Südkoreas Börsenrausch endet in einem nationalen Trauma
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Der Absturz des KOSPI entwickelt sich zu einer gesellschaftlichen Belastungsprobe und droht ausgerechnet jene Reformagenda zu beschädigen, mit der die Regierung den hartnäckigen Bewertungsabschlag koreanischer Aktien beseitigen wollte.
Seit seinem Höchststand vom 19. Juni hat der Leitindex rund 30 % eingebüßt. Besonders schwer trifft die Korrektur Millionen Privatanleger, die den KI-Boom nicht nur mit ihrem Ersparten, sondern zunehmend mit Krediten und gehebelten Finanzprodukten gespielt hatten. Nach Berechnungen der Citigroup beliefen sich die Verluste koreanischer Privatanleger mit gehebelten ETFs bis Ende Juli auf rund 38,7 Mrd. USD.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, zeigt sich das Ausmaß der Krise inzwischen auch abseits der Börse. Psychiater verzeichnen mehr Patienten mit aktienbezogenen Angstzuständen und Belastungsstörungen. In Busan wurde ein Mann festgenommen, der einen Finanz-YouTuber niedergestochen haben soll, dem er die Schuld für seine Anlageverluste gab.
