Analyse
07:15 Uhr, 27.01.2026

Jetzt also doch: Chinesen steigen bei PUMA ein

Mit einem Volumen von rund 1,5 Mrd. EUR markiert der Einstieg einen der größten Anteilseignerwechsel in der europäischen Sportartikelbranche seit Jahren. Der chinesische Branchenriese Anta Sports will 29,06 % am fränkischen Sportartikelhersteller Puma SE übernehmen.

Erwähnte Instrumente

  • PUMA SE
    ISIN: DE0006969603Kopiert
    Kursstand: 21,630 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • PUMA SE - WKN: 696960 - ISIN: DE0006969603 - Kurs: 21,630 € (XETRA)

Verkäufer ist die französische Investmentgesellschaft Groupe Artémis, die der Milliardärsfamilie Pinault gehört. Anta zahlt 35 EUR je Aktie für rund 43 Mio. Papiere, ein Aufschlag von fast 62 % auf den letzten Xetra-Schlusskurs. Der Abschluss wird bis Jahresende erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung von Behörden und Aktionären.

Mit dem Deal würde Anta größter Anteilseigner bei Puma und strebt nach eigenen Angaben eine "angemessene Vertretung“ im Aufsichtsrat an. Der Schritt ist Teil einer konsequenten Internationalisierungsstrategie des chinesischen Konzerns, der seine Präsenz in Europa und Nordamerika deutlich ausbaut. Konzernchef Ding Shizhong spricht von einem neuen Wachstumskapitel im globalen Sportartikelmarkt, ausdrücklich auch mit Blick auf China. Anta betont zugleich, aktuell keine Übernahmepläne zu verfolgen, auch wenn der Einstieg in dieser Größenordnung am Markt als strategische Option verstanden wird.

Puma unter Druck, Anta auf Expansionskurs

Für Puma kommt der Einstieg in einer Phase des Umbruchs. Der Konzern mit Sitz in Herzogenaurach hat zuletzt Verluste geschrieben und gegenüber Wettbewerbern wie Adidas und Nike an Boden verloren. Der neue Vorstandschef Arthur Hoeld treibt einen tiefgreifenden Umbau voran, der den Abbau von rund 900 Stellen bis Ende des Jahres und eine Straffung des Produktportfolios vorsieht. Ein finanzstarker Ankeraktionär könnte dem Konzern in dieser Phase strategischen Spielraum verschaffen, zugleich aber auch Erwartungen an Tempo und Konsequenz des Turnarounds erhöhen.

Anta wiederum setzt seine globale Expansion unbeirrt fort. Erst im vergangenen Jahr übernahm der Konzern den deutschen Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin und ergänzte damit sein Markenportfolio, zu dem unter anderem Fila, Salomon, Atomic oder Wilson zählen. Der Einstieg bei Puma wäre der bislang sichtbarste Schritt auf dem europäischen Kernmarkt.

Am Freitag wurde zunächst noch berichtet, der Deal sei gescheitert. Eine klare Falschinformation!

Fazit: Man darf gespannt sein, wie die Puma-Aktie heute reagiert. Ein zu großes Kursplus, könnte auch wieder abverkauft werden, da eine Komplettübernahme zunächst nicht geplant ist. Am Ende haben wir einen neuen Großaktionär. Ob der besser ist als der Alte, wird erst die Zeit zeigen. Es gibt fundamentale Probleme zu lösen, das geht nicht über Nacht.

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