Analyse
12:15 Uhr, 22.07.2022

UNIPER - Riesige Kapitalmaßnahmen ante portas?

Soeben vermeldet Uniper eine Einigung mit der Bundesregierung über ein Rettungspaket für den angeschlagenen Energiekonzern.

Erwähnte Instrumente

  • Uniper
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  • Uniper - WKN: UNSE02 - ISIN: DE000UNSE026 - Kurs: 10,980 € (XETRA)

Diese sieht, wie schon vorab berichtet, eine Kapitalerhöhung um 267 Mio. EUR zu 1,70 EUR je Aktie vor. Damit hält der Bund im Anschluss 30 % am Konzern. Die Kapitalerhöhung wird ausschließlich vom Bund übernommen.

Pflichtwandelanleihe über bis zu 7,7 Mrd. EUR

Der eigentliche Hammer ist aber die Pflichtwandelanleihe, die Uniper begeben soll. Die Höhe wird mit bis zu 7,7 Mrd. EUR veranschlagt. Diese soll nicht sofort ausgegeben werden, sondern in Tranchen je nach Liquiditätsbedarf. Der Umtauschpreis sieht einen Abschlag von jeweils 25 % bis 50 % auf den Börsenkurs der Aktie vor. Es könnte damit zu einer weiteren gigantischen Verwässerung der Altaktionäre kommen, die am Markt kritisch gesehen werden dürfte. Aktuell ist der Konzern mit nur 4 Mrd. EUR bewertet! Die Aktienanzahl könnte sich also vervielfachen, wenn es denn schlecht läuft.

Dem Großaktionär Fortum wird eine Option eingeräumt, bis zu 4 Mrd. EUR der Wandelanleihe vom Bund zu übernehmen, aber nicht mehr als 70 %. Das Darlehen der KfW soll von 2 Mrd. EUR auf 9 Mrd. EUR aufgestockt werden.

90 % der Ersatzbeschaffungskosten für russisches Gas dürfen Importeure künftig weitergeben, so die Mitteilung. Auf dieser Grundlage wurde die "Rettungsmaßnahme" kalibriert. Sollten die Verluste größer als 7 Mrd. EUR ausfallen steht die Regierung bereit für weitere Hilfsmaßnahmen.

Uniper wird nun eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um die Maßnahmen zu beschließen.

Fazit: Den Aktionären drohen erhebliche Verwässerungen in der Zukunft. Je nachdem, wie schlimm die Lage wird, könnte sich die Aktienanzahl von Uniper vervielfachen. Heutigen Aktionäre droht dann ein erheblicher Verlust. Die Aktie ist ein Spielball der Spekulanten. Freie Aktionäre haben aber zumindest die Sicherheit, erstmal nicht mit einer Insolvenz konfrontiert zu werden. Reichlich wenig Argumente für ein Engagement in der Aktie.

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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3. Im Premium-Service Trademate betreut er das Depot "Deutsche Aktien".

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