Steuer auf Buchgewinne kommt in den Niederlanden
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Die Niederlande stehen vor einem tiefgreifenden Umbau ihrer Vermögensbesteuerung und der hat es in sich. Mit dem geplanten Gesetz „Wet werkelijk rendement box 3“ reagiert die Regierung auf ein Urteil des obersten Gerichts, das das bisherige System fiktiver Renditen kassiert hat. Künftig soll nicht mehr geschätzt, sondern die tatsächliche Wertentwicklung besteuert werden. Klingt zunächst fair, trifft Anleger in der Praxis jedoch an einem sensiblen Punkt.
Denn für liquide Anlagen wie Aktien, ETFs oder Kryptowährungen bedeutet das: Nicht nur realisierte Gewinne werden steuerpflichtig, sondern auch Buchgewinne. Steigt ein Depotwert im Laufe eines Jahres, fällt darauf Steuer an und zwar unabhängig davon, ob überhaupt verkauft wurde. Der geplante Steuersatz bewegt sich um die 34 bis 36%. Ein Beispiel: Wer 10.000 € Kursgewinn erzielt, könnte rund 3.600 € Steuer schulden, ohne einen einzigen Euro Liquidität geschaffen zu haben.
Genau hier liegt der systemische Sprengstoff. Anleger geraten in ein klassisches Liquiditätsdilemma. Entweder sie finanzieren die Steuer aus anderem Einkommen oder sie sind gezwungen, Teile ihres Portfolios zu verkaufen, nur um die Steuer auf nicht realisierte Gewinne zu begleichen. Das untergräbt einen der zentralen Mechanismen langfristigen Vermögensaufbaus: Den Zinseszinseffekt. Der bleibt zwar grundsätzlich erhalten, wird aber spürbar abgeschwächt, weil dem Kapital Jahr für Jahr Mittel entzogen werden.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko, das in der Praxis schwer wiegt: Die Asymmetrie zwischen Besteuerung und Marktentwicklung. Steigen Kurse stark, greift der Fiskus sofort zu. Fallen sie im Folgejahr, ist das Vermögen geschrumpft, die zuvor gezahlte Steuer bleibt jedoch bestehen. Zwar sollen Verluste verrechenbar sein, doch das Timing-Problem lässt sich damit nicht vollständig lösen. Im Extremfall zahlen Anleger Steuern auf Gewinne, die sich im Nachhinein als temporäre Übertreibung entpuppen.
Nicht alle Anlageklassen sind gleichermaßen betroffen. Für Immobilien und Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen ist vorgesehen, die Besteuerung weiterhin an den Verkaufszeitpunkt zu knüpfen. Damit entsteht ein zweigeteiltes System, das liquide Kapitalanlagen klar benachteiligt und potenziell Kapitalströme umlenkt.
Meine Stimme aus dem Off: Ziemlicher Wahnsinn.
Ok, was anderes.
Ich kommentiere in stock3 Select Weygand und Stock3 Ultimate zusätzlich (!) zu dem bekannten klassischen Weygand-Musterdepot ein privates mit 1 Mio. Euro kapitalisiertes Echtgelddepot. Das Echtgelddepot bildet das Gros der Trades im Weygand-Depot nach. Ich trade privat also das, was ich öffentlich bespreche. Außerdem zeige ich auf, dass ich dieses Depot mit unserer Handelsplattform konnektiert habe und über unsere Plattform handele. Wer Lust hat, folgt mir dort und sieht immer sofort, was ich kaufe oder verkaufe. Ich handele vor allem Indizes, liquide Aktien, Rohstoffe, Währungen und Kryptowährungen. Haltedauer: Tage, Wochen, Monate. Gut für Berufstätige nachbildbar.



Angola_Murksel:
Ich gehe mal davon aus dass die Wertstellung immer zum 31.12. jeden Jahres getätigt wird, weil anders wäre es logistisch gar nicht machbar. Wenn es zum Beispiel nur 50 Trader wäre, dann könnten sie es auch wöchentlich machen und denen die Rechnungen vom Finanzamt schicken. Aber wird die Bank wahrscheinlich wieder selbst einbehalten.
Können die es nicht mal anders machen dass man den Betrag dann im Folgejahr begleichen muss ? Wäre doch besser, weil dann könnte man sein gesamtes Geld auszahlen lassen, zu Hause bunkern und sagen dass man nichts nachzahlen kann und muss in Insolvenz; aber nur wenn es sich rentiert; und danach auswandern wo man weiter komplett steuerfrei traden kann, und zudem die Lebenshaltugskosten der Hälfte unserer entsprechen.
Ich hatte etwas über Belgien geschrieben, wegen dem Nichtvorhandensein einer Kapitalertragssteuer. Das timmt seit dem 01.01.2026 nicht mehr, mittlerweile verlangen sie "nur" 10 % auf Gewinne, und 10.000 Euro beträgt der jährliche Freibetrag. Einen Freibetrag in Höhe von 10.000 Euro je Person, das ist enorm. Und zudem kann man diesen Freibetrag, wenn er nicht ausgeschöpft wurde, teilweise in das Folgejahr übertragen. Da kommt mit den Jahren einiges zusammen wenn man jedes Jahr nur einen Teil des Freibetrags benötigt. Respekt vor dieser Regierung, die machen etwas für ihre Anleger !
Aber wahrscheinlich ist es auch nur weil die EU-Parlamentarier ihren Wohnsitz in Belgien melden können, damit sie profitieren. Sie eröffnen das Depots auf ihre Frau und eines für jedes Kind und können dann mit 2 Kinder einen Freibetrag in Höhe von 40.000 Euro pro Jahr ausschöpfen.
Das finde ich sowieso eine Sauerei hoch 10, dass man als Single nur den einmaligen Freibetrag nutzen kann. Das ist ja bei Steuern und so weiter auch so, ebenso bei Bezug von staatlichen Geldern. Als Single bist nur der Jolly ! Was kann man dazu dass man Single ist ? Deswegen werde ich nächstes Jahr, spätestens in 2 Jahren in ein Land ziehen in dem man davon profitiert. Mein Vater und mein Bruder sind bereits seit Jahren in Bulgarien. Wohin es mich zieht ? Noch nicht sicher, evtl. mal ausprobieren wo es am besten ist und dann halt alle 1-2 Jahre wo anders hin: Belgien, Zypern, Bulgarien, England Iirland wären cool aber von der Miete her extrem teuer (scheidet schon mal aus), Thailand, CostaRica, Dominikanische, Türkei soll sehr gut sein.
Was ich mich frage ist, was dann passiert, wenn die im Voraus bezahlten, fiktiven Gewinne nicht realisiert werden können? Bekommt man dann die zu viel bezahlten, fiktiven Gewinne plus Zinsen zurück, oder wie läuft das?
Die Durchführungsbestimmungen sind das entscheidende. Wann ist Stichtag für die Bewertung des Depots? Täglich, freitags, Monatsultimo, Quartalsende, Jahresende ? Oder macht es Sinn, täglich seine Buchgewinne zu realisieren - würde den Banken und Brokern super Ordergebühren zuspülen. Oder ist es dann so, daß am Jahresende geschaut wird ? Dann wird es im Dezember alle gut gelaufenen Assets in die Tonne hauen, weil alle bis 31.12. ihre Buchgewinne versilbern. Und sofort wieder kaufen, da zu befürchten wäre, daß nach Neujahr genau dieselben Titel sofort durch die Decke gehen. Wieder große Freude bei Banken und Brokern. Wobei 36% Besteuerung schon wieder der Hammer ist. Gerade will man in Deutschland die Leute mittels Altersvorsorge an die Börse bringen, was ich gut finde - wenn man dann auf diese Buchgewinne solche Steuern draufzimmert - ich weiß nicht, klingt alles wie ein Gag aus "Die nackte Kanone"..................
Die Regelung ist - wenig überraschend - auch in den Niederlanden sehr umstritten. Es ist sehr gut möglich, dass sie vor der Einführung (2028) wiederum abgeändert wird.
Das hätte ich von den Niederlanden nicht erwartet.
Eine Steuer wird demnach erst mit dem Jahresdepotauszug zu Jahresbeginn verlangt ?
Dann ist ja klar was man im Dezember machen muss, Verkaufen und gleich wieder kaufen.
Ich weiss ja nicht wie hoch die Kapitalertragssteuer in den NL ist, aber wenn sie auch 25 % wie
bei uns beträgt ist es doch egal, dann kann man auch im Dezember mit Gewinnen verkaufen.
Was mir ganz neu ist: In Belgien gibt es keine Kapitalertragssteuer ! Wäre dann als Wohnsitz interessant,
fast um die Ecke, Mieten auch normal, Sprachen stellen heutzutage mit den Übersetzungs-Apps keine Hürde
mehr da, und Sprachen lernt man ziemlich schnell im Alltag.
Steuerlich betrachtet kommt es ja darauf an wo man seinen Wohnsitz hat. Ich kann zum Beispiel auch auf Zypern meinen Wohnsitz haben und trotzdem in Deutschland leben, solange ich nicht mehr als 182 Tage im Jahr hier im Land bin, kein Eigentum und keine Mietwohnung hier besitze. Zypern ist dabei sehr liberal und zudem ist eine Krankenversicherung auf Zypern extrem günstig und sie gilt auch europaweit.
Die nächsten Staaten folgen und werden oder sind bereits steuerlich sehr interessant: Türkei, Bulgarien.
Auslandseinkünfte werden in vielen Staaten steuerfrei oder nur gering besteuert.
Die Niederländer welche an der Börse handeln, können einem wirklich leid tun. Solch eine Regelung, wenn sie tatsächlich so kommen sollte, ist doch wirklich absoluter Schwachsinn und schneidet Privatanleger größtenteils vom Börsenhandel ab. Da bleibt den Betroffenen eigentlich nur die Option, den Wohnsitz ins angrenzende Ausland nach Deutschland, Belgien oder ggf. nach Luxemburg zu verlegen. Was für ein Wahnsinn. 🤦♂️
Das sagt der Name Kling-Beil doch schon wie gewalttätig diese Leute hinter dem Geld anderer Leute her sind, damit es ihnen selber gut geht. Bei seinem Gehalt von 300K hat er es nicht nötig zu spekulieren, auch nicht als Pensionär mit 200K
Europa: eine Diktatur über die keiner spricht und wo man den Diktator nicht kennt
Steuer auf fiktive Gewinne, 🤡👺, allerdings keine Auszahlung bei fiktiven Verlusten. D.h. wer Verluste macht bekommt garnix wenn er die nicht mit Gewinnen verrechnen kann. Verheerend bei einem Bärenmarkt, wo auch mal starke Kursteigerungen nur verübergehend (Buchgewinne) entstehen. Am Ende muss man praktisch das Tafelsilber im Depot verkaufen um die Steuer zu begleichen. Also der Irrsinn kann garnicht gerecht sein! Das ist praktisch Enteignung per Gesetz. Das geht bei einem Geldmarktfonds , aber nicht an der Börse bei Aktien, ETFs, etc pp.
Hoffentlich kassiert das selbe Gericht die neu Lösung aufgrund von Schwachsinn. :-)