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Russland: Erste Anzeichen einer Erholung

Die russische Wirtschaft ist im Frühjahr stärker als erwartet gewachsen. Allerdings dürfte das BIP im Gesamtjahr nur moderat zulegen, was der Zentralbank grünes Licht gibt, die Zinsen weiter zu senken.

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Moskau (Godmode-Trader.de) - Das Wachstumstempo in Russland hat sich im zweiten Quartal beschleunigt. Nach Angaben des Nationalen Statistikamts Rosstat wuchs die Wirtschaft im Frühjahr um 0,9 Prozent im Jahresvergleich, nach einem Plus von 0,5 Prozent zu Jahresbeginn. Das BIP-Wachstum lag über der Konsensprognose von 0,8 Prozent. Rosstat hat keine saisonbereinigte Wachstumszahl gegenüber dem Vorquartal veröffentlicht.

Eine Aufschlüsselung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfolgte nicht, aber die monatlichen Aktivitätszahlen für das zweite Quartal deuten darauf hin, dass die Wachstumsbeschleunigung auf eine stärkere Industrie und einen robusten Großhandel zurückzuführen ist. Letzterer schien zu Beginn des Jahres besonders stark betroffen zu sein, auch wegen der Folgewirkungen der Mehrwertsteuererhöhung vom Januar.

Trotz der Erholungstendenzen steht das Wachstum nach wie vor auf tönernen Füßen. Das BIP wuchs im ersten Halbjahr im Durchschnitt nur um 0,7 Prozent, gegenüber 2,3 Prozent im Jahr 2018. Die privaten Konsumausgaben scheinen besonders mau zu sein. Vor diesem Hintergrund dürfte sich der Lockerungszyklus der Zentralbank fortsetzen, wobei eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der nächsten Sitzung im September erwartet wird. „Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum in den kommenden Quartalen etwas verstärken wird“, sagt EM-Chefökonom William Jackson von Capital Economics. „Angesichts sinkender Inflation und des angespannten Arbeitsmarktes, der auf ein stärkeres Lohnwachstum hindeutet, dürften die Einzelhandelsausgaben anziehen“. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet Capital Economics gleichwohl nur ein BIP-Plus von 0,8 Prozent.

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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