Market Insights: Aber aber ... die Bewertung ist doch so hoch
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Die Festnahme von Venezuelas Präsidenten Maduro durch die USA markiert einen weiteren Eskalationspunkt in der geopolitischen Rhetorik der neuen US-Regierung. Donald Trump spricht offen von einer Übernahme der venezolanischen Ölförderung und nennt 50 USD pro Barrel als Zielgröße.
Venezuela verfügt zwar über die größten bestätigten Ölreserven weltweit, die tatsächliche Förderung liegt jedoch seit Jahren auf einem niedrigen Niveau. Selbst bei einem direkten Eingreifen der USA würden Investitionen, Infrastrukturaufbau und Produktionshochläufe mehrere Jahre benötigen, bevor nennenswerte zusätzliche Mengen auf den Weltmarkt gelangen.
Parallel dazu setzt Trump seine bekannte Kommunikationsstrategie fort. Am Donnerstag veröffentlichte er auf Truth Social eine Grafik mit 654.000 neu geschaffenen Stellen im privaten Sektor, rund zwölf Stunden, bevor diese Daten offiziell hätten publiziert werden dürfen.
Gleichzeitig verdichten sich Berichte, wonach Trump bereits einen konkreten Nachfolger für Fed-Chef Jerome Powell im Blick hat. Wir werden es spontan per Truth Social Posting erfahren.
Auch an der Zollfront bleibt es spannend. Der Supreme Court of the United States verschob seine Entscheidung zu den von Trump verhängten Zöllen, möglicherweise bis in den Juni hinein. In diesem Zusammenhang erklärte US-Finanzminister Scott Bessent, das Finanzministerium verfüge über ausreichende Liquidität, um im Fall einer gerichtlichen Niederlage Rückzahlungen bereits erhobener Zölle leisten zu können. Diese Rückerstattungen würden zeitlich gestreckt erfolgen und sich über Wochen, Monate oder gegebenenfalls bis zu einem Jahr verteilen.
Nachdem man jetzt ein paar Wochen nichts mehr von Michael Burry gehört hatte, wahrscheinlich leckt er sich die Wunden von seinen Shorts, so meldet er sich nun wieder zurück. Burry hält aktuell Put-Optionen auf Oracle und äußert sich grundsätzlich skeptisch zur Bewertung großer, KI-getriebener Geschäftsmodelle. Ergänzend erklärte er, dass er OpenAI bei einer Bewertung von 500 Milliarden USD leerverkaufen würde.
Und abschließend sorgte Trump mit einer weiteren Ankündigung zur Konsumentenfinanzierung für zusätzliche Aufmerksamkeit. In einem Truth-Social-Post erklärte er, Kreditkartenunternehmen künftig nicht mehr zuzulassen, Zinssätze von 20 bis 30 % oder mehr zu verlangen. Trump stellte in Aussicht, ab dem 20. Januar 2026 eine einjährige Obergrenze für Kreditkartenzinsen von 10 % einzuführen. Außenpolitisch legte Trump ebenfalls nach. Er erklärte, die Vereinigten Staaten würden Grönland entweder auf dem Verhandlungsweg oder notfalls mit Zwang übernehmen.
Es geht also wild weiter und die ersten vollen Handelstage liegen hinter uns. Zeit, dass wir auf die vollendete (leicht negative) Santa Rally blicken und die Rotation aus viele Software & Technologie-Firmen (passend zu meiner Prediction 2026: SaaS underperformt KI-Infrastruktur erneut) und vor allem das Thema Bewertung.
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Markttechnik, Saisonalität und Sentiment
📌 Fast positive Santa Rally liefert?
Die Santa-Claus-Rally 2025/26 fiel mit -0,11 % knapp negativ aus. Seit 1950 gab es eine Bandbreite von 0 % bis minus 1 % erst sechsmal. In diesen Jahren stieg der S&P 500 im Folgejahr durchschnittlich um 11,40 %. Der durchschnittliche Max Drawdown (Intrayear-Peak to Tief) lag bei -11,36 %, der durchschnittliche Max Loss (Jahresstart > Tief) bei -6,47 %.
Eine knapp negative Santa Rally ist kein Bärenmarktsignal. Historisch folgte in allen sechs Fällen ein positives Jahr. Aber der Weg dorthin war volatil. Ein Rücksetzer von 6 bis 12 % trat in jedem dieser Jahre auf, meist im ersten Halbjahr. Wer 2025 mit 11 %+ rechnet, sollte auch mit -10 % zwischenzeitlich rechnen.
Bluekurtic
📌 Starke erste fünf Tage
Wenn die ersten fünf Handelstage des S&P 500 positiv sind, liegt die durchschnittliche Jahresrendite bei 14,2 %. In 81,6% dieser Fälle endete das Gesamtjahr im Plus. Fallen die ersten fünf Tage dagegen, sinkt die durchschnittliche Jahresrendite auf magere 1,1 %, und nur 55,6 % der Jahre schließen positiv.
Noch stärker ist das Signal bei deutlichen Bewegungen. Kommen die ersten fünf Tage auf mehr als 1 %, liegt die durchschnittliche Jahresrendite bei 15,7 %, und 87,1 % der Jahre enden höher. Fallen sie um mehr als 1 %, bringt das Jahr im Schnitt nur 0,7 %, und nur 57,1 % schließen positiv.
Die ersten fünf Tage spiegeln Positionierung, Sentiment und Liquidität zum Jahresstart. Starke Starts zeigen, dass Kapital fließt, nicht abwartet. Tax-Loss-Selling ist vorbei, neue Budgets sind aktiv, Fonds starten ihre Allokation. Ein positiver Start setzt Momentum, das sich oft durchs Jahr zieht. Umgekehrt signalisiert ein schwacher Start Vorsicht oder Verkaufsdruck, der Zeit braucht, um sich zu lösen.
Carson
📌 Der Wahlzyklus läuft
Der S&P 500 folgt 2024 und 2025 exakt dem historischen Vierjahres-Präsidentschaftszyklus. Die rote Linie liegt fast deckungsgleich auf der schwarzen Durchschnittslinie über 126 Jahre. Das Wahljahr 2024 brachte den typischen Anstieg, das Post-Election-Jahr 2025 setzte die Rally fort. Beide Jahre verliefen ohne größere Abweichung vom Muster. Die Frage ist: Folgt 2026 ebenfalls dem Skript?
Das historische Muster zeigt für Midterm-Jahre eine ausgeprägte Schwäche zwischen Frühjahr und Herbst. Der durchschnittliche volatilitätsadjustierte Rückgang liegt bei rund 20 %, nicht adjustiert bei etwa 17 %. Zwischenwahljahre gingen historisch mit den stärksten Korrekturen im Zyklus einher. Gleichzeitig zeigt die Auswertung: Der S&P 500 war noch nie in drei aufeinanderfolgenden Midterm-Jahren negativ. Falls 2026 fällt, wäre es das erste Mal seit fast einem Jahrhundert.
Noch interessanter: Trump ist in einer zweiten Amtszeit. In solchen Jahren stieg der S&P 500 im Durchschnitt um 21 % über zwölf Monate. In allen betrachteten Fällen notierte der Index ein Jahr später höher. Der durchschnittliche maximale Drawdown lag bei nur -3 %. Das widerspricht direkt dem Midterm-Muster, das -17 % zeigt.
Der Markt steht vor zwei konkurrierenden historischen Mustern. Das Midterm-Jahr sagt Korrektur, die zweite Amtszeit sagt Stabilität. Bisher dominiert das zweite Muster, der S&P läuft weiter. Aber die Grafik zeigt auch: Ab April beginnt historisch die schwache Phase des Midterm-Jahres. Falls der Index dort dreht, bestätigt sich der Zyklus. Falls nicht, bricht ein 126-Jahre-Muster.
Nautilus
📌 Nach starken Jahren startet der Januar schwach
Nach Jahren mit mehr als 15 % Kursplus liegt die durchschnittliche Januar-Performance des S&P 500 bei -0,04 %. Das steht gegen den langfristigen Januar-Durchschnitt von +1,08 % über 75 Jahre. Von 30 Fällen seit 1950 endeten nur 48,39 % positiv, knapp unter Münzwurf.
Die rote Linie im Chart zeigt die intramontliche Entwicklung. Nach starken Vorjahren startet der Januar typischerweise flach, steigt bis Tag zwölf leicht auf rund +0,5 %, fällt dann bis Tag 19 auf etwa -0,4 % und stabilisiert sich zum Monatsende knapp über null. Der blaue Durchschnitt aller Jahre steigt dagegen kontinuierlich von 0 % auf +1,08 %. Die Schere öffnet sich ab Tag 14.
Bluekurtic
Old But Gold – Die Highlights aus über einem Jahr Market Insights
📌 Durchschnitt ist die Ausnahme, nicht die Regel
Der S&P 500 lieferte seit 1950 in nur vier Jahren Renditen zwischen 8 und 10 %. Über 75 Jahre hinweg tritt die Zone um den langfristigen Durchschnitt kaum auf.
Die meisten Jahre liegen entweder deutlich über oder klar unter dieser Bandbreite. Viele Balken erreichen 15 bis über 30 % Zugewinn. Gleichzeitig treten regelmäßig negative Jahre auf, darunter Rückgänge von -10 bis -30 %. Der Markt kennt Momentum und Panik, selten Stabilität.
Wer für ein Jahr plant und mit 8 bis 10 % rechnet, plant mit einer historischen Seltenheit. Der Markt liefert entweder mehr oder weniger, fast nie genau den Durchschnitt. Meine zweite Prediction für 2026: Nasdaq legt auch dieses Jahr um über 15 % zu.
Carson
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📌 Tech-Bewertungen sind flat
Das Forward-KGV des Technologiesektors liegt 2024/25 exakt bei 0 % Veränderung über zwei Jahre. Die Bewertungen haben sich nicht ausgeweitet. Das steht in radikalem Kontrast zur Dotcom-Phase. In den letzten zwei Jahren vor dem Crash 1999/00 stieg das Forward-KGV um 179 %. Bereits 1998 lag der Zweijahresanstieg bei 88 %, 1997 bei rund 38 %.
Die Tech-Rally der letzten zwei Jahre ist fundamental getragen, nicht spekulativ. Bewertungen blieben stabil, Earnings wuchsen. Das ist das Gegenteil von 1999, als Kurse explodierten, obwohl viele Unternehmen keine Gewinne hatten. Der Markt zahlt heute mehr für Tech, aber das Multiple pro USD Gewinn ist nicht gestiegen.
Truist
📌 Höchststände mit moderatem KGV – anders als 2000 oder 2020
Der S&P 500 steht Ende 2025 bei einem Forward-KGV von 22 und einer Dividendenrendite von 1,4 %. Die 10-jährige Treasury liegt bei 4,2 %. Die Tabelle zeigt fünf Wendepunkte seit 2000.
Im März 2000 erreichte der Index 1.527 bei einem Forward-KGV von 25,2. Der Oktober 2007 brachte 1.565 bei 15,1er-KGV. Der Februar 2020 lag bei 3.386 und 19,2. Der Januar 2022 markierte 4.797 bei 21,4. Heute steht der Index 43 % höher als 2022, aber das KGV liegt nur 0,6 Punkte darüber. Die Bewertungsexpansion ist minimal.
Die grüne Linie zeigt Bewertungsphasen. Von 1997 bis 2000 explodierte das KGV von 15,9 auf 25,2 bei nur 106 % Indexanstieg. Von 2020 bis 2022 stieg das KGV von 19,2 auf 21,4 bei 41 % Indexzuwachs. Von 2022 bis heute kletterte der Index um 43 %, aber das KGV nur um 3 %. Die aktuelle Rally ist fundamental getragen, nicht durch Multiple-Expansion.
Entscheidend ist der Zinskontext. 2000 lag die 10-Jahres-Rendite bei 6,2 %, heute bei 4,2 %. 2020 bei 1,6 %, 2022 bei 1,6 %, heute bei 4,2 %. Der Markt handelt bei einem KGV von 22 trotz doppelt so hoher Zinsen wie 2020.
JPMorgan
Magnificent 7
📌 Tech erwirtschaftet heute dreimal mehr Cash als der Rest
Die Free-Cashflow-Margen von Tech liegen aktuell bei rund 22 %, der übrige S&P 500 (ohne Finanzwerte und REITs) kommt auf etwa 6 %. Der Abstand beträgt 16 Prozentpunkte. Seit 2010 hält sich der Vorsprung konstant bei 12 bis 15 Prozentpunkten, selbst durch Rezessionen und Konjunkturschwäche hindurch.
Tech-Geschäftsmodelle skalieren ohne proportionalen Kapitaleinsatz. Der Rest der Wirtschaft bleibt kapitalintensiv. Die Margen dort stagnierten seit den 1980ern zwischen 4 und 7 %, Tech kletterte von 5 % auf über 20 %.
Die Grafik zeigt auch Grenzen. 2021 erreichte Tech 26 %, fiel dann auf 20 % zurück. Der aktuelle Rückgang von 24 auf 22 % spiegelt steigende Capex für KI-Infrastruktur. Die Hyperscaler bauen Rechenzentren, kaufen GPUs, expandieren Netzwerke. Das bindet Cash, drückt kurzfristig die Marge. Der übrige S&P 500 bleibt unverändert bei 6 %. Dort gibt es keinen strukturellen Hebel nach oben.
Tech rechtfertigt höhere Bewertungen durch überlegene Cashflow-Generierung. Ein KGV von 30 bei 22 % FCF-Marge ist anders als bei 6 %. Der Markt zahlt nicht nur für Wachstum, sondern für Qualität des Wachstums.
Empirical Research Partner
📌 Der Free Cashflow von Nvidia überragt die Vergleichsgruppe bereits deutlich. Oracle mit negativem FCF.
VisibleAlpha
📌 Tech gewann durch Gewinne, nicht durch Euphorie
Tech lieferte 23,3 % YTD-Return, getragen von 34,2 % EPS-Wachstum. Gleichzeitig fiel das KGV um 8,1 %. Communication Services führt mit 32,4 %, aber die Struktur ist umgekehrt: 14,9 % Gewinnwachstum, 15,3 % Multiple-Expansion.
Duality Research
📌 Bewertung folgt Profitabilität
Das Forward-KGV des S&P 500 liegt aktuell bei rund 22/23, die erwartete Gewinnmarge bei etwa 15,6 %. Bewertung und Profitabilität korrelieren seit 2005 mit einem R² von 0,631. Das heißt, rund 63 % der Bewertungsschwankungen lassen sich durch Margenveränderungen erklären. Höhere Margen rechtfertigen höhere Multiples.
- 2005-2009 (violett) clusterte bei Margen um 8 bis 9 % und KGVs zwischen 12 und 15.
- 2010-2014 (blau) bewegte sich auf Margen von 10 bis 11 % bei KGVs um 14-16.
- 2015-2019 (grün) erreichte Margen von 11 bis 12 % und KGVs von 16-18.
- 2020-2024 (türkis) brachte Margen um 13 bis 14 % bei KGVs zwischen 18-23.
- 2025-heute (orange) liegt bei 15,6 % Marge und einem KGV von 22-23.
Die grauen Schattierungen markieren ±1 Standardabweichung von der Trendlinie. Das aktuelle Niveau liegt am oberen Rand dieser Spanne, aber nicht außerhalb. Heute liegt das KGV bei 22 bei 15,6 % Margen. Relativ zur Profitabilität ist der Markt heute günstiger als 2021.
Der Markt ist nicht entkoppelt, sondern folgt der Margenstory. Gewinnmargen sind von 8 % auf 15,6 % gestiegen, das KGV von 12 auf 22. Das ist kein Multiple-Rausch, sondern Anpassung an strukturell höhere Profitabilität. Wer heute von Überbewertung spricht, muss erklären, warum 15,6 % Margen kein höheres KGV rechtfertigen als 8 %.
Duality Research
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Spannende Earnings diese Woche
Earnings Whispers
📅 Am Montag:
☀️ –
🌙 –
📅 Am Dienstag geht es weiter mit:
☀️ JPMorgan, Delta Airlines, BNY Mellon
🌙 –
📅 Zur Wochenmitte warten:
☀️ Bank of America, Wells Fargo, Citi, BP, Infosys
🌙 –
📅 Am Donnerstag folgen:
☀️ TSMC (Monat. Umsatzupdate), Goldman Sachs, Morgan Stanley, BlackRock, Richemont, OMV, Fraport, Prologis
🌙 –
📅 Zum Wochenabschluss:
☀️ State Street, PNC, Reliance Industries
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Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Euer Valentin















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