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14:04 Uhr, 09.02.2026

Market Insights: Anthropic killt die Wall Street. Software-Underperformance erreicht Dotcom-Niveau

Mit den Market Insights bist Du bestens informiert – ob Markttechnik, Saisonalität, Sentiment oder spannende Fakten und Statistiken. Mein Versprechen: Jeden Montag wirst Du mit den Market Insights mindestens eine neue Erkenntnis gewinnen!

Der S&P 500 stand im Laufe der vergangenen Woche an der Klippe. Die Dezember-Tiefstmarke von 6.720 Punkten ist mehr als nur eine technische Linie im Chart. Fällt der Index unter die Dezember-Tiefs, sagt die Statistik: Median-Rendite von 0,1 % fürs Gesamtjahr. Die Trefferquote? Ein Münzwurf. Am Donnerstag mit den Amazon Earnings nochmal der nachbörsliche Ausverkauf. Das war vorerst Peak-Panik im Tech-Sektor. Auch Krypto und Silber rebounden heftig. Der S&P 500 hat seinen besten Tag seit Mai 2025.

Gleichzeitig sieht man in den Indizes eine deutliche Rotation, aber was für eine! Nicht die halbherzige Umschichtung, die wir in den letzten Monaten ab und zu gesehen haben. Die Top-100-Aktien des S&P 500 trugen seit Anfang November nur noch 24 % zur Performance bei (verglichen mit 88 % im Jahr 2024). Die unteren 400 Aktien? Von 12 % auf 76 % hochgeschossen. Energy, Materials, Consumer Staples, Small Caps, internationale Märkte ziehen jetzt an.

Welche Ausmaße im Software-Sektor viele mit "ist doch nichts passiert" weglächeln, das beleuchten wir im Folgenden.

Markttechnik, Saisonalität und Sentiment

📌 Tops & Flops YTD in den Indizes

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📌 31 % des Nasdaq 100 überverkauft. Das Level vom April-Crash ist zurück

31 % der Nasdaq 100-Titel haben einen RSI unter 30. Seit 2012 gab es nur elf vergleichbare Momente, zuletzt im April 2025 während des Liberation-Day-Crashs. Damals folgte eine heftige Rally. Plus 10,04 % nach drei Tagen, plus 23,85 % nach zwei Monaten.

Die Tabelle zeigt alle historischen Fälle. Der Durchschnitt nach einem Tag: minus 0,52 %. Nach zwei Tagen: plus 0,43 %. Erst nach einer Woche wird es konsistent positiv (2,28 % im Schnitt, 80 % Trefferquote). Nach zwei Monaten: plus 7,05 %, 90 % Trefferquote. Das Pattern ist klar: Kurzfristig kann es tiefer gehen, mittelfristig gibt es Mean Reversion. Aber Ausreißer wie Februar 2020 (COVID) zeigen minus 13,90 % nach zwei Wochen, bevor die Erholung kam.

RSI unter 30 signalisiert technische Erschöpfung, nicht fundamentale Sicherheit. Software führte den Sell-off. Wenn 31 % des Nasdaq oversold sind, aber die restlichen 69 % stabil bleiben, ist das ein Sektor-Problem, kein Index-Problem. April 2025 war anders. Damals war es ein breiter Schock, gefolgt von einer V-förmigen Erholung. Diesmal blutet Software, während Defensive und Value halten.

Das Problem ist - es gibt nicht das Signal X, dass es das jetzt war und jetzt wieder steigen kann. Im Zollschock wusste man klar, was passieren musste, damit die Indizes drehen. Hier spukt ein Anthropic-Gespenst sowie viele Halbwahrheiten wie zu Deepseek-Zeiten.

Subu Trade

📌 Staples steigen 1,5 %+, Tech fällt 2 %+. Ein Signal, das seit 2001 fast nur in Crashs auftrat

Der obere Chart zeigt alle Tage seit 1990, an denen Consumer Staples mindestens 1,5 % gewannen, während Tech mindestens 2 % verlor (rote Punkte). Gab es 21 Mal. Davon fielen 17 in die Jahre 2000 bis 2001, die Dotcom-Implosion. Dann 20 Jahre Pause. Q1 2025 bis Anfang 2026 gab es vier neue Signale in wenigen Wochen. Darunter zwei in der letzten Handelswoche.

Die Tabelle zeigt, was danach kam. Der Median nach einem Monat: - 2,8 %. Nach sechs Monaten: - 6,8 %. Nach zwölf Monaten: - 19,5 %. Nur 26,3 % der Signale waren nach einem Monat positiv, 26,3 % nach sechs Monaten, 15,8 % nach zwölf Monaten. Die frühen 2000er-Signale führten zu - 26,5 %, - 22,3 %, - 29,7 % innerhalb eines Jahres.

Aber die letzten beiden Signale zeigen keine Crash-Folge. Wenn Defensive (Staples) Tech outperformt, fliehen Investoren aus Growth in Sicherheit.

Subu Trade

📌 YTD-Returns zeigen brutale Sektor-Rotation

Der Chart teilt alle S&P-500-Aktien in zehn Dezile nach YTD-Performance. Dezil 1 (links) sind die schlechtesten Performer, Dezil 10 (rechts) die besten.

29 % aller Tech-Aktien landen in Dezil 1, der schlechtesten Gruppe. Communication Services (grau) macht 22 % von Dezil 1 aus. Zusammen dominieren diese beiden Sektoren die Verlierer-Ecke. Dezil 2 zeigt ähnliche Muster: 21 % Tech, 13 % Comm Services.

27 % aller Materials-Stocks (dunkelblau) fallen in Dezil 10, das beste Bucket. 23 % aller Energy-Titel (orange) ebenfalls in Dezil 10. Industrials (lila) sind stark vertreten in Dezil 8 (31 %) und Dezil 9 (20 %). Consumer Staples (königsblau) konzentrieren sich in Dezil 6 bis 9. Zyklische, defensive und Old Economy Sektoren führen bisher in 2026.

Compound

📌 Forward Earnings steigen so schnell, dass jede Woche ohne Kursanstieg den Markt 0,3 % günstiger macht

Forward Earnings wachsen derzeit etwa 1,2 % pro Monat (0,3 % pro Woche). Wenn der S&P 500 flat bleibt, sinkt das Forward KGV automatisch. Aber es setzt voraus, dass die Estimates halten. Aktuell sagen die Analysten: Earnings wachsen 13 % YoY.

Duality Research

SaaS-mageddon (IGV -8,7 % in der Woche)

📌 Software-Sektor erlebt isolierten Crash. Gleichzeitig notiert der S&P 500 nahe Allzeithoch

Der durchschnittliche Software-Titel im iShares Tech Software ETF lag letzte Woche 39,5 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die 25 größten Positionen (in rot) performen kaum besser als der breite ETF-Durchschnitt. Nur eine Handvoll Titel notiert weniger als 20 % unter dem Hoch. Der Rest ist tiefrot.

Die Implikation ist klar. Dieser Drawdown passiert bei Vollbeschäftigung und stabilem Makro. Sollte die Konjunktur drehen, fehlt vielen Software-Titeln das Polster. Wer hier kauft, wettet auf eine Rückkehr alter Bewertungslogik. Die Daten sagen: Der Markt hat seine Meinung geändert.

JPMorgan zum Software-Sektor: "We are now in an environment where the sector isn’t just guilty until proven innocent but is now being sentenced before trial."

"Wir befinden uns nun in einem Umfeld, in dem der Sektor nicht nur als schuldig gilt, bis seine Unschuld bewiesen ist, sondern bereits vor dem Prozess verurteilt wird." Und genau das eröffnet massive Chancen, wenn man die fundamental starken von den verwundbaren Firmen unterscheiden kann. Wieso die aktuelle Marktphase so attraktiv ist, seht ihr alles gleich.

Bespoke

📌 Acht Verlusttage in Folge. Software kann die längste Verluststrecke seit 20 Jahren am Freitag abwenden.

Der IGV-ETF verlor acht Handelstage hintereinander. Ein neunter roter Tag hätte die längste Verlustserie seit 2006 markiert. Der Durchschnitt aller Streaks? Minus 16,29 % nach einem Jahr, minus 23,87 % maximaler Drawdown.

Bluekurtic

📌 Software-RSI bei 19

Der 14-Tage-RSI für den Software-Sektor liegt bei 19, tiefer als zu jedem Zeitpunkt seit 2018. Das ist selten. Seit 2001 fiel der IGV-RSI nur fünfmal unter 20. Danach gab es im Schnitt + 21,35 % nach drei Monaten, + 23,68 % nach sechs Monaten. Die Trefferquote: 100 %.

Aber der Teufel steckt im Timing. Einen Tag nach dem RSI-Signal stand der IGV durchschnittlich 5,78 % tiefer. Zwei Tage später? Noch mal - 3,36 Prozentpunkte. Erst nach einer Woche drehte die Statistik ins Plus (1,35 %). RSI unter 20 zeigt Kapitulation, nicht Boden. Oversold kann oversolder werden, besonders wenn fundamentale Neubewertung läuft.

Subu Trade

📌 Application Software erlebt historischen Kollaps, Minus 18 % in sieben Tagen, minus 30 % vom Hoch

Der obere Chart zeigt die rollende 7-Tage-Performance von S&P 500 Application Software seit 2008. Minus 18 % markiert den schlechtesten 7-Tages-Zeitraum in 18 Jahren Daten. Selbst während der Finanzkrise 2008/09 gab es nur eine vergleichbare Woche mit etwa - 25 %. COVID im März 2020 brachte minus 20 %. Du merkst, wie heftig dieser Sell-off ist.

Compound

Der nächste Chart zeigt den längerfristigen Kontext. Application Software (normiert auf 100 im Jahr 2020) stieg von 100 auf 230 bis Anfang 2025, ein Plus von 130 % in fünf Jahren. Dann kam der Absturz von 30 %. 2022 fiel die Gruppe um 45 % von 200 auf 110. Damals waren es steigende Zinsen und Rezessionsängste. Jetzt? KI-Disintermediation-Ängste, Rotation in Value.

Software ist das Herz des SaaS-Booms. Wenn diese Gruppe kollabiert, während Tech-Capex auf 650 Milliarden USD explodiert, ist das extrem Paradox. Hyperscaler bauen Infrastruktur, aber Software-Firmen, die darauf laufen, werden abgestraft. Der Markt sagt: KI macht alte Software obsolet. Ob das stimmt oder Hysterie ist, entscheidet die nächsten Quartale.

Compound

📌 Tech und Staples handeln zum ersten Mal seit 2010 auf gleichem Forward KGV

Wenn Tech und Staples das gleiche KGV haben, ist entweder Tech extrem billig oder Staples extrem teuer. Rein bewertungstechnisch ist Tech so günstig wie seit über einem Jahrzehnt nicht.

Compound

📌 Software-Bewertungen kollabieren auf Post-Finanzkrise-Tief. Das Premium ist weg.

Das KGV-Premium von Software & Computer Services liegt aktuell bei etwa 10 %. Das ist der niedrigste Stand seit der Finanzkrise 2009. Software-Aktien wurden durchgehend teurer bewertet als der breite Markt. Nach dem Dotcom-Crash 2000 bis 2002 fiel das Premium kurzzeitig unter 20 %, erholte sich aber schnell.

Historisch war das nur in Extremsituationen der Fall. Entweder ist Software fundamental neu zu bewerten (KI-Disruption, Margenerosion) oder dies ist eine extreme Unterbewertung. So billig war Software seit 2009 nicht mehr. Damals war es eine Kaufchance.

Goldman Sachs

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📌 650 Milliarden USD Capex 2026

2016 investierten die vier Hyperscaler zusammen etwa 40 Milliarden USD. 2026 mit 650 Milliarden, mehr als das 16-fache in einem Jahrzehnt. Allein von 2025 auf 2026 stiegen die Capex um 60 %. Und die 650 Milliarden sind auch mindestens 100 Milliarden mehr, als zuvor noch antizipiert wurden. Das Wettrüsten. Niemand will zurückfallen. Die Frage ist nicht mehr, ob sie bauen können, sondern ob die physische Welt (Energie, physische Infra, Lieferketten) mithalten kann.

Bloomberg

📌 Cloud-Backlog knackt 1,1 Billionen USD. Azure dominiert, Google wächst am schnellsten

Diese Summe rechtfertigt die 650 Milliarden Capex für 2026.

Fiscal.AI

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📌 Energy-Leadership ist historisch bärisch

Die Tabelle oben links zeigt die S&P-500-Performance, wenn ein Sektor die höchste 6-Wochen-Trailing-Return hat. Energy-Leadership (erste Zeile) kommt auf - 7,19 % annualisierter S&P-Rendite. Energie ist also der einzige Sektor mit negativem Vorzeichen. Das passierte in 16,66 % der Zeit seit 1973. Wer in Energy rotiert, wettet gegen den Gesamtmarkt.

Ned Davis Research

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Spannende Earnings diese Woche

Earnings Whispers

📅 Am Montag:
☀️ Apollo, monday.com
🌙 On Semi, Medpace, Amkor, Upwork, ZoomInfo

📅 Am Diensttmuag geht es weiter mit:
☀️ TSMC (Monat. Update), Coca-Cola, AstraZeneca, S&P Global, Spotify, Mediatek, Ecolab, Ferrari, Datadog, Kering, Xylem, Fiserv, Entegris, Shimano, TUI, Jumia
🌙 Gilead, Robinhood, SMIC, Cloudflare, Ford, Astera Labs, Zillow, Exelixis, Lyft, Upstart, Topicus

📅 Zur Wochenmitte warten:
☀️ McDonald, T-Mobile US, TotalEnergies, Siemens Energy, Shopify, CVS Health, EssilorLuxottica, Vertiv, Commerzbank, Ahold Delhaize, Humana, Global Foundries, Royalty Pharma, Dassault Systems, Shark Ninja, Mowi, Unity, Douglas, Schott Pharma
🌙 Cisco, Applovin, Motorola Solutions, Rollins, Grab, Hubspot, Paycom, Fastly

📅 Am Donnerstag folgen:
☀️Hermès, Siemens, Unilever, AbInBev, Softbank, BAT, Mercedes, Zoetis, Adyen, Legrand, Verbio, Viking Therapeutics, Crocs, Nice, Birkenstock, Thyssenkrupp, Fraport, Zebra, Lenovo, Check Point Software
🌙 L’Oreal, Applied Materials, Arista Networks, Vertex Pharma, Airbnb, Public Storage, Coinbase, Deutsche Börse, Expedia, Twilio, Toast, Roku, Rivian, Draftkings, Instacart, Pinterest, JFrog, Wynn Resorts, Dexcom

📅 Zum Wochenabschluss:
☀️ Safran, Enbridge, Cameco, Moderna, Tomra
🌙


Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Wochenstart! Dein Valentin

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