Analyse
07:30 Uhr, 10.06.2026

Solarboom in den USA - Solar überholt Kohle im Strommix!

Lange galt Kohle als ein wichtiger Bestandteil für die amerikanische Energieversorgung. Nun hat ausgerechnet eine Technologie die Führung übernommen, die noch vor wenigen Jahren von vielen als wetterabhängige Nischenlösung belächelt wurde: Solarenergie.

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Im Mai erzeugten Solaranlagen in den USA erstmals mehr Strom als Kohlekraftwerke. Der Monat markiert damit einen Wendepunkt für den größten Energiemarkt der westlichen Welt.

Nach Berechnungen des Thinktanks Ember entfielen 12,8 % der amerikanischen Stromproduktion auf Solarenergie. Der Anteil der Kohle lag bei 12,2 %. Noch bemerkenswerter ist die Dynamik hinter diesen Zahlen. Während die Solarstromerzeugung gegenüber dem Vorjahr um 17 % zulegte, schrumpfte die Kohleverstromung um 11 %.

Über Jahrzehnte prägte Kohle die industrielle Entwicklung der Vereinigten Staaten. Nun wird sie zunehmend von einer Technologie verdrängt, deren größte Stärke nicht allein ihre Klimabilanz ist, sondern ihre Wirtschaftlichkeit. Und ausgerechnet unter einer Trump-Regierung, die viel dafür tut, erneuerbare Energien abzuwürgen.

Der Stromhunger der KI verändert den Markt

Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz treiben den Strombedarf auf ein Niveau, das Energieversorger und Netzbetreiber vor erhebliche Aufgaben stellt. Gefragt sind neue Kapazitäten, möglichst schnell und möglichst kosteneffizient.


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Genau hier profitiert die Solarbranche. Photovoltaikanlagen lassen sich innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit errichten und benötigen deutlich geringere Investitionen als viele konventionelle Kraftwerksprojekte. "Das ist ein struktureller Wandel im US-Stromsystem", sagt Ember-Analyst Nicolas Fulghum. Unternehmen suchten nach rasch verfügbaren Stromquellen und fänden diese zunehmend im Solarsektor.

Bemerkenswert ist die Entwicklung auch deshalb, weil sie sich gegen politische Widerstände vollzieht. Die Regierung von Donald Trump setzt energiepolitisch stärker auf Kohle und Kernkraft. An den Investitionsentscheidungen vieler Versorger und Großverbraucher hat das bislang wenig geändert.

Speicher werden zum entscheidenden Baustein

Noch vor wenigen Jahren galt die fehlende Verfügbarkeit von Solarstrom in den Abendstunden als zentrales Hindernis für einen größeren Anteil erneuerbarer Energien. Mit dem rasanten Ausbau von Batteriespeichern beginnt sich dieses Bild zu verändern.

Immer mehr Projekte kombinieren Photovoltaik direkt mit Speichersystemen. Überschüssiger Strom kann dadurch zwischengespeichert und genau dann ins Netz eingespeist werden, wenn die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht. Für Betreiber von Rechenzentren wird diese Kombination zunehmend attraktiv.

Wie stark sich die Investitionen bereits verschoben haben, zeigt eine aktuelle Erhebung der Solar Energy Industries Association und des Marktforschers Wood Mackenzie. Im ersten Quartal entfielen 91 % der neu installierten Stromerzeugungskapazitäten in den USA auf Solarenergie und Batteriespeicher.

Von einer vollständigen Ablösung fossiler Energieträger kann dennoch keine Rede sein. Erdgas bleibt mit einem Anteil von 37 % die mit Abstand wichtigste Stromquelle des Landes. Doch die Richtung ist klar erkennbar. Die Kombination aus sinkenden Kosten, kurzer Bauzeit und wachsendem Strombedarf verschafft der Solarindustrie einen Vorteil, den selbst politische Gegenwinde bislang nicht bremsen konnten.

Fazit: US-Solaraktien wie First Solar sind seit Monaten im Aufwind. Neue Projekte boomen und der Energiehunger sorgt für eine hohe Nachfrage. Vor allem aber ein Punkt ist wichtig! Solarenergie ist einfach wirtschaftlich geworden in vielen Teilen der USA. Daher gilt: Die Wirtschaft regelt, auch wenn die Regierung anders plant.

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