Waldbrände in der Türkei: Erdogan unter Druck
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Istanbul (Godmode-Trader.de) - Die Waldbrände in der Türkei sind die schlimmsten in der Geschichte des Landes. Das erklärte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwochabend in einem TV-Interview. Besonders betroffen sind die Regionen Antalya und Mugla an der Mittelmeerküste. Allein in Mugla wurden bisher 2.000 Häuser beschädigt, 16.000 Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen, wie Innenminister Süleyman Soylu gegenüber Journalisten erklärte. Bisher starben acht Menschen im Zusammenhang mit den Bränden.
Im Land wird die Regierung für die schlecht ausgerüsteten Hilfskräfte verantwortlich gemacht. Viele Beobachter haben den Eindruck, dass die Reaktion der Politik zu langsam und zu wenig durchdacht ausfiel. Ganz im Gegensatz zu den Maßnahmen der Nachbarländer wie Griechenland gegen die wütenden Brände in der Mittelmeer-Region.
Eine Naturkatastrophe könne den Regierenden die Gelegenheit bieten, die Ärmel hochzukrempeln und zu handeln, die Bürger zu beruhigen und staatsmännisch zu handeln. Oder sie verwandle sich in eine politische Krise, kommentierte Bloomberg. Für Präsident Recep Tayyip Erdogan bestehe durchaus die Gefahr, zu letzterem entwickeln.
Seine Popularität und die der Regierungspartei AKP sind bereits im Schwinden, da die Wirtschaft danieder liegt und Korruptionsvorwürfe gegen Regierung und Bürokratie lauter werden.
Als der Hashtag "helpturkey" auf Twitter die Runde machte, ordnete die Regierung Untersuchungen von Beiträgen in den sozialen Medien an, die ihrer Meinung nach Angst und Panik verbreiten, berichtet Bloomberg. Die Rundfunkaufsichtsbehörde wies die Fernsehsender demnach auch an, die Berichterstattung über die Brände einzuschränken, einschließlich Inhalten, die „Aufruhr und Chaos verursachen".
Erdogan versucht nun, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem er erneut Druck auf die Zentralbank ausübt, die Zinssätze zu senken, und sein unorthodoxes Argument wiederholt, dass höhere Kreditkosten die Inflation fördern. Er besteht immer noch darauf, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als 7 Prozent wachsen kann. All dies deute darauf hin, dass der Präsident den Druck spüre, auch wenn die nächsten Wahlen planmäßig erst in zwei Jahren stattfänden, so Bloomberg.
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