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12:47 Uhr, 27.09.2026

SAISONALITÄT: Oktober – der Monat der großen Crashs?

38 Jahre Statistik zeigen: Nur 2008 mit Lehman-Crash passt zum Ruf des Oktobers, im Schnitt legte etwa der DAX sogar um 2,0 % zu.

Schwarzer Montag, Lehman-Panik, Herbststurm: Kaum ein Börsenmonat hat einen so finsteren Ruf wie der Oktober. Die Bilanz seit 1988 fällt allerdings freundlicher aus, besonders beim Blick auf das mittlere Jahr. Die großen Einbrüche gibt es trotzdem. Sie sind nur seltener, als der Ruf vermuten lässt.

Oktober: die Bilanz seit 1988 – Saisonalitäts-Radar 10/2026

Oktober: die Bilanz seit 1988

Die Sorge vor dem Oktober hat Tradition. Der Schwarze Donnerstag 1929 und der Schwarze Montag 1987 fielen beide in diesen Monat. Wer an den Oktober denkt, denkt deshalb oft zuerst an solche Tage. Allerdings liegt der berühmteste Crash der jüngeren Geschichte vor dem Datenfenster dieser Auswertung. Es beginnt mit 1988 und umfasst 38 Jahre.

Jeder Oktober seit 1988 als einzelner Punkt – Saisonalitäts-Radar 10/2026

Jeder Oktober seit 1988 als einzelner Punkt

Nur ein Jahr passt wirklich zum Ruf

In diesen 38 Jahren markiert derselbe Oktober bei allen drei Indizes den Tiefpunkt: 2008, wenige Wochen nach der Pleite von Lehman Brothers. Der S&P 500 verlor damals 16,9 %. Auch der DAX brach um 14,5 % ein.

Das Gesamtbild sieht dagegen so gar nicht nach Crashmonat aus. Der DAX legte im Oktober durchschnittlich 2,0 % zu. Beim Median, also dem Wert in der Mitte der Rangliste, sind es sogar 2,4 %. Noch freundlicher fällt die Bilanz beim Nasdaq 100 aus: Hier stehen einem Durchschnitt von 2,4 % im mittleren Jahr 3,3 % gegenüber. Der Oktober liegt bei allen drei Indizes im stärksten Drittel des Kalenders.

Auch der Abstand zwischen Durchschnitt und Median zeigt sich bei allen drei Indizes. Wenige tiefrote Jahre wie 2008 ziehen den Durchschnitt nach unten, während das mittlere Jahr deutlich freundlicher ausfällt. Verluste sind im Oktober selten, reichen dann aber tief.

Dass es gerade dann heftig rumpeln kann, hat handfeste Gründe. Nach der Sommerflaute kehren Handelsvolumen und institutionelle Anleger zurück. Zugleich läuft die Berichtssaison zum dritten Quartal an, und viele Investoren ziehen vor dem Jahresendspurt Bilanz. Trifft eine echte Krise auf diese Phase, können sich Spannungen schneller und mit mehr Wucht entladen als in einem ruhigen Sommermonat.

Der typische Verlauf innerhalb des Oktober – Saisonalitäts-Radar 10/2026

Der typische Verlauf innerhalb des Oktober

Der DAX endet am häufigsten im Plus

Der deutsche Leitindex fällt im Trio positiv auf. 26 von 38 Oktobern endeten im Plus. Das beste Jahr war 2002 mit +13,9 %, als sich die Märkte nach dem Tiefpunkt der Dotcom-Baisse kräftig erholten. Auch innerhalb des Monats zeigt sich beim DAX ein ausgeglichenes Bild: Erste und zweite Monatshälfte brachten im Schnitt jeweils 1,0 %.

Beim Vergleich mit den US-Indizes gibt es allerdings einen Vorbehalt. Der DAX ist ein Performanceindex, enthält also Dividenden. S&P 500 und Nasdaq 100 werden dagegen als Kursindizes gerechnet. Das begünstigt den DAX leicht. Gegenüber dem S&P 500 macht der Unterschied in diesem Monat allerdings nur 0,13 Prozentpunkte aus. Am Befund ändert das wenig.

Der typische Jahresverlauf der drei Indizes – Saisonalitäts-Radar 10/2026

Der typische Jahresverlauf der drei Indizes

An der Wall Street kommt der Schwung erst später

Die freundliche Bilanz ist ein Durchschnitt, einzelne Jahre weichen stark davon ab. Beim S&P 500 und beim Nasdaq 100 endeten jeweils 24 von 38 Oktobern im Plus. Eine feste Regel für den nächsten Oktober folgt daraus nicht.

Wie groß die Unterschiede ausfallen können, zeigt der Nasdaq 100. Seine Spanne reicht von −16,3 % im Jahr 2008 bis +18,9 % im Jahr 2002, als die Technologiewerte nach dem Ausverkauf besonders stark zurückkamen. Der S&P 500 erlebte seinen besten Oktober dagegen 2011 mit +10,8 %. Zuvor hatten die Herabstufung der US-Bonität und die Euro-Schuldenkrise die Märkte im Sommer erschüttert. Gerade die stärksten Oktober folgten also auf tiefe Einbrüche.

Innerhalb des Monats kommt der Schwung an der Wall Street eher spät. Beim S&P 500 brachte die erste Hälfte im Schnitt 0,5 %, die zweite 0,9 %. Ähnlich sieht es beim Nasdaq 100 aus, der sich von 1,0 % auf 1,4 % steigerte. Anders als beim DAX liegt der schwächere Abschnitt bei beiden US-Indizes also vorn.

Wichtige Termine im Oktober 2026 – Saisonalitäts-Radar 10/2026

Wichtige Termine im Oktober 2026

Das Monatsende ist dicht getaktet

Wer den Oktober verfolgt, sollte den Kalender kennen. Am 16. Oktober verfallen die monatlichen Index- und Aktienoptionen. Kurz hintereinander folgen dann die großen Notenbanken: Die Fed entscheidet am 28. Oktober über die Zinsen, die EZB am 29. Oktober. Beide Termine fallen in die letzten Handelstage des Monats.

Die Ausgangslage ist in diesem Jahr allerdings sehr unterschiedlich. Mit Stand vom 25. September geht der Nasdaq 100 mit einem Plus von 21,2 % seit Jahresbeginn in den Herbst. Auch der S&P 500 liegt mit 13,1 % deutlich vor dem DAX, der 4,3 % gewonnen hat. Diese Momentaufnahme zeigt den Vorsprung der US-Technologiewerte, gehört aber nicht zur saisonalen Auswertung.

Der Oktober hat eine freundlichere Bilanz, als sein Ruf vermuten lässt. Die großen Einbrüche gehören dazu, bestimmen aber nicht das Bild des gewöhnlichen Oktobers. Wer sich auf den Monat einstellt, rechnet deshalb weniger mit pauschaler Schwäche als mit der Möglichkeit heftiger Ausschläge und behält die Termine am Monatsende im Blick.

Monatsrenditen seit 1988, n = 38 Jahre, nur abgeschlossene Monate. DAX als Performanceindex (Dividenden enthalten), S&P 500 und Nasdaq 100 als Kursindizes. Größenordnung dieses Unterschieds in diesem Monat, gemessen am S&P 500: 0,13 Prozentpunkte. Zufallsband: So viele Jahre im Plus würde bei 38 Jahren auch reiner Zufall liefern (13 bis 25). Eine Trefferquote innerhalb dieser Spanne ist als Einzelbefund nicht von einer Münze zu unterscheiden.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.