Kommentar
08:59 Uhr, 05.08.2019

Trump wird schäumen vor Wut: China wertet die eigene Währung ab

China reagiert auf die neuen US-Zölle mit einer Abwertung seiner Währung. Steht die Welt vor einem dramatischen Wirtschafts- und Währungskrieg?

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China hat auf neue Zölle mit einer dramatischen Abwertung seiner Währung reagiert. Zum ersten Mal seit rund 11 Jahren stieg der US-Dollar über eine wichtige Marke von 7 Yuan.

Staatliche Unternehmen in China wurden außerdem angewiesen, keine Agrarprodukte aus den USA mehr zu importieren, wie Bloomberg berichtet.

Der Yuan wird auch als Renminbi bezeichnet und ist die chinesische Währung. Der Wechselkurs zwischen Dollar und Yuan wird in Dollar pro Yuan (USD/CNY) angegeben. Ein Anstieg des USD/CNY-Kurses bedeutet, dass die chinesische Währung gegenüber dem Dollar abwertet bzw. der Dollar gegenüber dem Yuan zulegt.

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Lange Zeit hatte ein Wert von 7 als psychologisch wichtige Obergrenze des USD/CNY-Kurses gegolten, deren Überschreiten von der chinesischen Notenbank bisher verhindert wurde. Der Anstieg über diese wichtige Hürde dürfte einerseits chinesische Exporte auf dem Weltmarkt verbilligen und so der US-Handelspolitik entgegenwirken. Andererseits könnte der Anstieg allerdings auch ein Ausdruck einer wieder zunehmenden Kapitalflucht aus China sein. Chinesische Firmen, die sich in Dollar verschuldet haben, könnten zudem Probleme bekommen, ihre Dollar-Schulden zu bedienen.

Der Wechselkurs zwischen Dollar und Yuan entwickelt sich nicht frei, sondern wird stark von der chinesischen Notenbank beeinflusst. Die heutige Abwertung dürfte politisch gewollt sein, um den Druck auf die US-Seite zu verschärfen. Darauf deuten auch Aussagen der chinesischen Notenbank hin, die den Anstieg als Folge des zunehmenden "Protektionismus" bezeichnete. Der Ausdruck wird China als Umschreibung des Handelskonflikts mit den USA verwendet.

Obwohl der Anstieg wohl politisch gewollt ist, könnte er auch Ausdruck des Misstrauens von Investoren sein, die ihr Kapital schleunigst in Sicherheit bringen wollen. Um die Kapitalflucht aus China einzudämmen, hat die Regierung in Peking strenge Kaptialverkehrskontrollen verhängt.

Der Hedgefondsmanager Kyle Bass, der seit langer Zeit auf einen Zusammenbruch des chinesischen Finanzsystems wettet (und sich damit in den vergangenen Jahren verspekuliert hatte), betrachtet den Kollaps des Yuan nicht als freiwillig, sondern als Ausdruck ernsthafter Probleme in China und spricht auf Twitter von einem "Massenexodus" aus dem chinesischen Yuan und auch dem Hongkong-Dollar (HKD). "Dieser Zusammenbruch hat gerade begonnen", schrieb Bass.

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9 Kommentare

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  • Andreas Hoose
    Andreas Hoose

    Man achte jetzt besonders auf die aktuellen Entwicklungen in Hong Kong. Eine Eskalation, wie sie sich dort gerade abzeichnet, haben die Märkte nicht auf der Rechnung. Die Region galt bis vor Kurzem noch als überaus attraktiver Kapital-Fluchtort und ist wirtschaftlich kein Leichtgewicht.

    Das "Überraschungspotential" ist daher erheblich...

    Finanzkrise Teil zwei ausgelöst durch Turbulenzen in Südostasien? Alles möglich...

    Der ORF mit einer Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse:

    https://orf.at/stories/3132714...

    00:00 Uhr, 06.08.2019
    1 Antwort anzeigen
  • Der Sezessionär
    Der Sezessionär

    Herrlich wenn man all in darauf ist die letzten Jahre und jetzt die gute Zeit beginnt 😘

    20:47 Uhr, 05.08.2019
    1 Antwort anzeigen
  • franca
    franca

    es ist ein globaler Währungskrieg im Gange, wie seit Menschengedenken noch nicht dagewewesen - nicht nur zwischen USA und China!

    13:09 Uhr, 05.08.2019
  • tourguide
    tourguide

    Die Aufwertung wird Deutschland wohl noch ein wenig härter treffen!

    09:49 Uhr, 05.08.2019

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Über den Experten

Oliver Baron
Oliver Baron
Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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