %. Ebenfalls am Mittwoch wird das chinesische BIP-Wachstum (Q2, YoY) bekanntgegeben, mit einer Erwartung von 4,4 %, ein wichtiger Gradmesser für die Weltwirtschaftsdynamik.
Die Berichtssaison nimmt gleichzeitig Fahrt auf. Gleich am Dienstag legen mit JPMorgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs und Wells Fargo die Schwergewichte des US-Bankensektors ihre Quartalsergebnisse vor, ein erster umfassender Stimmungstest für die Finanzbranche in einem Zinsumfeld, das zunehmend unter Druck gerät. Am Mittwoch folgen ASML Holding, Johnson & Johnson und Morgan Stanley, am Donnerstag berichten UnitedHealth Group, GE Aerospace und Netflix. Besondere Aufmerksamkeit dürfte ASML auf sich ziehen, dessen Zahlen als Frühindikator für den globalen Halbleiter-Investitionszyklus gelten.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
