US-Notenbank belässt Leitzins unverändert
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Erwähnte Instrumente
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Hinweis: Updates von der laufenden Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell gibt es am Ende des Artikels.
Die US-Notenbank Fed hat im Rahmen ihres Zinsentscheids am Mittwoch wie erwartet die Zinsen unverändert belassen. Das Zielband für die Fed Funds Rate bleibt bei 3,50 % bis 3,75 % , wie der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed am Mittwochabend ankündigte. Die Entscheidung fiel mit elf zu einer Stimme. Das von Trump nominierte Fed-Direktoriumsmitglied Stephen Miran stimmte für eine Zinssenkung.
Welche Auswirkungen der Iran-Krieg auf Konjunktur und Inflation haben könnte, ist nach Einschätzung der Fed unsicher. "Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind ungewiss. Der Ausschuss beobachtet die Risiken für beide Seiten seines dualen Mandats aufmerksam", heißt es im Statement zum Zinsentscheid.
Zuletzt haben neue Inflationssorgen die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen in diesem Jahr stark verringert. Der Iran-Krieg führte zu einem starken Anstieg der Öl- und Gaspreise, was die Inflation in den kommenden Monaten befeuern dürfte. Gleichzeitig entwickelte sich der US-Arbeitsmarkt im Januar sehr schwach, was die Fed vor einen schwierigen Zielkonflikt stellen könnte, da weitere Zinssenkungen die Konjunktur stützen, gleichzeitig aber die Inflation weiter anheizen könnten.
"Verfügbare Indikatoren deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Aktivität in einem soliden Tempo expandiert. Die Beschäftigungszuwächse sind verhalten geblieben, und die Arbeitslosenquote hat sich in den vergangenen Monaten kaum verändert. Die Inflation bleibt weiterhin leicht erhöht", heißt es weiter im Statement zum Zinsentscheid.
Für die kommenden Monate stellt die Fed unverändert eine Zinssenkung in Aussicht. Bis Jahresende erwarten die Mitglieder des Offenmarktausschusses im Mittel weiterhin eine Reduzierung um 0,25 Prozentpunkte, wie aus dem sogenannten Dot Plot hervorgeht. Sieben FOMC-Mitglieder erwarten keine Zinsänderung bis Jahresende, sieben Mitglieder erwarten einen Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte, zwei Mitglieder erwarten jeweils zwei bzw. drei Zinssenkungen um 0,25 Prozentpunkte und ein Mitglied sogar vier Zinssenkungen bis Ende 2026. Ende 2027, 2028 und auf längere Sicht wird ein Leitzins im Median von 3,1 % in Aussicht gestellt.
Unterdessen hat die Fed ihre Konjunkturprognosen für 2026 und 2027 leicht erhöht. Für das laufende Jahr wird nun ein Wachstum um 2,4 % statt zuvor 2,3 % und für 2027 von 2,3 % statt 2,0 % erwartet.
Auch eine höhere Inflation wird von der Fed erwartet. Die Erwartung für die PCE-Inflationsrate im Jahr 2026 wurde von 2,4 % auf 2,7 % angehoben und für 2027 von 2,1 % auf 2,2 % erhöht.
Besondere Spannung erhält der heutige Zinsentscheid auch dadurch, dass es sich um den vorletzten in der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell handelt. Trump hat mit Kevin Warsh bereits einen Nachfolger nominiert, dessen Bestätigung im Senat vorerst allerdings blockiert wird, was im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Powell steht, die allerdings zuletzt durch einen Richter ebenfalls behindert wurden. Unterdessen wurde am Freitag aus Gerichtsunterlagen bekannt, dass Powell offenbar erwägt, nach dem Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender im Verwaltungsrat der Fed zu verbleiben.
Update: Sinngemäße Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell auf der Pressekonferenz:
- Bleiben fest entschlossen, unser doppeltes Mandat in Bezug auf Inflation und Arbeitsmarkt zu erfüllen.
- Die US-Wirtschaft ist zuletzt mit solidem Tempo gewachsen.
- Jobwachstum bleibt niedrig, aber die Arbeitslosenquote hat sich zuletzt kaum verändert. Die Inflation bleibt etwas erhöht.
- Auswirkungen der Situation im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind unsicher. Beachten beide Seiten unseres doppelten Mandates.
- Die Arbeitslosigkeit hat sich seit dem Sommer wenig verändert.
- Die Inflation hat sich gegenüber den Hochs im Jahr 2022 deutlich verringert, bleibt aber etwas erhöht.
- Höhere Energiepreise dürften die Inflation auf kurze Sicht erhöhen, aber es zu früh um Stärke und Dauer der Auswirkungen zu kennen.
- Ob die Fed durch die höhere Inflation durch die Energiepreisanstiege "hindurchblicken" wird, steht noch nicht fest. Es hängt davon ab, ob die Inflationserwartungen gut verankert bleiben. Zuletzt haben die Zölle die Inflation beeinflusst.
- Entscheidend ist, dass wir Fortschritte bei der Reduzierung der Inflation sehen. Wenn wir keinen Fortschritt bei der Inflation sehen, wird es keine weitere Zinssenkung geben.
- Niemand weiß, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen (in Bezug auf den Nahen Osten) ausfallen. Höhere Spritpreise könnten die persönliche Nachfrage belasten, aber niemand weiß. ob es wirklich so kommen wird.
- Weil wir ein Nettoexporteur von Öl sind, werden Auswirkungen auf die persönliche Nachfrage durch höhere Gewinne der Ölunternehmen ausgeglichen. Der Nettoeffekt wäre trotzdem ein gewisser Abwärtsdruck auf die Nachfrage und den Arbeitsmarkt sowie ein Aufwärtsdruck auf die Inflation.
- Ein Teil der Abschwächung der Inflation (Disinflation) die wir sehen wollen, ist einfach der nachlassende Effekt der Zölle.
- Wir befinden uns aktuell an der Grenze zwischen restriktiver und nicht restriktiver Geldpolitik und wir denken, dass wir uns damit am richtigen Ort befinden.
- Der Arbeitsmarkt ist aktuell eindeutig kein Inflationstreiber.
- Beide Seiten des Mandats sind gleichzeitig von Risiken betroffen.
- Wenn kein Nachfolger als Fed-Vorsitzender bestätigt ist, wenn meine Amtszeit als Vorsitzender endet, werde ich kommissarisch das Amt weiter ausüben. Das ist gesetzlich so festgelegt.
- Werde mein Mandat im Offenmarktausschuss nicht beenden, solange das Verfahren gegen mich läuft.
- Ob ich den Offenmarktausschuss verlassen werde, nachdem das Verfahren gegen mich beendet ist, habe ich noch nicht entschieden.
- Es gibt einige Anzeichen für Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt.
- Covid war ein einmaliges Ereignis, dieser Energiepreisanstieg ist ebenfalls ein einmaliges Ereignis. Wir haben zuletzt eindeutig mehr Nachfrageschocks gesehen, als es normal ist.
- Die Möglichkeit, dass die nächste Zinsänderung eine Erhöhung sein könnte, wurde heute diskutiert, wie auch beim letzten Meeting. Die große Mehrheit der Mitgliedes Offenmarktausschusses sieht das nicht als ihr Basisszenario. Wir nehmen die Möglichkeit natürlich nicht vom Tisch.
- Bisher hat die überwiegende Mehrheit der Inflationsindikatoren nicht gezeigt, dass sich die langfristigen Inflationserwartungen erhöht hätten.
- Eine Stagflation wie in den 1970er Jahren droht aktuell nicht. Die Arbeitslosigkeit liegt aktuell in der Nähe des normalen Niveaus und die Inflation ist ein Prozentpunkt über dem Ziel. Ich würde die Bezeichnung "Stagflation" für eine viel ernstere Situation reservieren.
- Wir werden in den kommenden sechs Wochen bis zum nächsten Meeting viel darüber erfahren, wie sich die Situation entwickelt, besonders mit Blick auf den Nahen Osten.
- Zölle sollten in der Theorie ein einmaliger Effekt sein, aber ich bin mir überhaupt nicht sicher, dass es tatsächlich so ist. Wir wissen nicht, wie lange es dauert, bis der Zolleffekt durch die gesamte Wirtschaft hindurchgegangen ist.
- Die Zölle sind durch die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gesunken, aber die Regierung hat angekündigt, dass sie sie wieder erhöhen wird, und wir rechnen damit, dass das geschehen wird.
- Es wird einige Jahre an Reallohnsteigerungen brauchen, bis die Menschen die Preissteigerungen nicht mehr als Belastung empfinden.
- Unabhängigkeit der Fed ist entscheidend dafür, dass wir unsere Arbeit erledigen können.
- Höhere Wachstumserwartungen basieren auf der Erwartung höherer Produktivität. Es ist unklar, welchen Effekt KI haben wird.
- KI-Ausbau erhöht zunächst die Nachfrage durch den Bau von Rechenzentren, kann aber längerfristiger auch die Produktivität und das Angebot erhöhen. Wir wissen noch nicht, wie sich die Auswirkungen entwickeln werden.

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