Analyse
12:45 Uhr, 27.01.2026

UNITEDHEALTH - Absturz geht nach Zahlen weiter

UnitedHealth hat das Jahr 2025 mit einem operativ schwierigen Schlussquartal beendet und zugleich einen vorsichtigen Ausblick für 2026 vorgelegt.

Erwähnte Instrumente

  • UnitedHealth Group Inc. - WKN: 869561 - ISIN: US91324P1021 - Kurs: 351,640 $ (NYSE)

Der Konzernumsatz erreichte im vierten Quartal 113,2 Mrd. USD und blieb damit leicht unter den Erwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,11 USD knapp über dem Konsens, wurde jedoch von einer deutlich schwächeren Profitabilität überlagert. Die operative Marge fiel auf 0,3 %, die Medical Care Ratio stieg auf 92,4 % und machte den anhaltenden Kostendruck im Versicherungsgeschäft sichtbar.

Das Zahlenwerk des Quartals ist stark von Einmaleffekten geprägt. UnitedHealth verbuchte eine Sonderbelastung von 1,6 Mrd. USD nach Steuern, die aus Cyberattacken, Portfolioverkäufen und umfassenden Restrukturierungen resultierte. Diese Effekte wurden aus den bereinigten Ergebnissen herausgerechnet, drückten jedoch den ausgewiesenen operativen Gewinn auf lediglich 0,4 Mrd. USD. Auch auf Jahressicht blieb die Ertragskraft unter Druck. Zwar wuchs der Umsatz 2025 um 12 % auf 447,6 Mrd. USD, doch die operative Marge sank auf 2,7 %. Vor allem steigende medizinische Kosten, regulatorische Eingriffe und geringere Medicare-Erstattungen belasteten die Profitabilität.

Wachstumsträger und Bremsklötze

UnitedHealthcare blieb mit einem Umsatzplus von 16 % auf 344,9 Mrd. USD der wichtigste Wachstumstreiber. Optum wuchs mit 7 % auf 270,6 Mrd. USD langsamer und litt insbesondere im Bereich Optum Health unter Margenrückgängen. Die Medical Care Ratio erhöhte sich im Gesamtjahr auf 89,1 % und verdeutlicht, dass das Geschäftsmodell kurzfristig stärker von Kosteninflation als von Skaleneffekten geprägt ist.

Für 2026 schlägt das Management einen defensiveren Ton an. UnitedHealth rechnet mit Erlösen von mehr als 439 Mrd. USD und damit unterhalb der Markterwartungen, was einer bewussten Konsolidierung und einer Reduzierung weniger profitabler Aktivitäten geschuldet ist. Gleichzeitig soll das operative Ergebnis auf über 24 Mrd. USD steigen, die operative Marge auf rund 5,5 % zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird mit über 17,75 USD (erwartet 17,76 USD) prognostiziert. Die Medical Care Ratio soll auf etwa 88,8 % sinken, die Kostenquote weiter zurückgehen. Der operative Cashflow soll mehr als 18 Mrd. USD erreichen, bleibt damit jedoch ebenfalls unter den bisherigen Analystenschätzungen.

Politischer Gegenwind für den gesamten Sektor

Zusätzlichen Druck erhält der Ausblick durch das politische Umfeld. Berichte über einen Vorschlag der Trump-Administration, die Medicare-Erstattungssätze für 2026 mit einem Plus von lediglich 0,09 % nahezu einzufrieren, haben zuletzt die gesamte Branche belastet. Die Ankündigung liegt deutlich unter den Erwartungen des Marktes und traf insbesondere Anbieter mit hoher Medicare-Abhängigkeit. Die Aktien von Humana, CVS Health und Centene gerieten teils zweistellig unter Druck. Auch UnitedHealth, als größter Medicare-Versicherer nach Mitgliedern, verlor deutlich an Wert. Die Sorge der Investoren ist klar: Nur gering absteigende Erstattungssätze erschweren es, steigende Behandlungskosten über Prämien oder staatliche Zahlungen auszugleichen und setzen die Margen weiter unter Druck.

Fazit: Die Zahlen und der Ausblick sind nicht als gut einzuordnen. Der Druck kommt von allen Seiten, jetzt auch noch politischer Natur. Ein schwieriges und enorm komplexes Umfeld für Investoren. Defensiv ist hier jedenfalls nur noch recht wenig. Aufgrund der Komplexität und der Gemengelage halte ich mich als Investor hier fern. Die Medicarekosten sind auch ein Wahlkampfthema. In erster Reaktion verliert die UnitedHealth-Aktie erneut zweistellig.

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Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 447,99 455,98 478,54
Ergebnis je Aktie in USD 16,32 17,76 20,79
KGV 22 20 17
Dividende je Aktie in USD 8,61 9,09 9,33
Dividendenrendite 2,45% 2,59% 2,66%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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1 Kommentar

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  • goletitout
    goletitout

    Bin da leider investiert, seit ein paar Jahren schon. Gerade mit -37% entsprechend fett im Minus. Der heutige Abverkauf ist herb. Es wird jetzt abzuwarten sein, ob sie sich nochmal in Richtung der Tiefstände aus letztem Sommer aufmacht (und dann hoffentlich nen Doppelboden fabriziert, alles andere wäre fatal), oder aber ob das vielleicht auch nur ein satter Dämpfer im Rahmen der Bodenbildung sein soll. Könnte mit gutem Willen auch als rechte Schulter einer inversen SKS gesehen werden. Egal wie man es betrachtet: schön ist das nicht. Allerdings, jetzt aussteigen, auch schwierig. Man sollte meinen, dass alles eingepreist ist. Das Bittere an dieser Aktie (wie auch z.B. an Fiserv) ist, dass man sie als Nobrainer-Qualitätsaktie lange gesehen hat. Aber nein, kein Einzelunternehmen ist 100% sicher. Wenn man sowas nicht erleben möchte, hilft nur, sich von Einzelaktien fern zu halten.

    13:32 Uhr, 27.01.