Analyse
07:59 Uhr, 16.03.2026

Übernahmeangebot für die COMMERZBANK ist da!

Die italienische Großbank UniCredit macht Ernst im Ringen um die Commerzbank. Der Konzern kündigte am Montagmorgen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausstehenden Aktien der Frankfurter Bank an.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: DE000CBK1001Kopiert
    Kursstand: 29,590 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • ISIN: IT0005239360Kopiert
    Kursstand: 63,520 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Commerzbank AG - WKN: CBK100 - ISIN: DE000CBK1001 - Kurs: 29,590 € (XETRA)
  • UniCredit S.p.A. - WKN: A2DJV6 - ISIN: IT0005239360 - Kurs: 63,520 € (XETRA)

Der Schritt markiert eine neue Phase in der Konsolidierung des europäischen Bankensektors.

Im Zentrum der Transaktion steht ein Aktientausch. UniCredit beabsichtigt, den Aktionären der Commerzbank je Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien anzubieten. Die neuen Papiere sollen im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden, die ausschließlich den Commerzbank-Aktionären vorbehalten ist.

Die italienische Bank hält bereits heute rund 26,02 % der Commerzbank-Aktien. Hinzu kommen Total Return Swaps auf weitere 3,97 % des Kapitals. Damit kontrolliert UniCredit wirtschaftlich bereits knapp 30 % der deutschen Bank.

Das Grundkapital der Commerzbank beträgt derzeit 1,13 Mrd. EUR, verteilt auf ebenso viele Stückaktien. UniCredit selbst verfügt über ein Grundkapital von rund 21,5 Mrd. EUR und etwa 1,51 Mrd. ausstehende Aktien.

Der geplante Aktientausch entspricht den Mindestanforderungen des deutschen Übernahmerechts und muss noch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht festgelegt werden.

Kapitalerhöhung als Schlüssel

Damit der Aktientausch umgesetzt werden kann, muss UniCredit zunächst neue Aktien schaffen. Der Verwaltungsrat will dafür eine außerordentliche Hauptversammlung spätestens am 4. Mai 2026 einberufen. Dort sollen die Aktionäre den Vorstand zur Kapitalerhöhung ermächtigen.

Die neuen Aktien würden ausschließlich an jene Investoren ausgegeben, die ihre Commerzbank-Anteile im Rahmen des Angebots einreichen. Technisch handelt es sich damit um eine sogenannte Sachkapitalerhöhung, bei der die Commerzbank-Aktien als Einlage dienen.

Der Vollzug der Transaktion steht zudem unter mehreren regulatorischen Vorbehalten. Dazu zählen insbesondere Genehmigungen durch die Europäische Zentralbank, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie kartell- und investitionsrechtliche Prüfungen innerhalb der Europäischen Union.

Strategisch passt der Vorstoß in eine breitere Entwicklung: Europas Bankenlandschaft steht seit Jahren unter Druck durch niedrige Margen, steigende Regulierungskosten und die wachsende Konkurrenz internationaler Institute. Grenzüberschreitende Fusionen gelten daher als möglicher Weg, Größe und Effizienz zu erhöhen.

UniCredit-Chef Andrea Orcel verfolgt bereits länger eine Expansionsstrategie in Deutschland. Die Commerzbank gilt wegen ihrer starken Mittelstandsbank und der tiefen Verankerung im deutschen Firmenkundengeschäft als attraktives Ziel.

Für Frankfurt hätte eine Übernahme erhebliche strukturelle Folgen. Die Commerzbank ist neben der Deutsche Bank eines der wenigen verbliebenen großen privaten Kreditinstitute Deutschlands.

Fazit: Der Vorstoß von UniCredit kommt nicht überraschend. Mit dem bereits aufgebauten Anteil hatte sich die italienische Bank in eine Position gebracht, die eine vollständige Übernahme nahezu zwangsläufig erscheinen ließ. Allerdings dürfte der Deal politisch und regulatorisch sensibel werden. Die Commerzbank ist tief im deutschen Mittelstand verankert, zudem hält der deutsche Staat seit der Finanzkrise noch immer eine Beteiligung. Ein reiner Aktientausch ist für die Commerzbank-Aktionäre nur wenig reizvoll und dürfte m.E. nur begrenzt zum Umtausch anregen. Zudem gibt es keine attraktive Prämie.

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