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PIM Gold-Skandal: Gläubiger erhalten Mini-Betrag zurück

Tausende Gläubiger des insolventen Goldhändlers PIM haben eine erste kleine Abschlagszahlung bekommen.

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Eine „sichere Anlage“ in Gold plus 4,5 Prozent Zinsen als „Bonusgold“ dazu. Das klang für rund 7.000 Anleger zu schön, um wahr zu sein. Sie nahmen das Angebot der PIM Gold GmbH an. Im September 2019 brach das Anlagemodell, letztlich nur ein Schneeballsystem, in sich zusammen, die Firma ging in die Insolvenz. Mindestens 150 Mio. Euro sind futsch und die geschäftsführenden Gesellschafter vor Gericht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Schwerer Betrug.

Wie konnte es dazu kommen? Laut Anklage soll das Unternehmen von 2016 bis September 2019 mit Kunden Lieferverträge einschließlich Bonusversprechen über Hunderte Kilogramm Gold abgeschlossen, diese aber nicht erfüllt haben. Die Firma wollte mit dem Edelmetall eine Rendite erwirtschaften, obwohl Gold an sich keine solche abwirft. Stattdessen wurden Zinsen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft über ein Schneeballsystem mit dem Geld neu angeworbenen Anleger ausgezahlt. In dem Verfahren geht es auch um Verträge für den Kauf von rund drei Tonnen Gold, das den Vorwürfen zufolge in diesem Umfang wohl nie in irgendwelchen Tresoren gelagert war. Vermutlich verkaufte die Firma Gold, das es nie gab

Nun haben die geprellten Anleger kleine Abschlagszahlung von 7,5 Prozent ihrer Forderung vom Insolvenzverwalter erhalten. „Die Verwertung der sichergestellten Edelmetallbestände ist im Wesentlichen abgeschlossen, so dass wir in Abstimmung mit dem Gericht und dem Gläubigerausschuss eine erste Auszahlung vornehmen konnten", teilte Insolvenzverwalter Renald Metoja vergangene Woche mit. Es seien alle Gläubiger berücksichtigt worden, deren Forderung bereits gerichtlich festgestellt worden sei. Ein kleiner Teil von Forderungen befinde sich noch in der Prüfung. Die Gläubiger haben dem Insolvenzverwalter zufolge aktuell Forderungen in Höhe von rund 178 Mio. Euro angemeldet.

Im Schnitt hatten die Anleger rund 25.000 Euro an PIM Gold überwiesen. Laut dem Insolvenzverwalter bestehen nach aktuellem Stand gute Aussichten, dass Gläubiger zwischen 15 und 20 Prozent ihrer Forderung zurückbekommen.

2 / 2 Kommentare

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  • Lonzo
    Lonzo

    Bei der Bonus Gold GmbH scheint es sich um ein ähnliches Modell zu handeln.

    Statt auf die gülden strahlende Homepage reinzufallen, einfach mal etwas recherchieren, wem ich mein sauer verdientes anvertraue. Manchmal reicht schon ein wenig mehr.

    Gelohnt hat es sich bei PIM Gold offensichtlich, wenn die fehlende Differenz von 100 Mio. zutrifft.

    07:36 Uhr, 02.03.2021
  • Zukunft21
    Zukunft21

    Ja ja wie kann man auch so leichtsinnig sein ! Wenn ich schon lese Zinsen für Gold kann ich nur mit dem Kopf schütteln !

    Wenn Gold oder Silber dann nur in physischer Form dass sollte jedem klar sein der in Edelmetalle investiert.

    Und heute ist meines Erachtens mehr denn je Gold und Silber (physisch) angesagt nach meiner Meinung !

    14:50 Uhr, 01.03.2021

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Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

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