Kevin Warsh soll neuer US-Notenbankchef werden
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Kevin Warsh, ein ehemaliger Fed-Gouverneur und langjähriger Wall-Street-Insider, soll neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve werden. Dies teilte Trump am Freitag über seine Social-Media-Plattform Truth Social mit. Bereits seit Donnerstagabend hatte es Berichte über die wahrscheinliche Nominierung von Kevin Warsh gegeben. Der US-Senat muss der Ernennung von Kevin Warsh noch zustimmen.
Trump schrieb auf Truth Social:
"Ich freue mich bekanntzugeben, dass ich Kevin Warsh für das Amt des Vorsitzenden des Board of Governors des Federal Reserve Systems nominiere. Kevin ist derzeit Shepard Family Distinguished Visiting Fellow in Economics an der Hoover Institution sowie Dozent an der Stanford Graduate School of Business. Zudem ist er Partner von Stanley Druckenmiller im Duquesne Family Office LLC. Kevin erwarb seinen A.B.-Abschluss an der Stanford University und seinen J.D. an der Harvard Law School. Er hat umfangreiche Forschung im Bereich Wirtschaft und Finanzen betrieben. So legte er der Bank of England einen unabhängigen Bericht mit Reformvorschlägen zur Durchführung der Geldpolitik im Vereinigten Königreich vor – die Empfehlungen des Berichts wurden vom Parlament übernommen. Kevin Warsh wurde mit 35 Jahren der jüngste Gouverneur in der Geschichte der Federal Reserve und war von 2006 bis 2011 Mitglied des Board of Governors des Federal Reserve Systems. In dieser Zeit fungierte er als Vertreter der Fed in der Gruppe der Zwanzig (G-20) sowie als Gesandter des Boards für Schwellen- und Industrieländer in Asien. Darüber hinaus war er als „Administrative Governor“ für das Management und die Aufsicht über den Geschäftsbetrieb, das Personal sowie die finanzielle Leistungsfähigkeit des Boards verantwortlich. Vor seiner Ernennung zum Mitglied des Boards war Kevin von 2002 bis 2006 als Sonderberater des Präsidenten für Wirtschaftspolitik und als Exekutivsekretär des National Economic Council des Weißen Hauses tätig. Zuvor war er in der Mergers & Acquisitions-Abteilung von Morgan Stanley & Co. in New York tätig, wo er als Vice President und Executive Director arbeitete. Ich kenne Kevin seit vielen Jahren und bin überzeugt, dass er als einer der GROßEN Vorsitzenden der Fed, vielleicht sogar als der beste, in die Geschichte eingehen wird. Und obendrein ist er „wie aus dem Bilderbuch“ – er wird Sie niemals enttäuschen. Herzlichen Glückwunsch, Kevin!
PRÄSIDENT DONALD J. TRUMP"
Warsh ist kein Trump-Vertrauter
Kevin Warsh war zwischen 2006 und 2011 Mitglied des Verwaltungsrats der US-Notenbank und gilt als wirtschaftsnaher Kandidat. Er hatte bereits 2017 zu den Anwärtern für den Posten gezählt, damals setzte sich jedoch Jerome Powell durch. Auch diesmal stand Warsh in einem engen Rennen, unter anderem mit Rick Rieder von BlackRock, Fed-Gouverneur Christopher Waller und Kevin Hassett vom National Economic Council.
Anders als etwa Kevin Hassett oder Rick Rieder gilt Kevin Warsh eher als Anhänger des Fed-Establishments und als weniger Trump-nah. Früher wurde Warsh zudem als geldpolitischer "Falke" betrachtet, der für eine restriktivere Geldpolitik eintritt. Zuletzt hat Warsh allerdings Zinssenkungen gefordert, offenbar um mehr auf Trumps Wellenlänge zu sein.
Powell war 2017 von Trump selbst nominiert worden, wurde zuletzt aber von Trump immer wieder extrem kritisiert. Auch die jüngste Zinspause der Fed stieß bei Trump auf Ablehnung. Die US-Notenbank hatte den Leitzins nach drei Senkungen in Folge am Mittwoch in der Spanne von 3,5 bis 3,75 % belassen. Trump bezeichnete Powell daraufhin erneut als "Schwachkopf" und forderte eine Zinssenkung "um zwei oder drei" Prozentpunkte.
Noch folgenreicher für die Fed als Trumps öffentliche Kritik war aber zuletzt, dass das US-Justizministerium Ermittlungen gegen Powell eingeleitet hat. Hintergrund sind Vorwürfe Trumps im Zusammenhang mit angeblichen Unregelmäßigkeiten bei der Renovierung von Gebäuden der Zentralbank. Kritiker halten die Vorwürfe für politisch motiviert, um die gesetzlich verankerte Unabhängigkeit der Notenbank zu unterminieren.
Fazit: US-Präsident Donald Trump nominiert Kevin Warsh als Fed-Chef und Nachfolger von Jerome Powell, dessen Amtszeit als Fed-Vorsitzender im Mai 2026 endet. Warsh gilt als erfahrener Notenbanker mit guten Kontakten zur Finanzwirtschaft, steht jedoch dem Trump-Lager nicht besonders nahe. Seine jüngsten Äußerungen zugunsten von Zinssenkungen deuten darauf hin, dass er sich dem wirtschaftspolitischen Kurs Trumps annähern könnte. Mit der Nominierung Warshs reagiert Trump auch auf die jüngst zu beobachtende Flucht aus dem Dollarraum und die Befürchtungen, dass die Unabhängigkeit der Notenbank weiter untergraben wird. Welchen geldpolitischen Kurs Kevin Warsh tatsächlich fährt, wird sich erst nach dem Beginn seiner Amtszeit zeigen.

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Ich denke die Politik Trumps hat bereits irreparablen Schaden insbesondere bei staatlichen Investoren verursacht. Der Kurs der FED ist im Prinzip bereits vorgegeben. Sie wird das riesige Haushaltdefizit mit weiteren riesigen QE-Paketen finanzieren (müssen). Was das für die Inflation (API -> CPI) bedeutet ist auch klar.