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13:07 Uhr, 16.10.2026

TRAVELERS: Was treibt den Gewinn je Aktie bei stagnierenden Prämien?

Travelers steigert das Kernergebnis je Aktie auf 9,18 USD, doch Reserveauflösungen und Aktienrückkäufe tragen den Zuwachs, nicht das Kerngeschäft.

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Travelers verdient je Aktie deutlich mehr als erwartet. Den Zuwachs tragen allerdings vor allem aufgelöste Schadenreserven, Aktienrückkäufe und ein Rekordergebnis aus Kapitalanlagen, während das Versicherungsgeschäft selbst kaum vorankommt.

✦ Auf einen Blick

• Das Kernergebnis je Aktie steigt von 8,14 USD auf 9,18 USD und liegt rund 24 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 7,39 USD.

• Die Erträge stagnieren bei 12,41 Mrd. USD, die gebuchten Nettoprämien wachsen ohne das verkaufte Kanada-Geschäft um 2 %.

• Die Combined Ratio verbessert sich von 87,3 % auf 86,8 %, gestützt auf Reserveauflösungen von 234 Mio. USD vor Steuern.

• Das Kapitalanlageergebnis steigt um 6 % auf den Rekordwert von 1,10 Mrd. USD vor Steuern.

• Travelers gibt im Quartal 1,77 Mrd. USD an die Aktionäre zurück, davon 1,51 Mrd. USD über Aktienrückkäufe.

Die Erträge der Travelers Companies stagnieren im dritten Quartal bei 12,41 Mrd. USD nach 12,47 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Auch die gebuchten Nettoprämien bleiben mit 11,48 Mrd. USD auf Vorjahresniveau; ohne das im ersten Quartal verkaufte Kanada-Geschäft ergibt sich ein Plus von 2 %. Die Combined Ratio verbessert sich von 87,3 % auf 86,8 %, während das Kapitalanlageergebnis um 6 % auf den Rekordwert von 1,10 Mrd. USD vor Steuern steigt.

Der Nettogewinn steigt von 1,89 Mrd. USD auf 1,92 Mrd. USD, je Aktie von 8,24 USD auf 9,04 USD. Das operative Kernergebnis ohne realisierte Anlageergebnisse (Core Income) erreicht 9,18 USD je Aktie nach 8,14 USD und liegt damit rund 24 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 7,39 USD. In einer ersten vorbörslichen Indikation notiert die Aktie rund 2,9 % tiefer.

Der Gewinnzuwachs kommt aus der Bilanz

Für die Einordnung zählt, woher der Gewinnzuwachs kommt. Aus der Auflösung von Reserven für Schäden früherer Jahre fließen vor Steuern 234 Mio. USD ins Ergebnis, nach nur 22 Mio. USD im Vorjahresquartal, obwohl Travelers zugleich 295 Mio. USD für Asbestschäden nachreserviert. Die Katastrophenschäden durch Wind- und Hagelstürme steigen dagegen von 402 Mio. USD auf 538 Mio. USD. Ohne beide Effekte sinkt das zugrunde liegende versicherungstechnische Ergebnis leicht auf 1,74 Mrd. USD nach 1,76 Mrd. USD. Die bereinigte Combined Ratio verschlechtert sich minimal von 83,9 % auf 84,1 %.

Die Rückkäufe verstärken den Effekt: Weil die verwässerte Aktienzahl um 7 % schrumpft, wächst das Kernergebnis je Aktie um 13 %, in absoluten Zahlen aber nur um 4 %. Die Profitabilität ist hoch, doch ihr Zuwachs stammt derzeit nicht aus dem laufenden Versicherungsgeschäft. Den Ausschlag geben Reserven, Zinsen und die sinkende Aktienzahl.

Firmenkunden wachsen, Privatkunden schrumpfen

Die Segmente laufen auseinander. In Business Insurance steigen die Nettoprämien ohne Kanada um 4 %, wobei verlängerte Policen außerhalb der Sachsparte 7,0 % mehr Prämie einbringen. Bei Bond & Specialty Insurance wachsen die Nettoprämien um 12 % auf 1,21 Mrd. USD, angetrieben vom Kautionsgeschäft. In Personal Insurance schrumpfen sie dagegen um 7 % auf 4,40 Mrd. USD; das Kfz-Geschäft verliert 8 %. Die höheren Sturmschäden drücken den Segmentgewinn zudem von 807 Mio. USD auf 706 Mio. USD, obwohl sich die bereinigte Schadenquote im Autobereich verbessert.

CEO Alan Schnitzer betont hervorragende Ergebnisse und stellt die Disziplin bei der Zeichnung in den Vordergrund. Zugleich hebt er das Wachstum in mehreren Bereichen hervor: In Business Insurance sei man in jeder Sparte außer Property gewachsen, in Bond & Specialty Insurance seien die Nettoprämien um 12 % gestiegen, und im Kautionsgeschäft sogar um 21 %. Das passt zu einem Konzern, der Marge klar vor Menge stellt und das Privatkundengeschäft eher verkleinert als ausbaut.

Travelers Companies: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Schnitzer sieht den Konzern gut aufgestellt für einen starken Jahresabschluss und gibt sich mit Blick auf 2027 zuversichtlich. Diese Zuversicht stützt sich auf Margen und Kapitalstärke. Bei den Erträgen lässt die Dynamik dagegen weiter nach: Die Wachstumsrate ist in den vergangenen Quartalen von 3,5 % über 1 % und 0,3 % auf zuletzt 0 % gesunken. Reserveauflösungen in der Größenordnung dieses Quartals lassen sich zudem nicht planen.

Den Gewinn je Aktie stützen weiterhin die Rückkäufe. Im Quartal gibt Travelers 1,77 Mrd. USD an die Aktionäre zurück, davon 1,51 Mrd. USD über Aktienrückkäufe. Aus den bestehenden Genehmigungen stehen noch 2,42 Mrd. USD zur Verfügung. Der bereinigte Buchwert je Aktie steigt binnen Jahresfrist um 15 % auf 172,47 USD.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Erträge 48,83 Mrd. USD 44,02 Mrd. USD 45,30 Mrd. USD
EPS 27,69 USD 34,69 USD 30,51 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens); Erträge = Konzern-Gesamterträge

Fazit: Travelers übertrifft mit dem Kernergebnis je Aktie die Schätzung um fast ein Viertel, während die bereinigte Prämienbasis nur um 2 % wächst. Auf Basis der Analystenschätzungen liegt das KGV bei 11,1 für 2026 und bei 12,6 für 2027, weil der Konsens für 2027 nach einem Jahr mit deutlich geringeren Katastrophenschäden einen Gewinnrückgang von 12 % erwartet. Solange Rückkäufe und Reserven das fehlende Wachstum ausgleichen, bleibt die Tendenz für die Aktie verhalten freundlich. Die Zeichnungsqualität und die Kapitalrückgabe sprechen für ein solides Quartal, doch der Makel ist klar: Das zugrunde liegende versicherungstechnische Ergebnis geht leicht zurück, das Privatkundengeschäft schrumpft und die Erträge stagnieren.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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