TUI - Kommt jetzt die Gewinnwarnung?
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- TUI AG - WKN: TUAG50 - ISIN: DE000TUAG505 - Kurs: 7,136 € (XETRA)
Vorstandschef Sebastian Ebel sprach damals von einem guten Start ins Jahr, betonte die Widerstandskraft des integrierten Geschäftsmodells und verwies auf Fortschritte bei App, Direktvertrieb und dynamischer Paketierung. Auch im Analystencall klang das Management überzeugt, den Sommer mit Fokus auf Margenschutz und eine disziplinierte Steuerung der Kapazitäten ordentlich zu bewältigen.
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Inzwischen hat sich das Umfeld jedoch spürbar verschlechtert. Der Krieg mit Iran-Bezug hat den internationalen Luftverkehr binnen weniger Wochen stark belastet. Hohe Kerosinpreise, gestörte Lieferketten, Probleme rund um die Straße von Hormus und der Ausfall wichtiger Drehkreuze am Golf verändern die Marktmechanik abrupt. Besonders auf den Langstrecken nach Asien fehlen Kapazitäten, weil Verbindungen über Doha, Dubai oder Abu Dhabi nur eingeschränkt oder gar nicht mehr verfügbar sind. Das verteuert Tickets, verschiebt Nachfrage und erhöht den operativen Druck auf Reiseanbieter in ganz Europa. Zudem hängen Kreuzfahrtschiffe fest und können nicht gebucht werden.
Für Tui ist das eine heikle Gemengelage. Einerseits eröffnen sich Chancen. Wenn Urlauber in der Krise auf vertraute Ziele in West- und Südeuropa ausweichen, kann der Konzern davon profitieren. Genau diese Verschiebung ist bereits zu beobachten. Spanien und klassische Mittelmeerziele gewinnen an Zuspruch, während unsicherere Regionen an Attraktivität verlieren. Für Tui spricht dabei die eigene vertikale Integration: Wer Flug, Hotel, Vertrieb und Zusatzangebote enger verzahnt als viele Wettbewerber, kann Nachfrage schneller umlenken und freie Kapazitäten gezielter auf margenstärkere Strecken und Destinationen lenken.
Wachsende Unsicherheit
Andererseits wachsen die Risiken schneller als die Chancen. Das Bankhaus Metzler hat sein Kursziel für Tui heute von 14 auf 13 EUR gesenkt, die Kaufempfehlung aber beibehalten. Analyst Nikolas Demeter hält die Jahresziele des Konzerns wegen der Folgen des Iran-Kriegs für kaum noch erreichbar und geht inzwischen davon aus, dass Tui 2026 operativ nur in etwa auf Vorjahresniveau landen dürfte. Aus einem Jahr mit Wachstumsanspruch wird in der Modellrechnung eines wohlgesinnten Hauses ein Jahr des Stillstands.
Hinzu kommt, dass Tui schon im Februar selbst auf späte Buchungen, regionale Verschiebungen und die Notwendigkeit verwiesen hatte, Risiko-Kapazitäten streng zu steuern. Ebel sprach von einem ausgeprägten Last-Minute-Trend, vor allem bei Familien. Genau dieses Muster wird in einem unsicheren geopolitischen Umfeld gefährlich: Steigen Flugpreise weiter, reagieren Verbraucher oft zögerlicher, warten länger oder buchen kürzere Reisen. Das erschwert Planung, belastet Sichtbarkeit und erhöht die Anfälligkeit für Enttäuschungen im Sommergeschäft.
Zusätzlichen Druck erzeugt die Branchenentwicklung selbst. Easyjet spricht bereits von vorübergehend gedämpfter Nachfrage in Teilen des östlichen Mittelmeerraums, SAS streicht wegen teuren Kerosins unprofitablere Flüge, und auch Lufthansa prüft laut Berichten Szenarien mit stillgelegten Flugzeugen. Das zeigt, wie rasch aus einem Kostenproblem ein Nachfrageproblem werden kann. Selbst wenn Tui besser abgesichert ist als manche Airline, bleibt der Konzern abhängig von einem funktionierenden, preissensiblen Reisemarkt.
Fazit: Tui ist sicherlich besser aufgestellt als in früheren Krisen. Dennoch wird man die Belastungen auch im Ergebnis sehen. Der Vorteil: Die Bewertung ist schon sehr niedrig, die Börse hat hier längst keine Vorschusslorbeeren verteilt. Wenn es gelingt, die Lage erfolgreich zu managen, dann wäre selbst ein etwas niedrigerer Gewinn ohne größeren weiteren Kurseinbruch verkraftbar. Aber eine Gewinnwarnung liegt in der Luft, und das dürfte das Sentiment zunächst belasten.
| Jahr | 2024/25 | 2025/26e* | 2026/27e* |
| Umsatz in Mrd. EUR | 24,18 | 24,63 | 25,34 |
| Ergebnis je Aktie in EUR | 1,34 | 1,39 | 1,59 |
| KGV | 5 | 5 | 5 |
| Dividende je Aktie in EUR | 0,10 | 0,20 | 0,28 |
| Dividendenrendite | 1,39% | 2,78% | 3,89% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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