Analyse
15:40 Uhr, 17.04.2026

NFON verkauft die KI-Zukunft, kämpft aber noch mit Altlasten

NFON will mehr sein als ein Anbieter von Cloud-Telefonie. Auf dem Earnings Call verwies das Management auf den Umbau des Unternehmens: weg vom klassischen TK-Geschäft, hin zu einer KI-getriebenen Plattform für Kommunikation, Automatisierung und Customer Engagement.

Die Stoßrichtung ist nachvollziehbar. Doch der Blick auf die Zahlen zeigt vor allem eines: Das alte Geschäft schwächelt, das neue ist noch zu klein, um den Wandel bereits sichtbar zu tragen.

2025 steigerte NFON den Umsatz um 2 % auf 89,1 Mio. EUR, das bereinigte EBITDA legte um 2,4 % auf 12,6 Mio. EUR zu. Der Anteil wiederkehrender Erlöse bleibt mit 92,1 % hoch und sichert Stabilität. Gleichzeitig sank die Zahl der Seats, also der klassischen Nutzeranschlüsse, um 2,7 % auf rund 647.000. Genau hier liegt der wunde Punkt. Dieses Kerngeschäft war lange die verlässlichste Wachstumsbasis.

Das Management verweist auf steigende Erlöse pro Nutzer. Der ARPU kletterte auf 10,01 EUR, gestützt durch Preisanpassungen und Produktmix. NFON spricht von “value over volume”. Das überzeugt nur bedingt. Höhere Erlöse pro Kunde sind nur dann ein Qualitätsmerkmal, wenn sie auf echter Zusatznachfrage beruhen. Wenn sie vor allem sinkende Mengen kompensieren, verlieren sie an Aussagekraft.

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