Kommentar
08:45 Uhr, 14.01.2026

"Takaichi-Trade" beflügelt Nikkei auf 54.000 Punkte – Yen fällt auf Jahrestief

Die Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen in Japan sorgt für Bewegung. Der Leitindex Nikkei erklimmt historische Höchststände, die Landeswährung Yen gerät aber unter Abgabedruck.

Erwähnte Instrumente

  • Nikkei225
    ISIN: XC0009692440Kopiert
    Kursstand: 54.231,72 Pkt (TTMzero Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • USD/JPY
    ISIN: XC0009659910Kopiert
    Kursstand: 159,148 ¥ (FOREX) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • Nikkei225 - WKN: 969244 - ISIN: XC0009692440 - Kurs: 54.231,72 Pkt (TTMzero Indikation)
  • USD/JPY - WKN: 965991 - ISIN: XC0009659910 - Kurs: 159,148 ¥ (FOREX)

Die Erwartung weiterer fiskalischer Stimuli half dem Nikkei bei der weiteren Rekordjagd. Der Katalysator für diesen Kursprung sind Berichte lokaler Medien, wonach Premierministerin Sanae Takaichi bereits im Februar Neuwahlen ansetzen könnte. Diese politische Entwicklung hat den sogenannten "Takaichi-Trade" beschleunigt: Investoren setzen auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik und staatliche Ausgabenprogramme, was Aktien treibt, aber die Währung schwächt.

Nikkei225
Statischer Chart
Live-Chart
  • ()
    TTMzero Indikation

Parallel zum Aktienboom gerät der Yen weiter unter die Räder.

Der Wechselkurs nähert sich der Marke von 160 Yen je US-Dollar, dem schwächsten Stand seit Juli 2024.

USD/JPY
Statischer Chart
Live-Chart
  • ()
    FOREX

Die Angst vor Interventionen der japanischen Behörden wächst, doch Händler bezweifeln, dass die Regierung so kurz vor einem möglichen Urnengang drastische Maßnahmen ergreifen wird. Investoren stoßen nicht nur die Währung ab, sondern trennen sich auch von länger laufenden japanischen Staatsanleihen (JGBs).

Was ist der "Takaichi-Trade" ?

Der Begriff beschreibt eine Anlagestrategie, die auf der Wirtschaftspolitik der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi basiert.

Ähnlich wie die "Abenomics" ihres Vorvorgängers Shinzō Abe steht Takaichi für eine aggressive Fiskalpolitik und eine extrem lockere Geldpolitik, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Für Investoren bedeutet der "Takaichi-Trade" konkret: Kauf japanischer Aktien (die von einem schwachen Yen und Staatsausgaben profitieren) bei gleichzeitigem Leerverkauf des Yen und japanischer Staatsanleihen. Die Märkte preisen hierbei das Risiko ein, dass diese Politik die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt und die Inflation anheizt.

Fazit

Der japanische Aktienmarkt steckt in einem Boom, den man vor ein paar Jahren niemals für möglich gehalten hätte - zu lange steckten Land und Aktienmarkt in der Lethargie. Der so erfolgreich aussehende Politikmix wirkt kurzfristig, allerdings steigen die Schulden weiter an und die langfristigen Zinsen, die von der Zentralbank viel schwerer zu handhaben sind als die kurzfristigen, steigen in gefährliche Regionen. Man muss bedenken, dass die Staatsverschuldung bei fast 240 % des BIP liegt. Dagegen wirkt selbst die Verschuldung der USA harmlos. Allerdings hält die Zentralbank rund die Hälfte der Staatsanleihen.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen